| Romeo und Julia nach William Shakespeare Bearbeitung und Regie: Alfred Braun Musik: Herbert Trantow BeRu 1949 86 Min. Mit Klaus Kinski, Traute Bendach, Otto Stoeckel, Franz Kutschera, Angelika Hurwicz, Hanns Lothar, Herbert Köfer, Alfred Braun u.a. "Dass Bruderhand sich gegen Bruderhand erhebt und unsere Stadt zerreißt", klagen die Bürger Veronas über die Fehde zwischen den Familien der Montagues und der Capulets. Der 21-jährige Klaus Kinski bekommt die Chance, in der von dem Radiopionier Alfred Braun realisierten Hörspielfassung des Dramas den "Romeo" zu spielen. Bei der Abnahme der Produktion wird ihm eine zu unstete Rollenauffassung vorgeworfen, die die stimmliche Erkennbarkeit der Figur beeinträchtige. Diese Kritik löst Kinskis tobenden Protest aus. Am 1. Weihnachtstag 1949 gelangt die Inszenierung zur Erstsendung. Danach verschwindet das Tondokument, produziert vom Berliner Rundfunk, der im Funkhaus Masurenallee in der britischen Zone des zerbombten Berlins für die sowjetische Besatzungsmacht tätig ist, im Archiv und wird erst über 40 Jahre später wiederentdeckt. Bemerkungen: Romeo und Julia - ein Drama, das alles mitbringt, um den Hörer fast 90 Minuten in den Bann zu schlagen, obwohl der Ausgang der Geschichte hinlänglich bekannt sein dürfte. Trotz des prominenten Stoffes, ist dies die einzige Hörspielfassung des Shakespeare-Stückes. Sie stammt aus der (Neu-)Gründerzeit des Radiohörspiels und ist deutlich mehr Bühnenfassung, denn eine tatsächliche Bearbeitung für das Medium Hörspiel. Das stört allerdings den Hörgenuss kaum, denn das Stück ist allein durch die Dramatik und das lebendige Spiel der Akteure interessant genug. Allerdings bleibt der Hauptakteur, Klaus Kinski, hinter seinen gewohnten Möglichkeiten. Sicherlich war er hier noch sehr jung und am Beginn seiner Karriere, dennoch ragt er hier kaum aus dem - zugegeben recht guten - Ensemble heraus. Das wäre nicht weiter schlimm, würde nicht sein Name als Zugpferd für die diversen Veröffentlichungen gebraucht und so den Eindruck erweckt, hier bekäme man ein besonderes "Stück Kinski". Wer das erwartet, dürfte eher enttäuscht werden. Erwarten darf man eine gute, aber keine hochklassige Inszenierung. Dazu schwankt diese in der Darstellung zu sehr zwischen typischem Theaterpathos und einer Leichtigkeit, die man doch eher bei den volkstümlichen Stücken erwartet. Das mag vielleicht eine Absicht sein, wirkt aber dazu etwas zu beliebig. Immerhin, die Klasse des Stoffes überstrahlt die Inszenierung und macht die Produktion durchaus hörenswert. ;Man kann sich aber auch mit der Umsetzung arrangieren, obwohl man hier durchaus hätte mehr erwarten dürfen. Meine Wertung: + + |
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