- Finkbeiners Geburtstag |
| |
Autor: |

Hugo Rendler |
| |
Produktion: |
SWR 2010 |
| |
Regie: |
Mark Ginzler |
| |
Musik: |
Ulrich Bassenge |
|
Länge: |
55 Min. |
Mitwirkende: |

Xaver Finkbeiner: Ueli Jäggi

Nina Brändle: Karoline Eichhorn

Vater: Buddy Elias

Schneider (Thomas Thieme), Höppers (Lars Rudolph) und Engist (Christian Koerner)

Polizeipräsident: Walter Renneisen
sowie Birgit Brückner, Christine Davis, Isabelle Demey, Tina
Eberhardt, Lisbeth Felder, Hubertus Gertzen, Benjamin Grüter,
Klaus Gülker, Rebecca Klingenberg, Birgit Koch, Andreas
Müller, Hugo Rendler, Stefan Viering und Oliver
Wnuk
Bilder: SWR/Monika Maier
|
Inhalt: |
Ein Bankräuber, ein eiskalter Killer und ein
spindeldürrer Junkie fliehen gemeinsam aus der JVA
Stuttgart-Stammheim. Um Zeit zu gewinnen, schaltet das LKA die
Abteilung "Operative Fallanalyse" ein. Die Profiler sollen
psychologische Gutachten erstellen. Haben die Flüchtigen einen
Plan? Wenn ja: welchen? Gibt es eventuell einen Zusammenhang mit dem
Taxifahrer Menner, dem sie das Taxi abgenommen haben? Menners
Vorstrafenliste spricht Bände. In Fachkreisen nennt man ihn den
Vorschlaghammermenner. Sein Taxi findet man auf einem
Park-and-Ride-Parkplatz, im Kofferraum Schmuck im Wert von 120.000
Euro. Was im Taxi nicht gefunden wird: eine Schusswaffe. Und der
Vorschlaghammer, mit dem Menner für gewöhnlich arbeitet ...
Hauptkommissarin Nina Brändle flucht, denn ihr Chef hat sich an
seinem Geburtstag freigenommen. Xaver Finkbeiner besucht seinen senilen
Vater, der in einem Lörracher Altersheim Heidegger zitiert –
seitengenau. Währenddessen rasen die Ausbrecher Richtung Schweiz.
Als Brändle die Nachricht einer privaten Überwachungsfirma
erhält, dass ein Lörracher Supermarkt überfallen wurde,
ahnt sie nicht, dass Finkbeiner gerade als Geisel genommen wird.
|
| Bemerkungen: |
Dicht
gepackt ist der erste SWR-Radiotatort des Jahres 2010. Das
erdrückt den Plot schon ziemlich, denn hier geht es - zumindest
für die beschauliche Erzählweise - schon etwas zu turbolent
zu. Die einzelnen Stränge laufen zwar zusammen, die
Verknüpfungen werden aber ein wenig zu unglaubwürdig
konstruiert. Besonders auffällig ist dies beim Aspekt, dass
Finkbeiner der Kommissar war, der einen der flüchtigen
Strafgefangenen verhaftet hat. Dieses Element hat keinen großen
zusätzlichen Effekt für die Geschichte, wirkt aber so
bemüht, dass deutlich mehr stört, denn nützt.
Wie beim Inhalt, gibt es auch bei der Umsetzung Licht und Schatten. Zu
Ersterem gehört das tolle Ensemble. Neben den beiden Protagonisten
Brändle und Finkbeiner, die schon routiniert von Karoline Eichhorn
und Ueli Jäggi verkörpert werden, gibt es auch im restlichen
Cast viel Hörenswertes.
Eine interessante Nebenrolle wird mit Finkbeiners Vater
eingeführt. Buddy Elias leiht dem Heidegger zitierenden
älteren Herrn seine Stimme. Diese Figur hat Potential für
mehr, auch wenn sie in dieser Folge fast schon ein wenig
überstrapaziert wird.
Das schauspielerische Highlight der Reihe bildet das Gaunertrio.
Mit Thomas Thieme, Lars Rudolph und Christian Koerner hat man
hier drei Akteure gefunden, die eine richtig gute Performance anbieten.
Sehr hörenswert ist auch Walter Renneisen als hektisch telefonierender Polizeipräsident.
Die Inszenierung bringt eine gute Krimikulisse, die von Ulrich Bassenge
sehr angenehm untermalt wird. Es gibt allerdings auch sehr
merkwürdige Anflüge, dem Stück etwas Besonderes zu
geben, die doch deutlich unter den Aspekt "Geschmackssache" fallen. Als
Beispiel sei hier die Trennung von Sound und Sprache beim
Supermarktüberfall genannt - mir hätte dort eine realere
Kulisse deutlich besser gefallen.
Von der Papierform war dieser Tatort doch recht vielversprechend.
Allerdings gibt es in der Geschichte, aber auch in der Umsetzung ein
paar Dinge, die mich dann doch etwas gestört, und
Hörspaß etwas reduziert haben. Zum Glück gibt auch
viele positive Aspekte, so dass man - wenn schon keinen Knaller - dann
doch zumindest einen (noch) guten Krimi präsentiert bekommt.
Meine
Wertung: + + +
|
|