Prinzessin Turandot
von Wolfgang Hildesheimer


Musik: Hans Haug
Regie: Werner Hausmann
DRS 1954
65 Min.


Mit:
Prinzessin Turandot: Blanche Aubry
Liang, alte Sklavin: Alma Wallé
Pnina, junge Sklavin: Milena von Eckardt
Kaiser von China: Alfred Schlageter
Kanzler: Robert Tessen
Zeremonienmeister: James Mayer
falscher Prinz von Astrachan: Dietrich Haugk
echter Prinz von Astrachan: Joseph Scheidegger


Der Stoff ist uralt und vor allem von Bühneninterpretationen her bekannt. Hildesheimers Bearbeitung ist das erste und einzige Hörspiel dieser überlieferten Sage.
Die Geschichte von der chinesischen Prinzessin, die alle angelockten Freier hinrichten läßt, falls sie nicht die von ihr aufgegebenen Rätsel lösen, ist von Hildesheimer eigenwillig verändert worden. Es geht nicht mehr um Rätsel, sondern um ein Wortgefecht auf Leben und Tod, bei dem unterliegt, wer zuerst den Faden verliert. Turandot verfängt sich am Ende in dem Netz, das sie selber gesponnen hat. Der Prinz, der Turandot nach neunzehn hingerichteten Freiern endlich besiegt, ist in Wirklichkeit ein Abenteurer, genauer: ein Hochstapler. Der Sieger verschmäht die schöne Prinzessin. Liebe und Macht sind für ihn unvereinbar. Was er zurückweist, heimst ein anderer mühelos ein - und diesmal bleibt Turandot nichts übrig, als sich darein zu fügen. Sie ist Opfer ihres Hochmuts und der Politik geworden. Bei Hildesheimer steht der gescheite Kopf mit Phantasie über dem Geburtsadel.


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