- Die gelben Laster |
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Autor: |
Matthias Wittekind |
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Produktion: |
NDR 2009 |
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Regie: |
Norbert Schaeffer

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Musik: |
Hans Schüttler |
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Länge: |
55 Min. |
Mitwirkende: |
Kriminalhauptkommissarin Bettina Breuer: Sandra Borgmann

Jac Garthmann: Martin Reinke
Polizist: Jona Mues

Zielke: Samuel Weiss

Bunge: Horst Kotterba

Specht: Christoph Tomanek

BM: Jean Maesèr

sowie Susanne Wolff, Christian Redl, Kathrin Angerer, Anne Moll, u.a.
Fotos: © NDR/Fritz Meffert |
Inhalt: |
Die Hamburger Kommissarin Bettina Breuer hat ihren
V-Mann, den Musiker Jac Garthmann, auf Gut Nepern in der Nähe von
Schwerin eingeschleust. Dort trifft sich seit einigen Jahren eine
illustre Gesellschaft von Autobahnbauern und Investoren. Nach Aussage
eines Informanten läuft bei der Lückenschließung der A
14 "eine riesen Schweinerei, die Menschenleben gefährdet".
Zunächst bestätigt sich der Verdacht nicht. Doch als
Garthmann einige der Damen und Herren auf Wildschweinjagd begleitet,
wird Frau Schmude, eine passionierte Jägerin und Inhaberin einer
örtlichen Altlastenentsorgungfirma, von einer Kugel tödlich
getroffen. Kein Zufall, sondern Mord, wie ein Schweriner Ermittler und
die angereiste Bettina Breuer bald eindeutig wissen. Als Täter
kommen zunächst drei Jäger und der inzwischen spurlos
verschwundene Informant in Frage. Oder ist etwa Madeleine, die auf den
zweiten Blick höchst attrtraktive Küchenchefin, in den Fall
verwickelt? Und worum geht es eigentlich? Um Preisabsprachen beim
Autobahnbau? Um illegale Entsorgung verseuchten Bodens? Um
Spekulationen mit Grund und Boden? Die Honoratioren der Stadt haben
viel zu feiern: Die Autobahn bringt Aufschwung nach Bad Schwarzberg.
Die Investoren für eine Kurklinik erster Kategorie sind
gefunden.
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| Bemerkungen: |
Matthias
Wittekindt greift in seinem neuen Tatort die Geschichte in die reale
Umgebung des Autobahnausbaus der A14. Darin etabliert er einen
(hoffentlich) fiktiven Plot um Spekulation, Altlastenentsorgung und
Mauscheleien. Natürlich darf auch ein Mord nicht fehlen.
Das Ganze fordert die Spielzeit von 55 Minuten schon ordentlich und
kann auch nicht allen Punkten wirklich gerecht werden. Insgesamt wirkt
es thematisch etwas zu überladen. Andererseits schafft es auch
eine breitgefächerte Motivlage, die die Jagd nach dem Täter
interessant und knifflig gestaltet.
Diese Themenvielfalt in einer Radiostunde unterzubringen, das klingt
nach hohem Tempo. Tatsächlich verspricht der vorlauflose Einstieg
in die Geschichte diesbezüglich Einiges. Letztlich steht dem
allerdings die Figur des Jac Garthmann etwas im Weg, die so ruhig
angelegt ist, dass sie jede Hektik aus dem Plot nimmt.
So ist das Gehörte zwar interessant, die umfassende
Spannung, die der Plot aufgrund der Papierform bieten könnte,
kommt aber hier nicht wirklich zu Ohren.
Mit der Auswahl der Sprecher darf man zufrieden sein. Es gelingt nahezu
allen, ihre Charaktere gut und glaubhaft darzustellen. Meine
Schwierigkeiten habe ich noch immer mit der Figur des Jac Garthmann.
Neben der bereits erwähten, für diese Geschichte zu ruhigen
Gangart, wird zudem der Charakter noch immer nicht greifbar.
Trotzdem man die Figur seit nunmehr drei Produktionen kennt, wirkt sie
noch immer nicht ganz in sich stimmig. Sie liegt damit sicherlich zwar
weitab davon, klischeehaft zu wirken, schafft es aber andererseits so
auch nicht, eine gewisse Bindung zum Hörer aufzubauen.
Dabei wären Figuren, die den Hörer direkt ansprechen,
wichtig, allein schon, weil es aufgrund der seltenen Präsenz (nur
1-2 Folgen pro Jahr) der jeweiligen Ermittler, schwierig ist, einen
Kult zu etablieren.
Die Inszenierung von Norbert Schaeffer ist in technischer Hinsicht
nahezu perfekt. Stimmige Kulissen und passende Musikeinsätze,
sorgen für nachvollziehbare Handlungsschauplätze.
Eigentlich bringt diese Produktion alles mit, um einen richtig guten
und spannenden Radiotatort vorzulegen. Leider gelingt es nur bedingt,
denn der Plot bringt deutlich mehr mit, als dass man dafür
in einer knappen Radiostunde ausreichend Raum bieten könnte. Zudem
bedingte es einer temporeicheren Darstellung, die wiederum nicht zum
Stil des NDR-Ermittlerteams, und dabei insbesondere dem der Figur des
Jac Garthmann, entspräche. So bleibt unterm Strich ein solider
Eindruck, mehr leider nicht. |
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