Rot ist mein Name

von Orhan Pamuk



aus dem Türkischen von Ingrid Iren
Komposition: Claudio Puntin
Bearbeitung und Regie: Peter Rothin
WDR 2005


Kara, Illustrator: Sylvester Groth
Fein, Illustrator: Matthias Haase
Schmetterling, Illustrator: Peter Davor
Storch, Illustrator: Daniel Berger
Olive, Illustrator: Christian Berkel
Osman, Altmeister: Peter Fitz
Oheim, Meister: Bernt Hahn
Sultan: Jürg Löw
Sekretär / Page: John Wesley Zielmann
Schatzmeister: Josef Tratnik
Oberst: Volker Niederfahrenhorst
Zwerg (Cesmi Agha): Till Firit
Geschichtenerzähler: Markus Scheumann
Seküre, Oheims Tochter: Maja Schöne
Hayrire, Sklavin: Silke Buchholz
Ester, Hausiererin: Frauke Poolman


© WDR/Sibylle Anneck
Sylvester Groth spricht den Illustrator Kara, Peter Davor (li) den Illustrator Schmetterling
Bild: © WDR/Sibylle Anneck

Istanbul im Jahre 1591: Der Vergolder Fein Effendi liegt erschlagen auf dem Grunde eines Brunnens. Kara, der nach zwölf Jahren Abwesenheit wieder nach Istanbul zurückgekehrt ist, wird von seinem Oheim beauftragt, Fein Effendis Tod aufzuklären. Das Verbrechen scheint im Zusammenhang mit einem Auftrag des Sultans zu stehen, der seinen Großillustrator nach Venedig, in die „Serenissima“, gesandt, wo entgegen dem islamischen Bilderverbot nach westlichem Stil bemalt werden. In der osmanischen Buchmalerei gilt die Abweichung vom überlieferten Kanon als Blasphemie. Die Verzauberung und Brillanz der venezianischen Malerei wird den Hütern der orientalischen Tradition zur Bedrohung. Kara ist sich bald sicher, dass der Mörder unter den Buchmalerkollegen des Ermordeten zu finden ist. Aber eigentlich ist Kara wegen einer anderen Sache zurückgekehrt. Er will das Herz der schönen Seküre erobern, der Tochter des ermordeten Buchmalers.


Orhan Pamuk, geboren 1952 in Istanbul, gilt als einer der begabtesten und erfolgreichsten Prosaschriftsteller der jüngeren Generation in der Türkei, der zu brisanten politischen Themen und Problemen stets klar und offen Stellung bezieht. Für „Rot ist mein Name“ erhielt er 2003 den internationalen Literaturpreis IMPAC, 2006 wurde er mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichnet.


Bemerkungen:

Orhan Pamuk erzählt hier eine Geschichte, die einen einfachen Krimiplot nutzt, dessen Motiv jedoch in der Grenze zwischen Orient und Okzident, beziehungsweise im Gegensatz von christlich geprägter, aber progressiverer westlicher und  tradiotionsbewußter islamischer Welt. Er erzählt damit von einem alten Thema, das aber heute noch Aktualität besitzt und so ist "Rot ist mein Name" auch deutlich mehr, als ein historischer Kriminalroman.

Peter Rothin hat dieses Stück behutsam in ein Hörspiel transportiert. Es gelingt hier gut, nicht nur den zentralen Plot zu erzählen, sondern viele Elemente, Formate und Inhalte der Vorlage herüberzuretten. Das bedingt dann allerdings auch ein für das Hörspiel ungewöhnliches Format. Viele Erzähltexte der einzelnen Figuren und nur restrektives szenisches Spiel prägen diese Produktion.

Die Geschichte wird von vielen erstklassigen Stimmen getragen, die in einer stimmigen Kulisse agieren. Diese ist zwar zeitlos, transportiert aber das nötige orientalische Flair.

Eine gute und hintergründige Geschichte, die sehr stimmig in ein Hörspiel transportiert wurde. Eine Produktion, die sich zwar nicht aufdrängt, aber eine würdige Bearbeitung Orhan Pamuks Werk darstellt.

Meine Wertung: + + +
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