Jost Fischer: Hilmar Eichhorn
Annika de Beer: Bianca Nele Rosetz
Arne Listewnik: Hendrik Duryn
Blümchen: Marie Gruber
Frauke Wenger: Dörte Lyssewski
Frithjof Krömer-Holtz: Walter Renneisen
Prof. Kistner: Dieter Wien
Hübner: Ernst Jacobi
Johanna Schild: Ulrike Krumbiegel
Stephan: Peter Ambros
Zuzana: Janina Brankatschk
Chorleiter: Peter Groeger
Trainer: Thilo Reffert
sowie Georg Schwank
Regisseur Götz Fritsch und Nele Rositz als Annika de Beer
Hilmar Eichhorn als Jost Fischer und Dörte Lyssewski als
Frauke Wenger
Peter Groeger als Chorleiter
Bilder: MDR/Marco Prosch
Inhalt:
Die
„Martin
Luther“ liegt in Magdeburg am Petriförder. Einer der
Kreuzfahrt-Passagiere - Vize-Chef einer Abteilung der Bonner
„Bundesopiumstelle“, die eine Art Betriebsausflug
vom Rhein
an die Elbe bringt - wurde von einer Kollegin als vermisst gemeldet.
Wenig später taucht er am Elbkilometer 206 wieder auf:
offensichtlich ertrunken. Für Frau Dr. Wenger
bestätigt sich
ein schlimmer Verdacht: der zweite Selbstmord innerhalb von acht
Wochen! Die bevorstehende Auflösung ihrer Abteilung setzt den
Wissenschaftlern und Beamten mehr als erwartet zu - weshalb sie das
Gesundheitsministerium für eine Woche proaktiver Erholung auf
Reisen geschickt hat. Und wenn es kein Selbstmord war? Doch bevor die
Spurensicherung eingetroffen ist, legt die „Martin
Luther“
schon ab. Die Unterbrechung der Kreuzfahrt hätte den Reeder in
ernsthafte Schwierigkeiten gebracht. Hat Hauptkommissar Fischer deshalb
entschieden, in diesem Fall von Hand zu ermitteln -
„unplugged“, wie er es seiner Kollegin de Beer
gegenüber nennt? Vier Stunden Zeit bleiben ihnen bis
Tangermünde, wo entweder der Täter oder er, Fischer,
zur
Verantwortung gezogen wird. Vier Stunden, in denen auch noch ein
Crash-Kurs „illegale Drogen“ zu absolvieren ist.
Was
beispielsweise ist „Engelsstaub“?
Thilo Reffert, geboren 1970 in Magdeburg. Studierte zunächst
mehrere Semester Medizin. Später Arbeit in einer freien
Theatergruppe, Studium der Theaterwissenschaften und der Neueren
deutschen Literatur, Arbeit als Dramaturg und Theaterpädagoge.
Seit 2000 lebt Thilo Reffert als Autor am Rande Berlins. Sechs
Theaterstücke, u.a. „Anke Henke. Diskrete
Firmenberatung“, „Das Riesending von
Pringewitz“ und
„Evariste Galois“. 2002 mit „Hellas
Sonntag“
(MDR) fürs Hörspiel entdeckt. Weitere
Hörspiele:
„Zett“ (WDR 2004), „Tom und die
anderen“ (WDR
2005), „Queen Mary III“ (MDR 2007), „Nach
dem Spiel
ist vor dem Spiel. Tom Felskis erster Fall“ (WDR 2008),
„Parents unplugged“ (RBB 2009),
„Schlusslicht. ARD
Radio Tatort“ (2009). Für „Die Sicherheit
einer
geschlossenen Fahrgastzelle“ (MDR 2009) wurde er mit dem
„Hörspielpreis der Kriegsblinden“
ausgezeichnet.
Bemerkungen:
Mit "Engelsstaub" legt
der
mdr eine solide Ausgabe des Radiotatorts vor. Eine originelle Kulisse,
denn in Magdeburg eine glaubhaften maritimen Hintergrund zu nutzen, ist
schon
ungewöhnlich. Dennoch funktioniert dies ganz gut, zumal es damit
gelingt, den Fall gut auf einen überschaubaren Täterkreis zu
reduzieren.
Dieser ist immer noch groß genug, dass man die Tat nicht sofort
durchschaut, allerdings hat dieser Aspekt schon ein kleines
Glaubwürdigkeitsproblem. Nicht nur Jost Fischers Kollegen finden es
merkwürdig, dass er ohne sonst übliche Ermittlungshelfer den
Fall auf eigene Faust lösen will, auch den Hörer
dürfte das nicht ganz überzeugen.
Sieht man davon ab, ist der Fall interessant genug, um für eine
Radiostunde guter Krimiunterhaltung zu sorgen. Man bietet eine breite
Motivlage und eine große, aber dennoch fassbare Menge an
Verdächtigen.
Auch das mdr-Ermittlerduo spielt sich immer mehr ein. Die Charaktere
setzen sich so langsam und ergeben greifbare Figuren, wenngleich Jost
Fischer hier schon etwas unter dem o. a. Glaubwürdigkeitsproblem
leidet.
Ein solider Radiotatort in einer ansprechenden Kulisse. Es ist kein
Highlight der Serie, aber zumindest gute und hörbare Krimikost.