- Tod eines Tauchers |
| |
Autor: |
Matthias Wittekind |
| |
Produktion: |
NDR 2008 |
| |
Regie: |
Norbert Schaeffer |
| |
Bearbeitung: |
Hilke Veth |
|
Musik: |
Hans Schüttler |
| |
Länge: |
54 Min. |
| |
|
|
Mitwirkende: |
V-Mann Jac Garthmann: Martin Reinke
Kriminalhauptkommissarin Bettina Breuer:
Sandra Borgmann
sowie Ulrich Faulhaber, Oliver K. Wnuk, Svenja
Pages, Wilfried Dziallas, Peter Kaempfe, Barbara
Zapatka, Gustav-Peter Wöhler, Johanna
Werner, Caroline Spieß, Wolfgang Noack und Ole
Schlosshauer
|
Inhalt: |
Jac Garthmann,
Musiker und V-Mann, spielt auf der Totenfeier für einen gewissen
Jan Faller. Merkwürdig ist nur, dass es keinen Sarg gibt und die
Trauergäste verärgert sind. Im Gespräch mit Fallers Chef
erfährt Garthmann, dass Faller für die "Regena" in der
Nähe von Büsum an einem Offshore-Projekt für
Windkraftanlagen arbeitete. Faller war Taucher und ist verschwunden.
Als Garthmann Kriminalhauptkommissarin Bettina Breuer von dem toten
Taucher der "Regena" erzählt, stutzt sie. Erst vor einer Woche
wurde der Chefbuchhalter der "Regena" tot in seiner Wohnung in Hamburg
aufgefunden. Da Garthmann miterleben musste, wie die Witwe des toten
Tauchers zusammenbrach und er nichts für sie tun kann, fühlt
er sich tiefer in die Sache hineingezogen, als er will. Und so
fährt er in die Nähe von Büsum, um in der dortigen
Dorfkneipe drei Konzerte zu geben. Nach dem ersten Konzert kommt es zu
einer Rangelei. Offenbar haben einige Einheimische etwas gegen die
"Fremden von der Regena". Dann wird Jan Fallers Leiche an der
Küste angeschwemmt. Mit der Lunge des Toten stimmt etwas nicht,
und Bettina Breuer glaubt Garthmann in Gefahr.
Matthias
Wittekindt, 1958 in Bonn geboren, lebt in Berlin. Er studierte
Architektur und schreibt Theaterstücke, Drehbücher (auch
für den Tatort) und Hörspiele. "Das Lewskow-Manuscript" (NDR
2005) wurde mit dem Kurd-Laßwitz-Preis 2005 ausgezeichnet. |
Bemerkungen: |
Für den zweiten NDR-Tatort hat man auf eine
Geschichte von Matthias Wittekindt gesetzt. Der Autor hat, wenngleich
mich nicht alle seine Werke überzeugen konnten, ein Händchen
dafür, erstklassige Bedrohungsszenarien in seinen Hörspielen
aufzubauen. In "Tod eines Tauchers" gelingt dies allerdings nur
bedingt, was vielleicht daran liegt, dass ihm hier das Serienkonzept
den nötigen Raum nimmt.
Dafür erzählt er aber hier einen wendungsreichen Krimi, der
eine originelle - wenngleich auch etwas merkwürdige -
Auflösung erfährt. Ablauf und Setting erinnern schon sehr an
den Fernsehtatort, was nicht wirklich ein Manko ist, denn der
Unterhaltungswert dieser Folge stimmt.
Das Ermittlerduo bekommt wieder etwas mehr Farbe, so dass die beiden
etwas vertrauter werden. Gerade Garthmann wird immer mehr zu einer
besonderen Figur, die aus vielen Klischees gebaut wurde, die aber
allesamt nicht so ganz richtig zueinander passen wollen. Damit wirkt
diese Rolle etwas befremdlich, sorgt aber für eine besondere
Facette in dieser Reihe.
Die Umsetzung hat mir etwas weniger gut gefallen. Die akustische
Ausgestaltung genügt zwar, um die Geschichte angemessen zu
erzählen. Von einer Radioproduktion darf man allerdings auch gerne
etwas mehr erwarten. Geräuschkulissen wurden oftmals sehr plakativ
eingesetzt. Dazu kommt, dass manche Szenen das Geschehen, weder in der
sprachlichen Gestaltung, noch im Sounddesign, zu transportieren
vermögen. Insbesondere fällt das in der Verhörszene auf
dem Boot im Sturm auf, die nach allem klingt, nur nicht nach "Sturm"
oder "Boot".
Insgesamt überwiegt der positive Eindruck der Geschichte an sich.
Ein guter, solider und recht origineller Krimi, der sich gut im
"Tatort"-Rahmen bewegt. Hätte man bei der Umsetzung etwas mehr
Auge fürs Detail gehabt, wäre es hier sicherlich eine
Wertungsstufe noch nach oben gegangen. |
|