| Peter
Voss, der Millionendieb |
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Autor: |
Ewald Gerhard Seeliger |
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Produktion: |
BR 1960 / DAV 2008 |
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Regie: |
Heinz-Günter Stamm |
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Bearbeitung |
Hartmann Goertz |
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Musik: |
Raimund Rosenberger |
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Länge: |
264 Min |
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Mitwirkende: |
Peter Voss: Arno Assmann
Polly Voss: Ingrid Pan
Detektiv Bobby Dodd: Günter Pfitzmann
Mr. Stokes: Herbert Kroll
Taxichauffeur: Gustl Datz
Pit: Gernot Duda
Friseur: Gustl Weishappel
Dick Patton: Hans Nielsen
Jongleur Frank Merrill: Ulrich Beiger
Kapitän Grasemann: Josef Sieber
Sam Fletcher: Hans Dieter Zeidler
Michel Mohr, Bootsmann: Klaus Havenstein
Gefängniswärter: Michl Lang
Herr Friedrich, Lehrer: Hans Baur
Notar Schwertfeger: Rolf Castell
Apotheker Bromius: Fritz Straßner
Emil Popel: Wolfried Lier
William Smith, Mithäftling: Willi Krüger
Gefängnisdirektor: Anton Reimer
Gefängnisdirektor: Rudolf Rhomberg
Prof. Bichot, Psychologe: Werner Hessenland
Kellner: Sid Sindelar-Brecht
Assessor Adelzahn: Leo Siedle
1. Polizist: Franz Fröhlich
2. Polizist: Hans Stadtmüller
Kanzlist Kunzel: Heini Göbel
Portier: Hans Pössenbacher
Gefängnisdirektor: Walter Holten
ital. Polizeileutnant: Ernst Stankovski
Hotelier: Wolfgang Eichberger
Kommissar: Adolf Ziegler
italienischer Polizist: Paul Bös
ital. Kellner: Armando Semaforo
Kommandant Strafgefangenenlager: Franz Schafheitlin
Sekretärin: Franziska Bronnen
Liftboy: Michael von Block
Wärter: Jochen Hauer
Li: Dunja Movar
Rechtsanwalt: Horst Tappert
Staatsanwalt: Wolfried Lier
Kommissar Umberto: Günter Gräwert
1. Matrose: Panos Papadopulos
2. Matrose: Dietrich Thoms
Kapitän Flintwell: Konrad Georg
Richter: Rudolf Rhomberg |
Inhalt: |
Ein Hörspiel in vier Teilen
1. Peter Voss macht sich auf den Weg
Von dem umfangreichen Werk des Romanciers, Dramatikers und Satirikers
E. G. Seeliger (1877-1959) ist sein 1913 erstmals erschienener und
mehrfach verfilmter Bestseller "Peter Voss, der Millionendieb" am
bekanntesten geblieben. Mr. Stockes, Bankier in St. Louis, hat sich
verspekuliert. Und zwar um zwei Millionen Dollar. Die er sich extra
geliehen hatte, um Kupfer Aktien zu erwerben. Anstatt zu steigen, sind
sie gefallen. Ins Bodenlose. Mr. Stockes ist am Ende. Ein Jahr zuvor
war auch Peter Voss, sein erster Kassierer, am Ende. Damals hielt Mr.
Stockes den unglücklich Verliebten auf der Mississippi
Brücke
vom Springen ab und bot ihm eine Stellung in seiner Bank an. Inzwischen
ist Peter Voss mit der Ursache seiner Verzweiflung, der zauberhaften
Polly, glücklich verheiratet. Und seinem Chef so dankbar,
daß er ihm einen abenteuerlichen Vorschlag macht: Mr. Stockes
soll ihn beschuldigen, sich mit den zwei Millionen Dollar aus dem Staub
gemacht zu haben. Peter, der die Bücher schon entsprechend
frisiert hat, will solange untertauchen, bis die Kupfer-Aktien wieder
steigen ... Mr. Stockes läßt sich überreden
und
verspricht, Polly einzuweihen. Was aber nicht gelingt. Denn kaum
daß Peters Flucht bekannt geworden ist, verfolgt ihn nicht
nur
die Polizei, sondern auch der berühmt-berüchtigte
Privatdetektiv Bobby Dodd. Und der weicht der schönen Polly
nicht
von der Seite ...
2. Peter Voss im Gefängnis
Dank seiner raffinierten Verwandlungskünste und der Hilfe
eines
alten Freundes hat es der steckbrieflich gesuchte Peter Voss geschafft,
per Schiff bis in die Nähe der englischen Küste zu
fliehen,
ehe ihm der Privatdetektiv Dodd auf die Spur kommt. Nur ein
kühner
Sprung ins Meer rettet ihn davor, in Plymouth verhaftet zu werden.
Dafür landet er im Gefängnis von St. Malo - zusammen
mit der
Besatzung des englischen Schmugglerbootes, das ihn aufgefischt hat.
Aber auch dort ist Peter vor Dodd nicht sicher und sieht sich gezwungen
auszubrechen. Außerdem will er unbedingt Polly wiedersehen,
die
ihm eine Nachricht zugespielt hat und in Hamburg auf ihn wartet.
Allerdings in Gesellschaft von Bobby Dodd. Peter gelingt es zwar, nicht
in die ihm gestellte Falle zu rennen, aber es gelingt ihm nicht, seine
tief besorgte Frau zu überzeugen, daß er kein
Millionendieb
und auch nicht plötzlich verrückt geworden ist. Und
sie kann
ihn nicht überzeugen, daß er gar keinen Grund hat,
auf den
sie heftig umwerbenden Dodd eifersüchtig zu sein. Erst als
Polly
in Rothenburg von Peters Onkel, einem Oberlandesgerichtsrat, seine
wahren Motive erfahrt, will sie ihn nicht mehr in eine
Nervenheilanstalt bringen. Ruhe braucht der gehetzte Peter trotzdem.
Also tauscht er mit dem Urkundenfälscher Emil Popel Kleidung
und
Papiere, was ihm einen nervenschonenden Aufenthalt im Rothenburger
Gefängnis garantieren soll . ..
3. Peter Voss nimmt Abschied
Privatdetektiv Bobby Dodd triumphiert, als er hört,
daß
Peter Voss, der von ihm gejagte Millionendieb, in New York verhaftet
worden ist. Als er dann feststellen muß, daß
bloß ein
gewisser Emil Popel, der angeblich derzeit in Rothenburg einsitzt,
gefaßt worden ist, wird ihm klar, daß Peter Voss
Popels
Stelle eingenommen hat. Aber der Gefängnisdirektor glaubt dem
arroganten Privatdetektiv nicht. Er mag den Häftling. Und
verhilft
ihm zu dem gewünschten Besuch von Oberlandesgerichtsrat
Pätsch. Der fallt vor Schreck in Ohnmacht, als er in dem
Gefangenen seinen Neffen erkennt. Peter nutzt die Gunst der Stunde,
entkommt in den Kleidern seines Onkels und verdingt sich als Hausdiener
in einem Frankfurter Hotel. Dort besucht ihn seine geliebte Polly.
Natürlich ist auch Bobby Dodd, der in der
Haushälterin von
Peters Onkel einen eifrigen Spitzel gefunden hat, mit von der Partie.
Es gelingt ihm, Peter nachts aus Polly s Armen zu reißen und
ihm
Handschellen anzulegen. Aber die funktionieren
merkwürdigerweise
nicht. Peter und Polly reißen zusammen nach Venedig aus. Erst
dort kann Dodd ihn verhaften lassen. Nur hält die
venezianische
Polizei Peter Voss für einen gefährlichen
Revolutionär
und schickt ihn nach Sardinien. Der Kommandant des Straflagers hat
jedoch drei Schwächen: Schöne Frauen (wie Polly zum
Beispiel), revolutionäre Ideen und - Bestechungsgelder . ..
4. Peter Voss läßt sich verhaften
Sechs lange Wochen hat Privatdetektiv Bobby Dodd anstatt des von ihm
verfolgten Peter Voss in dem sardinischen Straflager zubringen
müssen, ehe die 10.000-Dollar-Kaution eintraf. Um so
erbitterter
heftet er sich an die Fersen des Millionendiebes, der sich derzeit in
Tokio aufhalten soll. Dodds Vertrauen in die charmante Polly Voss ist
inzwischen schwer erschüttert. Reist sie wirklich immer nur
mit,
um rauszukriegen, wo ihr Mann das Geld versteckt hat, wie sie
behauptet? Die Antwort erhält Dodd, als sie ihn auf einem nach
Valparaiso fahrenden Schiff in ihre Kabine einlädt, obwohl
auch
Peter an Bord sein soll. Endlich hat Dodd sein Ziel, bei Polly die
Stelle ihres Gatten einzunehmen, erreicht. Bloß ganz anders,
als
er gedacht hat: Der Kapitän hält ihn für
Peter Voss und
nimmt ihn fest, während der Millionendieb danebensteht und
sich
als Bobby Dodd ausgibt! Aber die Rolle des Privatdetektivs ist die
letzte, in die Peter Voss geschlüpft ist. Bei seiner
Rückkehr
nach St. Louis wird er verhaftet und vor Gericht gestellt. Wem sollen
die Geschworenen glauben? Dem Verteidiger, der den Angeklagten als
ehrenwerten Mann darstellt, oder dem Staatsanwalt, der in ihm einen
abgebrühten Betrüger sieht und 20 Jahre
Gefängnis
fordert? Sicher ist nur, daß die Kupfer-Aktien seit kurzem
rasant
gestiegen sind ...
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| Bemerkungen:
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Dieses
Hörspiel ist ein perfektes Beispiel dafür, dass neben
Temple, Cox und Odell noch einige herrliche Perlen in den Archiven der
Sender schlummern, deren Befreiung lohnt. Hier hat sich der DAV wieder
ein Lob verdient, dass er diese Produktion in die Regale bringt.
Denn Peter Voss bringt nicht nur im Fernsehen einen hohen
Unterhaltungswert mit sich, auch in dieser Radiofassung geht es trotz
recht langer Spielzeit sehr kurzweilig zu.
Natürlich kann man das Tempo der Handlung nicht mehr mit
heutigen Hörgewohn- und -gepfogenheiten vergleichen, dennoch
ist die Geschichte recht rasant erzählt und bietet eine
Vielzahl kleiner, aber feiner Episoden innerhalb der Rahmenhandlung.
Bei den Sprechern fällt sofort der Name Pfitzmann ins Auge,
der hier den Detektiv Dodd und damit den Gegenspieler des Protagonisten
Voss gibt. Dennoch ist seine Performance einem Arno Assmann keinesfalls
überlegen. Die erstklassige Besetzung des nicht gerade klein
geratenen Sprecherfeldes ist ohnehin ein wahrer Ohrenschmaus.
Das kann man von der Musik nicht so ganz behaupten. Zum Einsatz kommt
hier neben der sehr passenden Untermalung auch immer mal wieder
eingestreute Schlager, die dem Hörspiel einen Hauch von Revue
geben.
An deren Qualität lässt sich zumindest festmachen,
dass früher auch nicht immer alles besser war. Sowohl die
Musik, als auch die Texte ließen bei mir doch des
Öfteren ein paar Schauer über den Rücken
rieseln.
Trashiger Höhepunkt ist das unglaubliche Lied vom "Bimbo" der
"in Afrika seine Lieder singt" mit passendem
Kriegsgeheul-Background-Chor. Aber, so übel die
Musik auch ist, einen gewissen Unterhaltungswert kann man ihr dann doch
nicht absprechen, zumal sie den Zeitgeist der Epoche sehr gut
transportiert.
Ein kleines, feines Schätzchen, das der DAV da aus den
BR-Archiven gerissen hat. Freunde des klassischen
Radiohörspiels werden an dieser Produktion viel Spaß
haben. |
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