Hauptkommissarin
Katharina Holz: Eva Kryll; Bild: rbb/Oliver Ziebe
Oberkommissar Alexander Polanski: Alexander Khuon; Bild: rbb/Oliver Ziebe
Polizist: Hendrik Arnst
Bauunternehmer Reimann: Bernd Stegemann
Strohmann Kästner: Horst Lebinsky
Hausbesetzer Bernd Weber: Bernhardt Schütz
dessen Freundin Marlene Langner: Swetlana Schönfeld
Mitbewohner Reiner Schwarz: Lars Rudolph
Reimanns Haushälterin Martha Stelzer: Monika Lennartz
Staatsschauspieler Fred Landowsky: Dieter Mann
Polanskis Freund Mark: Ludwig Trepte
Ludwig Trepte; Bild: SWR/rbb/Oliver Ziebe
Kinoangestellte Wanda Müller: Winnie Böwe
Christina Berg: Eva-Maria Kurz
Karl Dreier: Steffen Scheumann
In seinem Büro
in luftiger Höhe am Potsdamer Platz schmiedet Bauunternehmer
Siegmar Reimann Pläne. Er will Häuser in der Mainzer
Straße im alternativen Stadtbezirk Kreuzberg luxussanieren und
teuer verkaufen. Ein lukratives und aussichtsreiches Geschäft,
seit auch in Berlin die Immobilienpreise steigen. Die meisten
Häuser der Mainzer Straße gehören Reimann bereits, der
Kinderladen, das kleine Café und der türkische
Gemüsehändler sind bereits vertrieben. Die Subunternehmen
warten auf den Baubeginn. Doch ein Haus mittendrin, die Nummer 13, die
letzte Kommune in der Straße, weigert sich hartnäckig zu
verkaufen. Als eines Nachts Reimanns Mercedes ausbrennt und im
Kofferraum eine bis zur Unkenntlichkeit verkohlte Leiche gefunden wird,
fällt der Verdacht auf die Bewohner der Nummer 13. Haben sie
ihren Kampf gegen den drohenden Ausverkauf mit einem Mord bezahlt?
Bemerkungen:
Wolfgang Zander nimmt sich eines urbanen Problems an, das es zwar
vielerorts gibt, bei dem man in Deutschland aber gleich an Berlin
denkt: Das Umkrempeln eines preisgünstigen, aber hippen
Stadtviertels in ein noch hipperes, aber gleichwohl teureres Pflaster.
Dieser Prozess wird hier heruntergebrochen auf den Bauunternehmer
Reimann, der quasi die personalisierte Gentrifizierung ist. Autor
Wolfgang Zander nutzt dieses und andere Klischees, um nicht nur die
Problematik zu schildern, er bindet sie zudem auch - wir sind ja
letztendlich in einem Radiotatort - recht gut in das Krimikonstrukt
ein. Das wirkt zunächst ob der Schwarz-Weiß-Malerei ein
wenig uninspiriert, es hilft aber auch, den Hörer ein wenig
einzulullen, um ihn letztlich mit einer originellen Lösung zu
überraschen.
Der Fall lässt etwas weniger Raum für den Rahmen um die
Ermittler Holz und Polanski. Die Figuren sind eher funktionell
angelegt, was die Geschichte vielleicht etwas austauschbarer macht. Das
dürfte diejenigen zwar nicht stören, die einfach einen guten
Krimi hören wollen, wer etwas mehr Wert auf den Serienaspekt im
Radiotatort legt, bekommt diesmal etwas weniger geboten.
Die Umsetzung obliegt diesmal Wolfgang Rindfleisch, der diesen Fall
recht schnörkellos erzählt. Man bietet hier eine einfache,
aber letztlich makellose Inszenierung, die den Anforderungen der
Geschichte und des Genres insgesamt durchaus gerecht wird.
Auch wenn man bezüglich Rahmengeschichte und akustischem Flair ein
wenig hinter dem vorherigen Berliner Radiotatort bleibt, ist "Dreizehn"
ein guter und hörenswerter Eintrag in diese Reihe.