Reply Mozart
von Christoph Theiler

Hörspielbearbeitung und Regie: Götz Fritsch
rbb / DLF 2006
50 Min.


Mit Christoph von Friedl, Falk Rockstroh, Stefan Kaminski, Ursula Werner und Helmut Gauss


Der Wiener Komponist Christoph Theiler hat zweihundertsiebzig begüterte Einzelpersonen und zahlungskräftige Institutionen um finanzielle Unterstützung für sein künstlerisches Schaffen gebeten. Als Vorlage dienten ihm Mozarts «Bettelbriefe»: «Verehrungswürdiger, liebster, bester Freund, ich will ohne alle Ziererei nach meiner angeborenen Aufrichtigkeit zur Sache selbst schreiten. Wenn Sie die Liebe und Freundschaft für mich haben wollten, mich auf ein oder zwei Jahre mit 50.000 oder 100.000 Euro gegen die gebührenden Interessen zu unterstützen.»


Bemerkungen:

Normalerweise verteufele ich ja gerne Hörspiele, die eine - wenn auch gute - Grundidee über die komplette Spielzeit prügeln. Auch bei "Reply Mozart" steht ein zentraler Gedanke im Mittelpunkt. Autor Christoph Theiler nimmt die bekannten Bettelbriefe Mozarts zum Vorbild, rechnet die erbetenen Beträge auf heutige Verhältnisse um und schickt sie - nun in seinem eigenen Namen - an potentielle Gönner. Was bei Mozart klappte, sollte  doch einem Künstler in der heutigen Zeit auch gelingen.

Aber die Aktion ist nicht nur nicht vom Erfolg gekrönt, sondern ruft auch sehr merkwürdige Reaktionen hervor, die von bloßem Misstrauen bis zur Anzeige bei der Polizei reichen.

Das Stück wird zum Teil in Briefform, zum Teil auch in der Abbildung von Gesprächen dargestellt. Die Umsetzung ist eher sachlich nüchtern. Den Unterhaltungswert kann man mit einer niveauvollen Version von "Verstehen Sie Spaß" umschreiben.

Wenn auch kein Hörspiel im eigentlichen Sinne, hat "Reply.Mozart" doch eine nette Idee, die auch unterhaltsam präsentiert wird - Hörenswert!

Meine Wertung: + + +

 
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