radiotatort - Engelsstaub
  Autor: Thilo Reffert
  Produktion: mdr 2010
  Regie: Götz Fritsch
  Musik:  Hermann Anders
Länge: 54 Min.
Hörprobe:

Mitwirkende:

Jost Fischer: Hilmar Eichhorn
Annika de Beer: Bianca Nele Rosetz
Arne Listewnik: Hendrik Duryn
Blümchen: Marie Gruber
Frauke Wenger: Dörte Lyssewski
Frithjof Krömer-Holtz: Walter Renneisen
Prof. Kistner: Dieter Wien
Hübner: Ernst Jacobi
Johanna Schild: Ulrike Krumbiegel
Stephan: Peter Ambros
Zuzana: Janina Brankatschk
Chorleiter: Peter Groeger
Trainer: Thilo Reffert
sowie Georg Schwank

Bild: MDR/Marco Prosch
Regisseur Götz Fritsch und Nele Rositz als Annika de Beer

Bild: MDR/Marco Prosch
Hilmar Eichhorn als Jost Fischer und Dörte Lyssewski als Frauke Wenger

Bild: MDR/Marco Prosch
Peter Groeger als Chorleiter

Bilder: MDR/Marco Prosch


Inhalt: Die „Martin Luther“ liegt in Magdeburg am Petriförder. Einer der Kreuzfahrt-Passagiere - Vize-Chef einer Abteilung der Bonner „Bundesopiumstelle“, die eine Art Betriebsausflug vom Rhein an die Elbe bringt - wurde von einer Kollegin als vermisst gemeldet. Wenig später taucht er am Elbkilometer 206 wieder auf: offensichtlich ertrunken. Für Frau Dr. Wenger bestätigt sich ein schlimmer Verdacht: der zweite Selbstmord innerhalb von acht Wochen! Die bevorstehende Auflösung ihrer Abteilung setzt den Wissenschaftlern und Beamten mehr als erwartet zu - weshalb sie das Gesundheitsministerium für eine Woche proaktiver Erholung auf Reisen geschickt hat. Und wenn es kein Selbstmord war? Doch bevor die Spurensicherung eingetroffen ist, legt die „Martin Luther“ schon ab. Die Unterbrechung der Kreuzfahrt hätte den Reeder in ernsthafte Schwierigkeiten gebracht. Hat Hauptkommissar Fischer deshalb entschieden, in diesem Fall von Hand zu ermitteln - „unplugged“, wie er es seiner Kollegin de Beer gegenüber nennt? Vier Stunden Zeit bleiben ihnen bis Tangermünde, wo entweder der Täter oder er, Fischer, zur Verantwortung gezogen wird. Vier Stunden, in denen auch noch ein Crash-Kurs „illegale Drogen“ zu absolvieren ist. Was beispielsweise ist „Engelsstaub“?


Thilo Reffert, geboren 1970 in Magdeburg. Studierte zunächst mehrere Semester Medizin. Später Arbeit in einer freien Theatergruppe, Studium der Theaterwissenschaften und der Neueren deutschen Literatur, Arbeit als Dramaturg und Theaterpädagoge. Seit 2000 lebt Thilo Reffert als Autor am Rande Berlins. Sechs Theaterstücke, u.a. „Anke Henke. Diskrete Firmenberatung“, „Das Riesending von Pringewitz“ und „Evariste Galois“. 2002 mit „Hellas Sonntag“ (MDR) fürs Hörspiel entdeckt. Weitere Hörspiele: „Zett“ (WDR 2004), „Tom und die anderen“ (WDR 2005), „Queen Mary III“ (MDR 2007), „Nach dem Spiel ist vor dem Spiel. Tom Felskis erster Fall“ (WDR 2008), „Parents unplugged“ (RBB 2009), „Schlusslicht. ARD Radio Tatort“ (2009). Für „Die Sicherheit einer geschlossenen Fahrgastzelle“ (MDR 2009) wurde er mit dem „Hörspielpreis der Kriegsblinden“ ausgezeichnet.


Bemerkungen: Mit "Engelsstaub" legt der mdr eine solide Ausgabe des Radiotatorts vor. Eine originelle Kulisse, denn in Magdeburg eine glaubhaften maritimen Hintergrund zu nutzen, ist schon ungewöhnlich. Dennoch funktioniert dies ganz gut, zumal es damit gelingt, den Fall gut auf einen überschaubaren Täterkreis zu reduzieren.

Dieser ist immer noch groß genug, dass man die Tat nicht sofort durchschaut, allerdings hat dieser Aspekt schon ein kleines Glaubwürdigkeitsproblem. Nicht nur Jost Fischers Kollegen finden es merkwürdig, dass er ohne sonst übliche Ermittlungshelfer den Fall auf eigene Faust lösen will, auch den Hörer dürfte das nicht ganz überzeugen.

Sieht man davon ab, ist der Fall interessant genug, um für eine Radiostunde guter Krimiunterhaltung zu sorgen. Man bietet eine breite Motivlage und eine große, aber dennoch fassbare Menge an Verdächtigen.

Auch das mdr-Ermittlerduo spielt sich immer mehr ein. Die Charaktere setzen sich so langsam und ergeben greifbare Figuren, wenngleich Jost Fischer hier schon etwas unter dem o. a. Glaubwürdigkeitsproblem leidet.


Ein solider Radiotatort in einer ansprechenden Kulisse. Es ist kein Highlight der Serie, aber zumindest gute und hörbare Krimikost.

Meine Wertung: + + +
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