Präparation eines Opfers

Hörspiel von Dieter Kühn

Regie: Oswald Döpke
WDR/HR 1968
53 Min.


Mit Heiner Schmidt und Otto Rouvel


Das Hörspiel basiert auf dem wahren Fall des Rentners Wilhelm Lehmann, der im Mai 1943 in Berlin vor den Volksgerichtshof gestellt wurde, weil er in der Bedürfnisanstalt am Mariannenplatz folgende Inschrift an die Wand geschrieben hatte: »Hitler, du Massenmörder, mußt ermordet werden, dann ist der Krieg zu Ende.« Das Opfer wird niedergeredet, zurechtgeredet, sein Bewusstsein in einer Art Gehirnwäsche verändert. Was stattfindet, ist eine langsame, verbale Zerstörung: Der Untersuchungsrichter benutzt nichts als die Sprache, um sein Opfer zu präparieren.


Dieter Kühn
geboren am 1. Februar 1935 in Köln, lebt als freier Schriftsteller in Brühl bei Köln. Er studierte Anglistik und Germanistik in Freiburg, München und Bonn und promovierte 1964 über Musils »Mann ohne Eigenschaften«. Er debütierte 1970 mit dem Roman »N«, in dem er Napoleons Leben portraitierte. Die Biografie blieb einer seiner literarischen Schwerpunkte, es entstanden u. a. Werke über Josephine Baker (1976) und über Beethoven (1991). Des weiteren verfasste er Romane, Erzählungen, Kinderbücher, Essays, Gedichte, Theaterstücke und Hörspiele sowie Übersetzungen mittelhochdeutscher Klassiker. U. a. war er Mainzer Stadtschreiber (1993) und wurde mit dem »Jan Polak Jugoslawien Preis« (2004) ausgezeichnet.

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