radiotatort - Hoffnungsschimmer
  Autor: Erhard Schmied
  Produktion: SR 2010
  Regie: Stefan Dutt
  Musik:  Stefan Scheib
Länge: 54 Min.
Mitwirkende: Bild: SR/Oliver Dietze
André Jung (Michel Paquet) und Marie-Lou Sellem (Kathrin Krämer)

Bild: SR/Oliver Dietze
Stefan Dutt (Regie) und André Jung (Michel Paquet)

Bild: SR/Oliver Dietze
Meike Droste (Meike)

Bild: SR/Oliver Dietze
Felix von Manteuffel (Georges)

sowie Michael Rotschopf, Karin Schroeder, Reiner Furch, Regine Vergeen, Claude de Demo, Katharina Hackhausen und Stefan Dutt

Bilder: SR/Oliver Dietze

Inhalt: Saarlouis brodelt, aus der Umgebung strömen die Menschen zur „Emmes“, einem mehrtägigen Volksfest mit Kirmes, Buden und großem Musik-Feuerwerk. Das Saarlouiser Kommissariat liegt mittendrin, und nicht nur das: Hauptkommissarin Kathrin Krämer und ihr Kollege Michel Paquet ermitteln, weil ein Angestellter der Stadt Saarlouis tot aufgefunden wurde. Er war für die Vergabe der Standplätze auf der „Emmes“ zuständig und kleinen „Geschenken“ nicht abgeneigt, wie Paquet und Krämer herausfinden.

Gleichzeitig kommt Bewegung in den Fall der vermissten Schülerin Julia, die im letzten Jahr während der „Emmes“ verschwunden war.


 Erhard Schmied, Jahrgang 1957, Studium der Psychologie, lebt als freier Autor in Saarbrücken, diverse Stipendien und Preise. Schmied schrieb TV-Drehbücher (u.a. „Tatort“), Theaterstücke, Lyrik, Prosa und Hörspiele, zuletzt der Krimi „Kolibri" (WDR 09). Für den SR schrieb er außerdem die Hörspiele „Heißer Nebel“ (87), „Schöner Wohnen“ (01) sowie den ersten SR-Radiotatort „Gewehr bei Fuß“ (08).


Bemerkungen: Wie schon bei anderen Ermittlerteams zu beobachten, spielt man sich auch im Saarland immer mehr ein. Dazu gibt es in "Hoffnungsschimmer" eine sehr gut funktionierende Kulisse: Das Duo Krämer/Paquet ermittelt auf der "Emmes", dem Volksfest in Saarlouis. Erhard Schmied konstruiert hier einen Fall, der verschiedene Ebenen besitzt, die gut ineinander verknüpft sind - auch wenn die Verbindung zwischen den beiden Morden schon ein wenig viel vom Zufall verlangt. Es gelingt Erhard Schmied aber recht gut, trotz des überschaubaren Figurenkabinetts, zwar nicht die Täter, aber doch die Hintergründe und Motive gut zu verstecken, so dass hier die Lösung auch nicht zu früh erraten werden kann, und dem Krimi vor dem Ende die Luft ausgeht.

Wie schon erwähnt, das Ermittlerteam wirkt nochmals eine Spur eingespielter. Marie-Lou Sellem und André Jung spielen die beiden Kommissare mit einer glaubwürdigen Lockerheit, die den Figuren gut steht. Sehr gut agieren auch Felix von Manteuffel als Georges und Meike Droste als Meike, die allerdings auch beide sehr interessante und prägnante Charaktere darstellen.

Die Umsetzung wird von einem eigens komponierten Score getragen, der weite Teile des Hörspiels untermalt. So sorgt man dafür, dass der Plot in einer umfassenden, stimmigen Kulisse spielt. Die Musik ist auch hier das Stilmittel, das sonstige Hintergründe deutlich verdrängt. Man schafft so eine Konzentration auf die Dialoge und lässt die eigentlich zu erwartende schrille Kirmes-Kulisse, etwas gemäßigter wirken.


Wieder ein ordentlicher Eintrag in die Reihe des Radiotatortes, der hier bereits seine 30. Episode zu Ohren bringt. Gute Krimiunterhaltung, die sich hören lassen kann.

Meine Wertung: + + + +

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