Regenbogenkind
  Autor: Edith Schreiber-Wicke
  Produktion: BR 2002
Bearbeitung und Regie: Justyna Budeberg-Mosz
Musik: Robert Zollitsch
  Länge: 42 Min.

Mitwirkende:

Erzähler: Paul Herwig
Mutter: Kornelia Boje
Vater: Martin Umbach
Jakob: Dominik Liesegang
Naomi: Naemi Friedrich
Selina: Theresa Kohlhäufl
Selinas Mutter: Jutta Schmuttermaier
Julia: Juno Meinecke
Arthur: Bela Jugel
Vincent: Frederik Böhle
Marie: Lisa Frühbeis
Carina: Vroni Seibt
Kind: Felix Wunderlich
Frau: Annette Wunsch
Mann: Gerd Riegauer
Himmelslautsprecher: Klaus-Peter Bülz

Inhalt:

Im Land unter dem Regenbogen warten die Noch-nicht-Geborenen auf ihre Abreise ins Leben. Sie haben spannende Pläne. Die Welt wollen sie verbessern, mit großartigen Erfindungen, mit Gedichten, mit fantastischen Bildern, mit Schauspielkunst, die den Menschen vorführt, was richtig und was falsch ist...
Die einzige, die hier keine so genauen Pläne hat, ist Naomi. Sie spielt mit den bunten Farben des Regenbogens. Auf die Frage, was sie denn auf der Erde vorhabe, antwortet sie: "Ich will, dass jeder, der mir begegnet, darüber nachdenkt, was wirklich wichtig ist".: "Jeder? Wie soll das gehen?", fragen die anderen. "Das ist ganz einfach. Ich muss nur ein bisschen anders sein. Grünhaarig vielleicht oder violettäugig. Oder überhaupt ganz und gar regenbogenfarbig."
Naomi wird also anders sein. Sie wird mit Down-Syndrom auf die Welt kommen. "Mongoloid" sagen die Menschen dazu, behindert. Auf der Erde wissen die hochschwangere Mama und der Papa noch nicht, wie das Baby sein wird. Sie freuen sich einfach auf ihr zweites Kind. Und der neunjährige Jakob, der bald Naomis großer Bruder sein wird, hat im Moment ganz andere Sorgen. Er ist verliebt, aber leider hat seine Klassenkameradin Selina keinen Blick für ihn...





Ein Hörspiel, das einen lobenswerten Anspruch hat, seine Botschaft aber nur bedingt vermitteln kann.

Die Geschichte ist zweigeteilt; die reale Ebene, in der Jakob mit seiner Klassenkameradin die Trennung ihrer Eltern durchstehen muss, und diejenige, in der seine künftige Schwester Naomi auf ihre Geburt wartet.

Leider gerät diese zweite Ebene zu sehr in den Hintergrund. Selbst als beide zusammenkommen, bleibt die eigentliche Idee etwas auf der Strecke, da man ihr hier im Hörspiel zu wenig Raum lässt.

Dadurch wirkt das letztliche Happy-End etwas überhastet und unglaubwürdig. Schade, da wäre - allein mit einer Verlagerung des Schwerpunktes - deutlich mehr drin gewesen.

Die Umsetzung ist gelungen. Man schafft es gut, beide Ebenen akustisch zu trennen und die Geschichte so auch für jüngere Ohren verständlich zu machen. Die Sprecherriege überzeugt mit soliden Leistungen, nur der Erzählereinsatz wirkt ein bisschen zu weit weg und steril.


Eigentlich ein schönes - und vor allem unterhaltsames - Hörspiel. Es leidet nur ein wenig darunter, dass die eingentliche Idee ein wenig zu kurz kommt.
Meine Wertung: + + +
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