| Paris schweigt Nach Albert Camus Aus dem Französischen von Guido G. Meister Regie: Horst H. Vollmer SDR 1979 51 Min. Der Bouquiniste: Joachim Nottke Seine Frau: Karin Schlemmer sowie Dieter Eppler, Robert Rathke, Wolfgang Reinsch, Peter Sattmann, Elisabeth Justin, Käthe Lindenberg, Heidemarie Rohweder, Christiane Eisler Paris, 1940. Deutsche Truppen fallen in Frankreich ein und lösen unter der Bevölkerung eine Massenflucht Richtung Süden aus. Ein Buchhändler aus dem 6. Arrondissement bleibt mit seiner Frau in Paris zurück. In seinem Monolog lässt er die Zeit der deutschen Besatzung an sich vorüber ziehen. Er registriert mit kritischem Auge die Verhaltensweisen und das Schweigen der Zurückgebliebenen, schildert wie sie schlecht und recht mit den veränderten Bedingungen fertig zu werden versuchen und auf welch demütigende Art sie sich den Zwängen der fremden, totalitären Macht beugen. Mit bitterem Blick auf das Versagen der Politiker gibt Camus ein Stimmungsbild dieser dunklen Zeit. Les Silences de Paris ist sein einziges Hörspiel. Es wurde 1949 von der Radiodiffusion Française uraufgeführt. Die deutschsprachige Erstsendung fand 1963 statt. 1979 wurde das Stück unter Verwendung von historischem Tonmaterial neu produziert. Bemerkungen: "Paris schweigt" ist ein Originalhörspiel aus der Feder Albert Camus, es blieb leider sein einziges. Er beschreibt hierin vortrefflich das Schweigen und Hinnehmen der Besatzung durch die deutschen Faschisten. Es entsteht ein glaubwürdiges Stimmungsbild jener Zeit, das vom Unverständnis für die Situation getragen wird. Camus schildert die Ereignisse aus der Sicht eines Buchhändlers, der letztlich allerdings aber auch nur still betrachtet. Das Stück wird als Monolog dargestellt, der von wenigen Spielszenen, aber vielen Originaltonsequenzen ergänzt wird. So liegt die Hauptlast des Stückes bei Joachim Nottke, der die Rolle des Bouquiniste gut ausfüllt. Die Figur ist allerdings sehr zurückhaltend, eher niedergeschlagen dargestellt, was nicht unbedingt dafür sorgt, dass man hiervon gefesselt wird. Da sind eher das Thema und die Wechsel zu den gut gesetzten O-Tönen interessanter. Eine interessante, aber auch sehr subjektive Betrachtung Camus' über die Besatzungszeit im zweiten Weltkrieg in Paris. Inhaltlich so hörenswert, dass man die leider nur solide Umsetzung durchaus hinnehmen kann. Meine Wertung: + + + |
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