| Pelle, der Eroberer Von Martin Andersen Nexø Regie: Götz Fritsch Bearbeiter: Caren Fischer Komponist: Paul Hoorn mdr 2004 145 Min. ![]() Erzähler: Hellmut Lange Pelle als Kind: Frowin Wolter Pelle als älteres Kind: Cornelius Lipp Pelle als Halbwüchsiger: Odi Zahavi Lasse: Hilmar Thate Herr Kongstrup: Hilmar Eichhorn Frau Kongstrup: Ramona Libnow Verwalter: Dieter Bellmann Johanne: Katarina Tomaschewsky Kaufmannsfrau: Käte Koch Lehrer Fries: Wolfgang Jakob Kalle: Lars Jung Marie (19 Jahre alt): Julia Maria Köhler Marie (43 Jahre alt): Bärbel Röhl Karna: Susanne Bard Ole: Götz Schulte Gustav: Jörg Malchow Per: Thomas Dehler Bodil: Effi Rabsilber Erik: Jörg Dathe Eleve: Felix Spyrka Kapitän: Klaus-Rudolf Weber Pfarrer: Klaus-Dieter Bange Bauer 1: Berndt Stübner Bauer 2: Johannes Gabriel Bauer 3: Martin Reik Bauer 4: Thomas Just Ältere Frau / Alte Frau: Walpurgis Brückner-Curth Alter Fischer: Siegfried Worch Madame Olsen: Ute Lubosch Alter Köller: Günter Grabbert Anders: Marco Albrecht Sara: Anja Schneider Nils Köller: Henning Peker Ausrufer 1: Raschid D. Sidgi Ausrufer 2: Rainer Koschorz Ausrufer 3: Klaus-Dieter Bange Fetter Mann: Ulrich Griebel Junge Frau: Corinna Waldbauer Junger Seemann: Peter Wilczynski Karl Kalberg: Wolfgang Boos Henrik: Jonas Jung Rud 2: Johannes Wilhelm Nilen: Richard Virgenz u.a. Musiker: Violine, Cello, Kontrabaß, Thüringer Waldzither, Hackbrett, Gitarre, Trommeln, Schlagzeug: Dietrich Zöllner Akkordeon, Chalumeau, Trompete, Blockflöte, Hackbrett, Thüringer Waldzither: Paul Hoorn MDR FIGARO produzierte im Jahre 2004, anlässlich des 50. Todestages von Martin Andersen Nexø, den ersten Band seines weltbekannten Romans „Pelle der Eroberer“ als Hörspielversion. Es ist die Geschichte von Pelle und seinem Vater Lasse, die sich auf einem Gutshof auf der dänischen Insel Bornholm verdingen, wo die verarmte schwedische Landbevölkerung in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zwar Arbeit fand, sich dafür aber in eine fast an Leibeigenschaft grenzende Abhängigkeit begeben musste. Zwischen diesen verbitterten und oft gewalttätigen Erwachsenen erfindet der Junge Pelle sein Leben und wächst an dessen Widrigkeiten. Trotzdem wird es sieben Jahre dauern, bis er den Hof verlässt, um in die Welt und in ein neues Leben aufzubrechen, von dem er mehr erwartet, als für ein bisschen Salzhering und Suppe 14 Stunden täglich zu arbeiten, so wie Vater Lasse es ein Leben lang getan hat. Pelle ist erst sieben Jahre alt, als seine Mutter stirbt. Sein einziger Halt im Leben ist nun Vater Lasse, der mit ihm die Überfahrt von Schweden auf die Insel Bornholm wagt, um dort Arbeit zu finden. Aber wer will schon einen ausgezehrten älteren Mann mit einem kleinen Jungen? Schließlich nimmt man sie auf dem berüchtigten Steinhof auf, wo der Verwalter mit Schlägen und Repressalien regiert und die Nächte vom Weinen der Gutsherrin erfüllt sind. Nur im Sommer ist Pelle als Kuhhirte sein eigener Herr und genießt die Freiheit draußen auf den Wiesen. Zunächst allerdings hat er große Schwierigkeiten, mit den ungestümen Jungtieren fertig zu werden. Aber bald fühlt er sich als König der Kühe und genießt seine Freiheit mit der gleichen Intensität, mit der er jeden Abend vor Sehnsucht ganz müde in Vater Lasses Arme fällt. Dass er aber einen viel größeren Hütejungen verprügelt, weil der seinen Vater beleidigt hatte, wird Lasse nie erfahren. Dann kommen die dunklen Wintermonate, und die Knechte lassen keine Gelegenheit aus, böse Scherze mit Pelle zu treiben. Er lernt, seine Gefühle zu verbergen, und auch am Weihnachtsabend schluckt er die Tränen der Enttäuschung herunter. Als dann ein Unfall passiert, kann Pelle nicht verstehen, warum die Strafe Gottes den Falschen trifft. Und Vater Lasse weiß immer seltener eine Antwort auf seine Fragen. |
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| Bemerkungen: Die Geschichte von Pelle beschränkt sich in dieser Umsetzung auf den ersten Teil des Romans von Nexø, der hauptsächlich dessen harte Jugendzeit auf dem Steinhof darstellt. Die Geschichte wimmelt von Widrigkeiten, die dem Protagonisten widerfahren; der Hörer durchleidet, ob der sehr glaubwürdigen Erzählung, jede von ihnen mit. Dennoch baut die Geschichte in der hier gewählten Darstellung eine gewisse Distanz auf. Zum einen ist hier eine starke Erzählerlastigkeit gegeben, die das Gehörte schon ein wenig wie eine szenische Lesung anmuten lässt. Hellmut Lange spricht diese Passagen angenehm nüchtern und versucht nicht, die dramatischen Ereignisse im Tonfall mitzugehen und so auf die Tränendrüse der Hörer zu drücken. Meine Wertung: + + + |
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