Novelle
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Autor: |
Johann Wolfgang von Goethe |
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Produktion: |
SWF / BR / RB 1953 |
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Regie: |
Max Ophüls |
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Musik: |
Karl Sczuka |
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Länge: |
47 Min. |
Mitwirkende: |
Vorleser: Oskar Werner
Fürst: Otto Collin
Fürstin: Käthe Gold
Honorio: Erik Schumann
Fürst Oheim: Willy Birgel
Die Mutter: Therese Giehse
Der Vater: Arthur Mentz
Das Kind: Rüdiger Schulzki
Der Diener: Hanns Bernhardt
Der Zeichner: Friedrich von Bülow
Der Wächtel: Kurt Ebbinghaus
Ein Ritter: Helmut Wittig
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Inhalt: |
Eine Feuersbrunst ist auf dem Jahrmarkt nahe einer fürstlichen Residenz
ausgebrochen. Die Gesellschaft bei Hof fällt in Panik, weil Raubtiere
freigekommen sind. Die Schausteller sind fremdartige Leute, die an
ihren Tieren mit naturhafter Zärtlichkeit hängen, sie bangen um ihren
kostbaren Besitz. Ein Tiger wird niedergeschossen, als er die Fürstin
scheinbar in Gefahr bringt. Daß das Tier harmlos gewesen sein muß,
erfährt die staunende Hofgesellschaft angesichts eines Löwen, den das
Kind der Schausteller - unwissend und arglos - in natürlicher Zuwendung
besänftigt. "Zu zeigen, wie das Unbändige, Unüberwindliche oft besser
durch Liebe und Frömmigkeit als durch Gewalt bezwungen wird, war die
Aufgabe", schrieb Goethe 1827 nach Vollendung seiner "Novelle".
Während der Emigration in Amerika las der Filmregisseur Max Ophüls
Goethes Alterswerk aus dem Jahr 1826, dessen symbolträchtige Handlung
um die Utopie einer gewaltlosen Beherrschung des Elementaren in der
Natur wie in den menschlichen Temperamenten kreist. Was Ophüls damals
wie ein magisches Gegenbild zu Krieg und Verfolgung im heimischen
Europa erschien, hat ihn nicht mehr losgelassen. 1953 versuchte er, die
Intensität seiner Lektüre- Erfahrung noch einmal mit den Erzählmitteln
des Radios einzuholen: durch eine Art inszenierter Lektüre, die sich
selbst illustriert - mit Musik, mit Geräuschen, mit Stimmen. Seine
Baden-Badener Produktion wurde zum Prototyp des epischen Hörspiels, der
Schule gemacht hat.
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