radiotatort - Gute Besserung
  Autor: Erhard Schmied
  Produktion: SR 2011
  Regie: Stefan Dutt
  Musik:  Stefan Scheib
Länge: 55 Min.

Mitwirkende:

© SR/Oliver Dietze
Marie-Lou Sellem und André Jung sprechen die Kommissare Kathrin Krämer und Michael Paquet.

Lena: Valery Tscheplanowa
Jörg Uhl: Till Kretzschmar
Antonia Uhl: Conny Wolter
Berwang: Max Ruhbaum
Jens: Stefan Roschy
Legrande: Frédéric Simon
© SR/Oliver Dietze

François: Steve Karier
Kundin: Anke Schubert

Fotos: SR/Oliver Dietze

Inhalt:

Die beiden saarländischen Kommissare Paquet und Krämer sehen sich mit einem Fall konfrontiert, der ins kriminelle Netzwerk der Pharmaindustrie zu führen scheint. Tobias Uhl, Chef einer Online-Apotheke mit Sitz in Saarlouis, ist erschlagen worden. Uhl war kein unbeschriebenes Blatt. So macht einer seiner Kunden ihn verantwortlich für den Tod des Vaters, da Uhl in seiner Online-Apotheke gefälschte, unwirksame Medikamente vertrieben haben soll. Schnell stellt sich heraus, dass Uhl intensive Geschäftsbeziehungen zum Arzneimittelhändler Legrand im französischen Nancy unterhielt. Eine Dienstfahrt nach Nancy bringt Paquet und Krämer auf eine heiße Spur - und in derselben Nacht geht Legrands Lager in Flammen auf. Welche Verbindung besteht zwischen den beiden Fällen?
Bemerkungen: Erhard Schmied verteilt in diesem Radiotatort viele mögliche Motive auf wenige Figuren. Nahezu jede Person könnte hier als Täter in Frage kommen, die Vielzahl der Verknüpfungen ließe das zu. Das würde eigentlich den Plot stark überlasten, aber es gelingt dennoch das Ganze recht glaubwürdig zu verkaufen.

Zuviel wirkt eher, dass man auch noch passenderweise eine Krankengeschichte von Kommissarin Krämer einbindet, die den Rahmen dieses Falles füllt und dem Ganzen eine gewisse - immerhin authentische - Schwermut gibt. Es hat allerdings auch den Vorteil, dass die beiden Hauptfiguren nochmals etwas greifbarer werden.

Als "Regionalisierungselement" gibt es das im Radiotatort gerne genutzte Stilmittel der kleinen, dialektgefärbten Nebenrolle. Dazu thematisiert man aber die Nähe zu Frankreich, was dann insgesamt dann auch ausreicht, um der Produktion den saarländischen Stempel aufzudrücken.

Die Inszenierung ist sehr dezent. Die Schauspieler agieren allesamt sehr zurückhaltend, was kein Makel ist, da die Figuren allesamt etwas Trauriges in sich tragen - auch diejenigen, die hier eigentlich richtig wütend sind, sind in dieser Art Resignation durchaus glaubwürdig.

Auch sonstige Gestaltung fällt sehr ruhig aus. Die angenehm zurückhaltende Musik, die das Stück prägt, ohne sich in den Vordergrund zu drängen, ist insofern sehr gut gewählt.


"Gute Besserung" ist ein ordentlicher Eintrag in die Reihe des Radiotatorts. Der Fall wird geprägt von einer sehr ruhigen Inszenierung, die einen soliden Fall ohne Effekthascherei erzählt - Hörenswert!


Meine Wertung: + + +
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