radiotatort
Casa Solar
  Autor: Tom Peuckert
Bild: WDR/rbb/Hanna Lippmann
  Produktion: rbb 2010
  Regie: Sven Stricker
Bild: WDR/rbb/Hanna Lippmann
  Musik:  Jan-Peter Pflug
Länge: 52 Min.
Hörprobe:

Mitwirkende: Hauptkommissarin Katharina Holz: Eva Kryll
Bild: WDR/rbb/Hanna Lippmann

Oberkommissar Alexander Polanski: Alexander Khuon
Bild: WDR/rbb/Hanna Lippmann

Krieger: Sebastian Hölz
Ingenieur: Raphael Vogt
Miriam Krieger: Ulrike Tscharre
Bild: WDR/rbb/Hanna Lippmann

Mädchen: Emilia Trocker
Bild: WDR/rbb/Hanna Lippmann

Junge: Leo Burckhardt
Bachmann: Felix Goeser
Mitarbeiterin: Nora Maksoud
Sekretärin: Maria Hartmann
Mark: Ludwig Trepte
Doktorandin: Friederike Kempter
Bild: WDR/rbb/Hanna Lippmann

Milberg: Udo Schenk
Bild: WDR/rbb/Hanna Lippmann

Hartmann: Rainer Strecker
Bild: WDR/rbb/Hanna Lippmann

Polizist: Sven Lehmann
Kellner: Sven Stricker


Bilder: rbb/Hanna Lippmann
 
Inhalt: Die jüngsten Ermittlungen führen Hauptkommissarin Katharina Holz und Oberkommissar Alexander Polanski in den hart umkämpften Markt der Solarbranche.

Sven Krieger, Inhaber eines Startup-Unternehmens für Solarenergie, wird eines Morgens tot an seinem Arbeitsplatz aufgefunden - von einem Solarmodul erschlagen. Kriegers Firma „Casa Solar“ hält das Patent auf ein innovatives Herstellungsverfahren von Solarzellen, das in der Branche für Furore sorgt. Der Beginn der Serienfertigung stand unmittelbar bevor und versprach enorme Gewinnerträge. Wer könnte Interesse am Tod von Sven Krieger haben? Die Konkurrenz? Oder waren die Gründe doch eher privat? Wie sich herausstellt, hatte Krieger ein Verhältnis mit der Ehefrau eines Konkurrenten …


Bemerkungen: Mit "Casa Solar" legt man nunmehr den dritten Fall des Ermittlerteams des rbb, Holz und Polanski, vor. Die Geschichte stammt, wie schon die erste Ausgabe, aus der Feder von Tom Peuckert. Er siedelt den Mord in einem Startup-Unternehmen der Solar-Branche an und lässt hier seine Protagonisten einigen Motiven nachspüren. Da gibt es die betrogene Ehefrau, den Konkurrenten mit der vermutlich nicht konkurrenzfähigen Technik, und dessen Ehefrau, die ein Techtelmechtel mit dem Opfer unterhielt, den Mitinhaber der Firma und noch einen dubiosen Rocker, der kurz vor dem Mord mit dem Opfer gesehen wurde. Das klingt zunächst nach Überfütterung, Peuckert gelingt es aber, das Ganze so darzustellen, dass hier kaum der Eindruck ensteht, dass man hier zu sehr konstruiert.

Es gibt sogar noch Raum, die Protagonisten wieder ein wenig mehr mit Leben zu füllen. So begeht Hauptkommissarin Holz plötzlich Frustdiebstähle und wird zudem auch noch erwischt, was einen kurzen, aber interessanten Nebenschauplatz aufmacht. Auch bei Polanski läuft es nicht ganz rund, er muss die Trennung von seinem Freund überwinden. Peuckert findet so eine gute Mischung aus dem Kriminalfall als Episode und der Betonung des Reihencharakters.

Besonders gespannt war ich, was die Umsetzung hergab, denn mit dieser war - erstmals im Radiotatort - das bewährte Team um Regisseur Sven Stricker befasst. Natürlich lässt sich in einer Reihe - selbst wenn dies erst die dritte Episode ist - nicht der überdeutliche Stempel hörbar werden, da man sich nun mal an den Vorgängern orientieren muss. Dennoch hört man schon Besonderheiten heraus. Das liegt vor allem am der Musik Jan-Peter Pflugs, der hier sehr stimmige und passende Scores liefert, die diese Geschichte sehr gut untermalen. Insbesondere die Wechsel zwischen der eher unnahbaren Firmenatmosphäre und den privateren Bereichen, ist gut dargestellt.

Bei den Sprechern gelingt es Eva Kryll und Alexander Khuon wieder ein Stückchen mehr, die beiden Protagonisten dem Hörer näher zu bringen. Auch wenn hier die geringe Frequenz - der rbb-Radiotatort gibt es nur einmal pro Jahr - dies nicht gerade zu einer einfachen Aufgabe werden lässt. Das Ensemble dahinter hat mir insbesondere aufgrund des geringen Anteils an Klischees gut gefallen. Die Figuren - vom Rocker bis zum gehörnten Ehemann - böten sich zwar für Standards an, es hält den Fall aber origineller, dass man diesen Weg nicht gegangen ist.

Die Radiotatorte des rbb sind immer besonders, weil man eingefahrene Gleise nur nutzt, wo sie unumgänglich sind. Der stete Wechsel des Produktionsteams bringt immer etwas frischen Wind in die Geschichten. "Casa Solar" überzeugt mit einem interessanten Kriminalfall, einer ausreichenden Betonung des Reihenrahmens und vor allem durch eine sehr gute Umsetzung.


Meine Wertung: + + + +
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