| Salome von Gerhard Rühm Regie und Komposition: Der Autor WDR 1981 62 Min. Herodes: Hans Caninenberg Herodias: Margot Leonard Salome: Katharina Thalbach Narraboth: Peter Lieck Page der Herodias: Gisela Claudius Jochanaan: Peter Niemeyer "'Salome' ist Wildes einzige Dichtung in französischer Sprache (sie wurde für Sarah Bernhardt geschrieben). Die englische Version ist lediglich eine von Wilde autorisierte Übersetzung seines Freundes Alfred Douglas, mit der Wilde nicht sonderlich zufrieden war. Die 'klassische' deutsche Übersetzung, die Richard Strauß auch seiner gleichnamigen Oper zugrunde gelegt hat, stammt von Hedwig Lachmann, die für ihre Übersetzung wahrscheinlich die englische Fassung benutzte. Es bleibt eine offene Frage, wie groß Wildes französischer Wortschatz war, doch besteht angesichts des Textes kein Zweifel, daß er sich in der 'Salome' bewußt auf einen relativ begrenzten Wortschatz beschränkte - die wörtliche Wiederholung bestimmter Formulierungen und Ausdrücke durch das ganze Stück ist offensichtlich ein poetischer Kunstgriff. Für einen etwa durch die 'konkrete Poesie' geschulten Blick haben aber gerade diese Eigentümlichkeiten des Originals eine besondere Faszination; und nicht zuletzt sie haben mich auch zu einer deutschen Umdichtung des Stückes gereizt. Dabei ging es mir zuerst darum, diese von Wilde - zeitbedingt - erst ansatzhaft entwickelten Stilmittel nun mit den Erfahrungen aus der 'konkreten Poesie' so konsequent weitezutreiben, wie es das einer Handlung verpflichtete Stück nur eben erlaubt. So ist die neue deutsche Umdichtung der 'Salome' im weiteren Sinn des Wortes auch ein 'Sprachspiel' geworden. Schon von daher bietet sie sich - gewissermaßen in reinster Form - überzeugend als Hörspiel an, worin einem vielfältigen Beziehungsnetz immer wiederkehrender und verschiedene Konstellationen bildender Zentralbegriffe im sprachlichen eine Art leitmotivische Verwendung bestimmter Grundgeräusche im dramaturgischen Bereich entspricht." (Gerhard Rühm) |
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