Paul Temple und der Fall Curzon
  Autor: Francis Durbridge
  Produktion: NWDR 1951
Regie: Eduard Hermann
Musik: Hans Jönsson
  Länge: 271  Min.

Mitwirkende:

Paul Temple: René Deltgen
Charlie (sein Diener): Herbert Hennies
Steve (seine Frau): Elsie Scherer
Sir Graham Forbes: Kurt Lieck
Inspektor Morgan: Curt Faber
Lord Westerby: Heinz von Cleve
Peter Malo (sein Sekretär): Peter René Körner
Philip Baxter: Carl Brückel
Michael Baxter (sein Sohn): Ludwig Thiesen
John Draper: Peter Matthias
Diana Maxwell: Sigrun Höhler
Dr. Stuart: Hermann Pfeiffer
Carl Walters: Rudolf Therkatz
Tom Doyle: Kaspar Brüninghaus
Franz Schneider, Hans Grewolls, Harry Grüneke, Josef Berresem, Ludwig Thiesen, Maja Scholz , Peter Mathias

Inhalt:

Roger und Michael, die Söhne des Börsenmaklers Philip Baxter, sind auf ihrem Heimweg von der St. Gilbert - Schule nahe Dulworth Bay verschwunden, mit ihnen ihr Freund John Draper. Einziger Hinweis für die Polizei ist ein Kricket Schläger mit Spieler-Autogrammen. Nur eine Unterschrift läßt sich nicht zuordnen: »Curzon«. Michael hat sie offensichtlich selbst hinzugefügt. Die Herren von Scotland Yard bitten Paul Temple, sich in dem Fischerdorf umzusehen. Dort trifft er auf Diana Maxwell, die plötzlich leugnet, ihn in London angerufen zu haben. In der Baxter-Villa finden Paul und Steve Temple den sterbenden Philip Baxter. Telefonisch meldet sich der verschwundene Michael Baxter. Aber wo stecken er und sein Bruder?


Tom Doyle, der für Philip Baxter Gelegenheitsarbeiten ausführte, hatte auf dessen Wunsch hin Roger und Michael in seinem Haus versteckt. Nach einer heftigen Aussprache mit Lord Westerby und einem Fremden über »die Sache« sah Baxter seine Söhne in Gefahr und wollte eine Entführung vortäuschen. Unterdessen hat die Themse eine Mädchenleiche ans Ufer gespült, bei der man den Brief eines gewissen Carl Walters fand. Vor dem Anwesen der Baxters entgehen Paul und Steve erneut nur knapp einem Anschlag auf ihr Leben. Überraschend taucht John Draper, der Schulfreund der Baxter-Jungen, im Haus auf Er kann sich seit seiner Entführung an nichts erinnern. Wieder allein im Baxter-Haus, entdecken die Temples einen geheimen Safe. Während Paul ihn zu öffnen versucht, gerät der Dachstuhl in Brand...


In letzter Sekunde haben sich Paul und Steve Temple aus dem brennenden Haus der Baxters retten können. Wieder sind - wie bei den vorhergehenden Anschlägen - Diana Maxwell und Peter Malo, Lord Westerbys Sekretär, zur Stelle. Für den nächsten Tag ist Paul mit Diana verabredet. Doch bevor sie ihm Informationen zukommen lassen kann, fallen Schüsse. In Baxters Safe findet Paul Temple eine Art Tagebuch sowie codierte Zahlen Kalkulationen. Das Buch muß der Schlüssel zum Fall sein warum sonst hätte der kleine Gauner Lou Kenzell versucht, es Temple im Auftrag von Carl Walters zu stehlen? Eins steht jedenfalls fest: der Drahtzieher ist besagter Curzon. Die heißeste Spur zu ihm ist jener Carl Walters. Um ihn auszuhorchen, unternimmt Steve Temple einen eigenmächtigen Ausflug - und sitzt plötzlich in der Falle.


Carl Walters liefert Steve Temple zwar wohlbehalten zu Hause ab, macht aber deutlich, daß er niemals einen Komplizen verraten würde. Wenig später wird er ermordet, während er in der Wohnung der Temples nach Philip Baxters Notizbuch sucht. Seine letzten Worte: »Sie müssen verhindern, daß Curzon die Diamanten bekommt!« - Diamanten? Allmählich wittert Paul Temple die Zusammenhänge: Mußte Baxter sterben, weil er Lord Westerby erpreßte? Er wußte, daß der Lord in Wahrheit keinen Pfennig besaß und ein Verhältnis mit seiner angeblichen Nichte Diana hatte. Dr. Stuart behauptet zwar, daß Baxters Vermögen aus Makler-Geschäften stammt. Aber die Passagierliste eines abgestürzten Flugzeuges läßt anderes vermuten.

Bemerkungen:
Die Paul Temple-Hörspiele nach Francis Durbridge bedürfen eigentlich keiner gesonderten Empfehlung. Gerade die (N)WDR-Produktionen mit René Deltgen sind  durch die Bank hörenswerte Krimihörspiele, die eigentlich zum Pflichtprogramm des Genrefans gehören.

Im Fall Curzon bekommt es Temple mit einer merkwürdigen Entführung zu tun, die schließlich noch weitere Verwicklungen nach sich zieht. Garniert wird die Ermittlungsarbeit durch ein paar Actionelemente, die insbesondere als Cliffhanger zwischen den (ursprünglich acht) einzelnen Folgen dieser Produktion dienten. Natürlich sind diese zum Teil etwas unglaubwürdig dramatisch dargesetellt und überzeugen - aus heutiger Sicht - auch nicht immer in der gestalterischen Umsetzung, sie tragen aber zum Charme dieses Hörspiels auch ihren Teil bei.

Apropos Charme: Den versprüht das Ehepaar Temple hier wieder en Masse. René Deltgen und Elisabeth "Elsie" Scherer agieren hier sehr unterhaltsam und sorgen für den typischen Ton, der diese Reihe zu etwas Besonderem macht. Auch das restliche Ensemble überzeugt, hier werden durch die Bank sehr glaubwürdige und plastische Figuren dargestellt.

Die Umsetzung ist natürlich aus heutiger Sicht schon ein wenig merkwürdig. Die Vergeräuschung ist sehr plakativ und sorgt letztlich auch in vielen Fällen nur bedingt dafür, dass man ein vorstellbares Bild der Szene bekommt. Letztlich darf und wird man allerdings von einem Paul Temple-Hörspiel auch gar nichts anderes erwarten.

Die Musik von Hans Jönsson wird oft eingesetzt, sie dient hauptsächlich als Trenner zwischen einzelnen Szenen. Die recht lang ausgespielten Stücke passen in vielen, aber nicht in allen Fällen in die unmittelbare Handlung, wohl aber stets zum Gesamtpaket "Temple".


"Paul Temple und der Fall Curzon" ist eine Produktion, die in keiner Krimihörspielsammlung fehlen darf. Auch wenn die Produktion aus heutiger Sicht ihre Macken hat, ist das Flair dieser Reihe der entscheidende Faktor, der die Reihe insgesamt, und den Fall Curzon im Besonderen, so empfehlenswert macht.
   
Meine Wertung: + + + +
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