Privatsache
  Autor: Hans Werner Kettenbach
  Produktion: WDR 1986
  Regie: Werner Klein
  Länge: 50 Min.
 

Mitwirkende:

Ilse Wiedmann: Evelyn Hamann
Klaus Wiedmann: Peer Augustinski
Axel Wiedmann, 11: Tobias Eggert
Axel Wiedmann 20: Stefan Viering
Arzt: Jürgen Thormann
Kommissar: Uwe Koschel
Assistent: Peter Schmitz
die Kinder: Stefan Fink, Christina Roth

Inhalt:

Der Arzt, den Ilse Wiedmann am Abend ruft, findet einen Toten. Ilses Mann Klaus ist die Kellertreppe hinuntergestürzt und hat sich das Genick gebrochen. Wiedmann war offensichtlich betrunken, und das erklärt den Unfall, aber genau dies gibt dem Arzt ein Rätsel auf: In den vielen Jahren, in denen er mit Wiedmann befreundet war, hat er ihn nie betrunken gesehen. Ilse weicht den behutsamen Fragen des Arztes aus, sie zieht sich in ihre Gedankenwelt zurück und erweckt um so mehr sein Mißtrauen: Warum hat Wiedmann so viel getrunken? Hat es Streit gegeben mit dem Sohn Axel, an dem Wiedmann so sehr gehangen und der trotzdem das Elternhaus verlassen hat? Dem Arzt erschließt sich die Lösung, aber die Wahrheit erkennt er nicht. Sie bleibt Ilses Privatsache.

Bemerkungen:

Hans Werner Kettenbachs Krimi "Privatsache" ist bis auf eine kleine, aber nicht unentscheidenden Fehler, nahezu perfekt. Die Geschichte wird sehr gut und nachvollziehbar in den Rückblicken erzählt und vor allem aber auch erstklassig von den Sprechern dargeboten.

Der Schluss ist allerdings viel zu früh vorhersehbar, auch wenn die Geschichte immer wieder versucht, die Gedanken des Hörers auf eine andere Fährte zu lenken. Da fehlt ein bisschen die Subtilität, um den Hörer richtig zu täuschen und ihn anschließend überraschen zu können.

Die großartigen Sprecherleistungen sind hier das A und O. Allen voran Evelyn Hamann, die eine erstklassige Performance der gebeutelten Ilse Wiedmann abliefert. Sie trägt die Emotionen auf der Zunge und bringt diese auch sehr glaubwürdig an den Hörer. Obwohl man ihm das Böse gar nicht zutraut, agiert Peer Augustinski als fieser Ehemann ebenfalls erstklassig. Hinter diesen beiden tollen Leistungen treten alle anderen ein wenig zurück. Das liegt aber auch daran, dass hier die Rollen meist nicht viele Gelegenheit, um zu glänzen, bieten

Gerade mal eine dünne Geräuschkulisse dient dem Ganzen als Untermalung, die Geschichte verlangt nicht mehr und funktioniert auch in ihrem schlichten Gewand.

Ein guter, solider Krimi, der allerdings dem Genrefan nicht viel vormachen kann. Dennoch bietet man hier eine Stunde guter Unterhaltung mit zwei herausragenden Sprechern in den Hauptrollen.

 

 

Meine Wertung: + + + +

 



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