- Laute
und leise weibliche Schreie |
| |
Autor: |
Helmut Kraussner |
| |
Produktion: |
hr 2009 |
| |
Regie: |
Leonhard Koppelmann |
| |
Musik: |
Rainer Römer |
|
Länge: |
48 Min. |
| Mitwirkende: |
Zeitungsfotograf
Camillo Falk: Peter Fitz

(c) HR/Benjamin Knabe
|
Hauptkommissar
Raimund "Ray" Falk:
Peter Jordan

(c) HR/Benjamin Knabe |
Dr.
Ursula Pelz: Nina Petri

(c) HR/Benjamin Knabe |
Sascha
Weiß: Sandra Bayrhammer

(c) HR/Benjamin Knabe |
Walter
Müller: Walter Renneisen

(c) HR/Benjamin Knabe |
|
|
sowie:
John Jürgens: Ingo Hülsmann
Elmar Kuczinski: Heinz Werner Kraehkamp
Karl Pasewalk: Joost Siedhoff |
Inhalt: |
Der zweite Fall des hessischen Ermittlerteams:
Wieder treffen sich der
Wiesbadener Zeitungsfotograf Camillo Falk und sein Sohn Raimund,
Hauptkommissar beim Morddezernat der Landeshauptstadt, bei der
Aufklärung eines komplexen Mordfalls. Im noblen Wiesbadener
Stadtteil Neroberg werden binnen dreier Tage zwei einsame Damen, beide
um die 60, in ihren Wohnungen erwürgt. Beide wurden vor mehr
als
drei Jahrzehnten von Camillo in einem Bildband porträtiert,
der
junge Damen der gehobenen Gesellschaft neben Junkies und Prostituierte
stellte. Das kann eigentlich nur ein absurder Zufall sein, dennoch wird
Raimund Falk wegen möglicher Befangenheit von dem Fall
abgezogen,
durch Kriminalrätin Dr. Ursula Pelz. Zu ihr aber hatte Camillo
ebenfalls in dieser Zeit eine durchaus persönliche Beziehung.
Die
unerfahrene Kommissarin Sascha Weiss leitet fortan die Ermittlungen,
auch wenn Raimund ihr aus dem Hintergrund assistiert. Bald stellt sich
heraus, dass der alte Charmeur Camillo mehr mit den Morden zu tun hat,
als ihm lieb ist. |
Bemerkungen: |
Nach dem
eher durchschnittlichen Auftakt des hr beim Radiotatort mit Roland
Schimmelpfennigs "Krim-Krieg in Wiesbaden", kommt die neue Produktion
aus der Feder von Helmut Krausner. Auch in der Regie ein neues, aber
sehr bekanntes Gesicht: Leonhard Koppelmann zieht in dieser Produktion
die Fäden.
Reicht das, um einen besseren Eindruck zu hinterlassen? Leider nicht,
denn dieser Fall leidet zu sehr darunter, dass der Plot zum einen sehr
konstruiert wird, vor allem aber, dass man diese Konstruktion zu sehr
dicht an die Protagonisten klebt. Natürlich wirkt es per
se interessant, wenn einer der Hauptcharaktere selbst in Verdacht
gerät, hier überspannt man den Bogen aber etwas. Auch
wenn man es am Ende etwas relativiert, das Motiv bleibt und damit wirkt die
Geschichte etwas unbefriedigend.
Dank Walter Renneisens und Heinz Werner Kraehkamps
Dialektfärbung kommt etwas regionales Flair in die Geschichte.
Ein paar Wiesbadener Ortsbezeichnungen dazu, mehr "Hessen" bietet diese
Produktion nicht. Das wirkt etwas bemüht, ähnlich wie
schon im ersten Fall und genügt kaum, eine besondere Note in
diesen Tatort zu bringen.
Die besondere Note kann man auch kaum an den wiederkehrenden
Hauptfiguren festmachen. Bis auf Camillo Falk sind die Charaktere
ziemlich blass und austauschbar.
Deutlich besser gelungen ist die Umsetzung. Auch wenn der Stil im
Grundsatz beibehalten wurde, die Erzählweise wirkt hier
deutlich gefälliger. Auch sorgen die deutlich besseren - weil
lebendigeren - Sprecherleistungen für eine realer
wirkende Handlung.
Auch im zweiten Anlauf gelingt dem hr noch nicht der große
Wurf. Der Versuch, den Plot interessanter zu machen, in dem man die
Hauptfigur in den Fall verwickelt, scheitert letztlich ein wenig daran,
dass man die Geschichte zu sehr konstruieren musste, um sie rund zu
bekommen. Der Plot ist zwar nicht schlecht, aber leider reicht es
nur für Durchschnittsware.
Das reisst dann leider auch die gefälligere Umsetzung
nicht mehr deutlich nach oben. |
|