Peer und Gynt

von Paul Maar und Christian Schidlowsky

Hörspielbearbeitung und Regie: Robert Schoen
Musik: Henrik Albrecht
hr/BR 2010
51 Min.


Peer: Jens Wawrczeck
Bild: HR/Benjamin Knabe

Gynt: Effi Rabsilber
Bild: HR/Benjamin Knabe

Peers Mutter: Franziska Troegner
Gynts Vater, König der Trolle: Andreas Mannkopf
Bild: HR/Benjamin Knabe

Hochkopf: Ernst Konarek
Bild: HR/Benjamin Knabe

Foltertroll: Steffen Scheumann
Bild: HR/Benjamin Knabe

Trollwachen: Karim Cherif
Christoph Pütthoff
Torben Kessler
Dorflehrer: Heinrich Giskes

Bild: HR/Benjamin Knabe
Jens Wawrczek (Peer), Andreas Mannkopf (Gynts Vater), Regisseur Robert Schoen, Ernst Konarek (Hochkopf), Effi Rabsilber (Gynt), Steffen Scheumann (Foltertroll)

Bilder: HR/Benjamin Knabe

Peer lebt mit seiner Mutter Aase in einer ärmlichen Hütte in Norwegen. Statt zur Schule zu gehen, gibt er sich lieber seinen Tagträumen und Fantasien hin. Eine Eigenschaft, die von den Erwachsenen um ihn herum naturgemäß nicht sehr geschätzt wird.
 
Doch dann gerät Peer durch Zufall in die Welt der Trolle und begegnet dort Gynt. Die Tochter des Trollkönigs kann ihr Glück kaum fassen, denn auch sie, die hartnäckig an die Existenz der Menschen glaubt, wird von ihrer Familie als Fantastin und Lügnerin verlacht.

Schnell schließen die beiden Freundschaft, obwohl die unterschiedlichen Sitten und Gebräuche das gegenseitige Verstehen erschweren. Alles, was bei den Menschen als richtig und höflich gilt, ist in der Trollwelt unanständig und falsch – und umgekehrt: Eine schallende Ohrfeige zur Begrüßung etwa bedeutet ein warmes "freundlich bin ich zu dir", und wer dem anderen vor die Füße spuckt, bedankt sich lediglich herzlich. Kein Wunder, dass niemand Peer Glauben schenkt, als er, zurück gekehrt, von seinen Erlebnissen berichtet.
Auf Peer und Gynt übt die jeweilige Andersartigkeit eine große Faszination aus. Aber können sie wirklich das Fremde mit dem Eigenen vereinen?

Das sehr frei nach Henrik Ibsen und den nordischen Trollsagen entstandene Stück wirft große Fragen auf: Was ist Wirklichkeit oder gibt es gar mehrere? Und wo liegt die Grenze zwischen Toleranz und Selbstaufgabe in der Kultur des anderen?


Paul Maar, geb. 1937, ist Autor von über 50 Kinder- und Jugendbüchern, Hörspielen, Film- und Fernsehdrehbüchern sowie Theaterstücken, außerdem Illustrator. Für sein literarisches Schaffen erhielt er zahlreiche Preise, seine Bücher wurden in viele Sprachen übersetzt.
 
Christian Schidlowsky, geb. 1965, ist Gründer des Theaters Pfütze in Nürnberg und arbeitet heute freiberuflich als Theater-Regisseur, Autor und Dozent. Einige seiner Inszenierungen sind auch international festivalgeehrt und preisgekrönt.


Bemerkungen:

In "Peer & Gynt" erzählen Paul Maar und Christian Schidlowsky die Geschichte des Menschenkindes Peer, das ins Land der Trolle gerät und dort die Trollin Gynt kennenlernt. So, wie die Menschen die Trollwelt als Phantasie ansehen, halten auch die Trolle die Menschen für nicht real existent. Das führt zur großen Aufgabe für Peer und Gynt, hier für ihre Freundschaft zu kämpfen und die Widrigkeiten und Ablehnungen zu meistern.

Diese interessante Geschichte wurde von Robert Schoen nicht nur für das Hörspiel bearbeitet, sondern auch sehr ansprechend inszeniert. Er kann auf ein großartiges Sprecherensemble zurückgreifen, das eine wunderbare Leichtigkeit in die Geschichte trägt, ohne das dies auf Kosten der Glaubwürdigkeit geht.
Dazu kommt ein sehr schönes und stimmiges Musikscore von Henrik Albrecht, das die Geschichte permanent untermalt.


"Peer & Gynt" ist eine hörenswerte Geschichte, die weit mehr bietet, als eine einfache Fantasy-Geschichte. Neben der inhaltlichen Qualität, ist insbesondere die gelungene Inszenierung zu loben. Hier darf man gerne einschalten.

Meine Wertung: + + + +

 
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