Nadir: Mark Waschke
Leonore: Tanja Schleiff
Lenz: Matthias Leja
Suttner: Rudolf Kowalski
sowie
Albert Kitzl, Filip Peeters u. a.
Außenaufnahmen auf der Kölner Domplatte mit v.l.n.r.
Benedikt Bitzenhofer (Ton) , Mark Waschke als Nadir, Albert Kitzl als
Arthur Kowallek und Claudia Johanna Leist ( Regie)
Bild: SWR/WDR/Anneck
Inhalt:
Der
Wagen von Nadir Taraki explodiert auf dem Parkplatz des
Polizeipräsidiums. Nadirs Kollegin Leonore wird dabei schwer
verletzt. Die Spur führt nach Belgien zu dem polnischen
Gangsterboss Arthur Kowallek, dessen Imperium durch Nadirs
Undercovereinsatz einen schweren Schlag hinnehmen musste. Nadir und
sein Kollege Lenz sind in Brüssel auf die Amtshilfe eines
belgischen Kollegen angewiesen. Kowallek gehört offenbar zu
einem
kriminellen Netzwerk, das mit korrupten EU-Beamten zusammen arbeitet.
Aber Nadir gewinnt immer mehr den Eindruck, dass der belgische Apparat
ihn von Kowallek fernhält. Wie weit reichen die Verbindungen
des
Gangsterbosses in Politik und Polizei? Wem kann Nadir bei seiner Jagd
auf Kowallek noch trauen?
Thomas Koch ist Autor, Journalist und Radiomoderator für den
WDR.
Für seine Arbeiten als Fernsehautor („Ritas
Welt“,
„Nikola“, „Der Lehrer“) wurde
er mit dem
Grimmepreis und zwei Deutschen Fernsehpreisen ausgezeichnet. Seit 2009
arbeitet er auch als Hörspielautor. Thomas Koch lebt in
Dortmund.
Bemerkungen:
Alle Ermittlerteams der
verschiedenen produzierenden Sender bekommen immer mehr Charakter, sie
werden immer mehr geprägt und für den Hörer "rund".
Auch Nadir Taraki und seine Umgebung bekommen immer mehr Farbe.
Diesmal hat Thomas Koch das Script geliefert, dem es zumindest gelingt,
die Geschichte um Nadir und Sima gut weiterzuerzählen. Allerdings
überzeugt der Plot nur bedingt. Zwar erzählt Koch eine gute
Geschichte mit tiefgreifenden Verwicklungen und entsprechenden
Wendungen, es fehlt allerdings der letzte Biss.
Es liegt vielleicht daran, dass hier dem WDR-Radiotatort ein
Fernsehtatortklischee übergestülpt wird - hier erinnert
vieles an Schimanski. Von der chaotisch, anarchischen Hauptfigur,
über den biederen Kollegen bis zum stets mahnenden Chef ist das
Figurenkabinett doch sehr stark ähnlich gefärbt. Daraus
ergibt sich auch eine entsprechende Art der Ermittlungsarbeit in einem
Fall, der mit den Standardthemen Prostiution, organisierte
Kriminalität und Unterwanderung der Polizei insoweit auch nur
bedingt frisch wirkt. Hier sollte man doch künftig mehr ein Auge
auf eine eigenständigere Fortentwicklung haben.
In der Darstellung kann man mit einer sehr lebendingen und agilen
Erzählweise aufwarten. Es gelingt das jeweilige Tempo der
Geschichte gut zu transportieren. Das Ensemble agiert gut, wenngleich
mich Mark Waschke auch in seinem zweiten Auftritt als Nadir noch nicht
restlos überzeugt. Was aber auch daran liegen mag, dass die Rolle
hier auch etwas weniger an der bisherigen Prägung angelehnt ist,
als es der Fortentwicklung gut täte.
Der fünfte Radiotatort des WDR hat mich nicht vom Hocker reissen
können. Man bekommt zwar eine ordentliche Krimigeschichte
härterer Gangart geboten, allerdings mangelt es ein wenig an der
Originalität. Das ging beim WDR schon wesentlich besser.