| Paul Temple und der Fall Spencer von Francis Durbridge aus dem Englischen von Marianne de Barde Regie: Eduard Hermann Musik: Hans Jönsson WDR 1959 275 Min. ![]() Paul Temple: René Deltgen Steve, seine Frau: Annemarie Cordes Charlie: Herbert Hennies Sir Graham Forbes: Kurt Lieck Inspektor Vosper: Friedrich W. Bauschulte Eric Lansdale: Hans Günther Riebold Adrian Frost: Heinz Schimmelpfennig Robert Dreisler: Paul Walter Jacob Judy Milton: Elfriede Irrall Clutch Brompton: Herbert A. E. Böhme Terry Gibson: Louise Cleve Warren: Karl Friedrich Pete Roberts: Peter René Körner Tom Foster: Joachim Böse Katie: Gretl Schörg Peter Welles: Pinkas Braun Mira Hinterkausen, Irmhild Kuhnt, Fritzleo Liertz |
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| Die Tochter eines Impresarios wurde ermordet. Die Polizei fand bei der
Leiche lediglich eine Schallplatte mit dem Begleitschreiben 'Es war mir
ein Genuß! Herzlichst, Spencer'. Doch wer ist dieser Spencer und was
hat es mit der Schallplatte auf sich? Temple und seine Frau Steve
stellen bald zumindest eines fest: Der Impresario, obwohl Vater der
Ermordeten, gibt in dem sich rasch weit verzweigenden Gestrüpp aus
Verdächtigungen und Tathinweisen keine besonders glaubwürdige Figur ab.
Und auch die Tochter selbst scheint in ihrem Leben anderen Dingen
nachgegangen zu sein, als Temple und Steve bisher annahmen. Und die
Schallplatte? Laut Etikett befindet sich auf ihr ein Schlager - doch
was sagt schon ein Etikett ... Bemerkungen: Paul Temple ist Kult - daran Kritik zu äußern, hat schon etwas von Blasphemie. Ungeachtet dessen, die lobenden Worte, die ich ansonsten für die Fälle dieses Helden hatte, muss ich im Fall Spencer doch etwas relativieren. Der reine Krimiplot, der hier Verwendung findet ist schon ziemlich konstruiert und mit äußerst merkwürdigen Elementen versehen. Auch die Struktur, erscheint nicht konsequent in Erzählrichtung aufgebaut, sondern vom Ergebnis ausgehend in den Plot eingearbeitet. So wirken Temples Schlüsse zwischendurch schon mal etwas willkürlich und nur bedingt fundiert. Ein weiterer Kritikpunkt ist die fehlende Eigentständigkeit des Falles - vieles wirkt hier sehr schematisch, fast wie ein Abklatsch anderer Fälle. Das mag zwar ein allgemeines Problem der Reihe sein, allerdings fällt dies hier mangels Originalität der Details deutlicher auf. Soweit zum Negativem - kommen wir zu den gelungenen Dingen. Diese sind dort zu finden, wo auch der Kultstatus der Reihe gründet und läuft letztlich auf den besonderen Unterhaltungswert dieser Reihe hinaus. Das Duo Paul und Steve Temple ist diesbezüglich im Fokus, denn deren Dialoge untereinander sind hier einfach das Salz in der Suppe. Man merkt allerdings schon sehr stark das - aus heutiger Sicht sehr befremdliche - Frauenbild der 50er Jahre. Ebenfalls deutlich aus dieser Zeit ist die Inszenierung. Sehr klassisch eingerichtet und mit satten Bigbandsounds unterlegt, gelingt es, den Krimi zu akzentuieren und die spannendsten Momente auch gut zu unterstreichen. Der Rahmen stimmt also, der Plot liegt aber etwas unter dem Reihendurchschnitt. Dennoch stimmt der insgesamt der Unterhaltungswert, so dass sich das Einschalten durchaus lohnt. Meine Wertung: + + + |
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