Krieger: Sebastian Hölz
Ingenieur: Raphael Vogt
Miriam Krieger: Ulrike Tscharre
Mädchen: Emilia Trocker
Junge: Leo Burckhardt
Bachmann: Felix Goeser
Mitarbeiterin: Nora Maksoud
Sekretärin: Maria Hartmann
Mark: Ludwig Trepte
Doktorandin: Friederike Kempter
Milberg: Udo Schenk
Hartmann: Rainer Strecker
Polizist: Sven Lehmann
Kellner: Sven Stricker
Bilder: rbb/Hanna Lippmann
Inhalt:
Die
jüngsten
Ermittlungen führen Hauptkommissarin Katharina Holz und
Oberkommissar Alexander Polanski in den hart umkämpften Markt
der
Solarbranche.
Sven Krieger, Inhaber eines Startup-Unternehmens für
Solarenergie,
wird eines Morgens tot an seinem Arbeitsplatz aufgefunden - von einem
Solarmodul erschlagen. Kriegers Firma „Casa Solar“
hält das Patent auf ein innovatives Herstellungsverfahren von
Solarzellen, das in der Branche für Furore sorgt. Der Beginn
der
Serienfertigung stand unmittelbar bevor und versprach enorme
Gewinnerträge. Wer könnte Interesse am Tod von Sven
Krieger
haben? Die Konkurrenz? Oder waren die Gründe doch eher privat?
Wie
sich herausstellt, hatte Krieger ein Verhältnis mit der
Ehefrau
eines Konkurrenten …
Bemerkungen:
Mit "Casa Solar" legt man
nunmehr den dritten Fall des Ermittlerteams des rbb, Holz und Polanski,
vor. Die Geschichte stammt, wie schon die erste Ausgabe, aus der Feder
von Tom Peuckert. Er siedelt den Mord in einem Startup-Unternehmen der
Solar-Branche an und lässt hier seine Protagonisten einigen
Motiven nachspüren. Da gibt es die betrogene Ehefrau, den
Konkurrenten mit der vermutlich nicht konkurrenzfähigen Technik,
und dessen Ehefrau, die ein Techtelmechtel mit dem Opfer unterhielt,
den Mitinhaber der Firma und noch einen dubiosen Rocker, der kurz vor
dem Mord mit dem Opfer gesehen wurde. Das klingt zunächst nach
Überfütterung, Peuckert gelingt es aber, das Ganze so
darzustellen, dass hier kaum der Eindruck ensteht, dass man hier zu
sehr konstruiert.
Es gibt sogar noch Raum, die Protagonisten wieder ein wenig mehr mit
Leben zu füllen. So begeht Hauptkommissarin Holz plötzlich
Frustdiebstähle und wird zudem auch noch erwischt, was einen
kurzen, aber interessanten Nebenschauplatz aufmacht. Auch bei Polanski
läuft es nicht ganz rund, er muss die Trennung von seinem Freund
überwinden. Peuckert findet so eine gute Mischung aus dem
Kriminalfall als Episode und der Betonung des Reihencharakters.
Besonders gespannt war ich, was die Umsetzung hergab, denn mit dieser
war - erstmals im Radiotatort - das bewährte Team um Regisseur
Sven Stricker befasst. Natürlich lässt sich in einer Reihe -
selbst wenn dies erst die dritte Episode ist - nicht der
überdeutliche Stempel hörbar werden, da man sich nun mal an
den Vorgängern orientieren muss. Dennoch hört man schon
Besonderheiten heraus. Das liegt vor allem am der Musik Jan-Peter
Pflugs, der hier sehr stimmige und passende Scores liefert, die diese
Geschichte sehr gut untermalen. Insbesondere die Wechsel zwischen der
eher unnahbaren Firmenatmosphäre und den privateren Bereichen, ist
gut dargestellt.
Bei den Sprechern gelingt es Eva Kryll und Alexander Khuon wieder ein
Stückchen mehr, die beiden Protagonisten dem Hörer näher
zu bringen. Auch wenn hier die geringe Frequenz - der rbb-Radiotatort
gibt es nur einmal pro Jahr - dies nicht gerade zu einer einfachen
Aufgabe werden lässt. Das Ensemble dahinter hat mir insbesondere
aufgrund des geringen Anteils an Klischees gut gefallen. Die Figuren -
vom Rocker bis zum gehörnten Ehemann - böten sich zwar
für Standards an, es hält den Fall aber origineller, dass man
diesen Weg nicht gegangen ist.
Die Radiotatorte des rbb sind immer besonders, weil man eingefahrene
Gleise nur nutzt, wo sie unumgänglich sind. Der stete Wechsel des
Produktionsteams bringt immer etwas frischen Wind in die Geschichten.
"Casa Solar" überzeugt mit einem interessanten Kriminalfall, einer
ausreichenden Betonung des Reihenrahmens und vor allem durch eine sehr
gute Umsetzung.