radiotatort - Warlords
  Autor: Thomas Koch
  Produktion: WDR 2010
  Regie: Claudia Johanna Leist
  Musik:  Rainer Quade
Länge: 47 Min.
Trailer:

Mitwirkende:

Nadir: Mark Waschke
Leonore: Tanja Schleiff
Lenz: Matthias Leja
Suttner: Rudolf Kowalski
sowie
Albert Kitzl, Filip Peeters u. a.

Bild: WDR/S. Anneck
Außenaufnahmen auf der Kölner Domplatte mit v.l.n.r. Benedikt Bitzenhofer (Ton) , Mark Waschke als Nadir, Albert Kitzl als Arthur Kowallek und Claudia Johanna Leist ( Regie)

Bild: SWR/WDR/Anneck

Inhalt: Der Wagen von Nadir Taraki explodiert auf dem Parkplatz des Polizeipräsidiums. Nadirs Kollegin Leonore wird dabei schwer verletzt. Die Spur führt nach Belgien zu dem polnischen Gangsterboss Arthur Kowallek, dessen Imperium durch Nadirs Undercovereinsatz einen schweren Schlag hinnehmen musste. Nadir und sein Kollege Lenz sind in Brüssel auf die Amtshilfe eines belgischen Kollegen angewiesen. Kowallek gehört offenbar zu einem kriminellen Netzwerk, das mit korrupten EU-Beamten zusammen arbeitet. Aber Nadir gewinnt immer mehr den Eindruck, dass der belgische Apparat ihn von Kowallek fernhält. Wie weit reichen die Verbindungen des Gangsterbosses in Politik und Polizei? Wem kann Nadir bei seiner Jagd auf Kowallek noch trauen?

Thomas Koch ist Autor, Journalist und Radiomoderator für den WDR. Für seine Arbeiten als Fernsehautor („Ritas Welt“, „Nikola“, „Der Lehrer“) wurde er mit dem Grimmepreis und zwei Deutschen Fernsehpreisen ausgezeichnet. Seit 2009 arbeitet er auch als Hörspielautor. Thomas Koch lebt in Dortmund.


Bemerkungen: Alle Ermittlerteams der verschiedenen produzierenden Sender bekommen immer mehr Charakter, sie werden immer mehr geprägt und für den Hörer "rund". Auch Nadir Taraki und seine Umgebung bekommen immer mehr Farbe. Diesmal hat Thomas Koch das Script geliefert, dem es zumindest gelingt, die Geschichte um Nadir und Sima gut weiterzuerzählen. Allerdings überzeugt der Plot nur bedingt. Zwar erzählt Koch eine gute Geschichte mit tiefgreifenden Verwicklungen und entsprechenden Wendungen, es fehlt allerdings der letzte Biss.
Es liegt vielleicht daran, dass hier dem WDR-Radiotatort ein Fernsehtatortklischee übergestülpt wird - hier erinnert vieles an Schimanski. Von der chaotisch, anarchischen Hauptfigur, über den biederen Kollegen bis zum stets mahnenden Chef ist das Figurenkabinett doch sehr stark ähnlich gefärbt. Daraus ergibt sich auch eine entsprechende Art der Ermittlungsarbeit in einem Fall, der mit den Standardthemen Prostiution, organisierte Kriminalität und Unterwanderung der Polizei insoweit auch nur bedingt frisch wirkt. Hier sollte man doch künftig mehr ein Auge auf eine eigenständigere Fortentwicklung haben.

In der Darstellung kann man mit einer sehr lebendingen und agilen Erzählweise aufwarten. Es gelingt das jeweilige Tempo der Geschichte gut zu transportieren. Das Ensemble agiert gut, wenngleich mich Mark Waschke auch in seinem zweiten Auftritt als Nadir noch nicht restlos überzeugt. Was aber auch daran liegen mag, dass die Rolle hier auch etwas weniger an der bisherigen Prägung angelehnt ist, als es der Fortentwicklung gut täte.

Der fünfte Radiotatort des WDR hat mich nicht vom Hocker reissen können. Man bekommt zwar eine ordentliche Krimigeschichte härterer Gangart geboten, allerdings mangelt es ein wenig an der Originalität. Das ging beim WDR schon wesentlich besser.

Meine Wertung: + +
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