Xaver Finkbeiner: Ueli Jäggi
Nina Brändle: Karoline Eichhorn
Sara Bellamonte: Stephanie Kellner
LaMotte: Wolfgang Pregler
Wendelin Krieg: Gerhard Fehn
Fleur Krieg: Franziska Beyer
Jaromir: Jens Wawrczeck
Hörfunkdirektor: Bernhard Hermann
sowie: Eva Behrmann, Tobias Graupner, Gertraud Heise, Peter Kaizar,
Bernhard Leute, Sebastian Mirow, Bodo Primus und Andreas Helgi Schmid
Es singt das SWR-Vokalensemble Stuttgart, Kirsten Drope, Rüdiger Linn, Philipp Niederberger und Ute Wille
Stephanie Kellner, Ueli Jaegg und Karoline Eichhorn; Bild: SWR/Mathis Aubert
Stephanie Kellner, Jens Wawrczeck und Regisseur Mark Ginzler; Bild: SWR/Peter A. Schmidt
Inhalt:
Wurstfabrikant Wendelin Krieg wird als Sponsor auf der
Pressekonferenz der „Blutoper“ begrüßt. Mit ihm
auch Sarah Bellamonte, die Hauptdarstellerin. Als sie einen Handyanruf
bekommt, verlässt sie wütend den Saal. Im Raum sitzen neben
Sicherheitskräften zwei verdeckte Ermittler, weil es anonyme
Morddrohungen gegen die Star-Sopranistin gab. Gegen Abend wird im
Kaiserdom zu Speyer eine blutüberströmte Frauenleiche
gefunden. Hat jemand versucht die „Blutoper“ live zu
inszenieren? Hauptkommissarin Anke Held von der Kripo Ludwigshafen
ermittelt.
Christine Lehmann, geboren 1958 in Genf, lebt als Autorin und
Nachrichtenredakteurin in Stuttgart. Sie schrieb zahlreiche Romane,
Sachbücher und Essays. Lehmanns Bücher standen mehrmals auf
der KrimiWelt-Bestenliste. „Blutoper“ ist ihr dritter Radio
Tatort für den SWR.
Bemerkungen:
Der SWR-Tatort ist ja -
nicht nur aufgrund der verwandten Sprache - einer der mit der Region am
stärksten verbundenen Ausgaben dieser Reihe. Es gelingt hier auch
immer spezielle Örtlich- oder Begebenheiten einzubinden, die dem
jeweiligen Fall einen recht reellen Touch geben.
Bei "Blutoper" nutzt man die "Schwetzinger Festspiele", eine
traditionelle Veranstaltungsreihe, bei der der SWR auch als
Veranstalter fungiert. In diesem Kulturmilieu legt man die Geschichte
um Operdiven, gekränkte Eitelkeiten und Mord und Totschlag an.
"Blutoper" kommt mit viel Humor und Augenzwinkern daher, was einen
interessanten Kontrast zum doch eher ernsten Krimiplot bildet. Die
Kluft ist allerdings recht groß, so dass die Glaubwürdigkeit
der Geschichte ein wenig auf der Strecke bleibt.
Man gibt sich alle Mühe, das Hörspiel originell und
unterhaltsam zu erzählen. Auffälligstes, wenngleich auch
befremdlichstes Merkmal ist der Einsatz der singenden
Erzählstimmen des Vokalensembles Stuttgart. Das gibt dem Ganzen
sogar einen fast albernen Anstrich und unterstreicht den humorigen
Aspekt dieser Produktion. Auf der ernsteren Seite stehen die
Verbrechen, eine Entführung und zwei Todesfälle, bei denen
der etwas verstörte Bühnenarbeiter Jaromir zumindest die
Hände im Spiel hat. Dieser wird von Jens Wawrczeck gespielt, der
nun mal leider diese Schublade im Radiohörspiel bewohnt; Leider,
weil man bei seinem großen Können auch gerne und öfter
in anderen Rollen hören würde.
Neben dem schon gut eingespielten Duo Jäggi / Eichhorn sind unter
anderem auch noch Stephanie Keller und Gerhard Fehn zu hören. Auch
deren Charaktere strotzen vor Klischee, das die beiden Schauspieler
aber sehr unterhaltenswert ausfüllen.
Insgesamt ist "Blutoper" deutlich weniger dramatisch, als es der Titel
vermuten lässt. Im Gegenteil, hier geht es schon mit
ungewöhnlich viel Humor zur Sache. Der ernste Krimiplot will dazu
irgendwie so gar nicht passen und so verliert sich diese Produktion
etwas zwischen den beiden Extremen. Hier sollte man künftig etwas
mehr Wert auf Stimmigkeit legen. Aber immerhin gelingt es dem SWR,
einen etwas anderen Radiotatort zu erzählen.