Sardischer Wind

von Nikolai von Michalewsky
Regie: Erwin Weigel
BR 2002
51 Min.


Mit Ulrike Kriener, Jule Ronstedt, Felix Eitner, Peter Rühring, Horst Sachtleben, Achim Höppner u.a.


Der Duft von wildem Thymian, archaische Gesänge – Sardinien. Die 27jährige Vera Venzlaff aus Deutschland ist seit einigen Wochen auf der Mittelmeerinsel, um historische Ausgrabungen zu fotografieren. In Porto Rotondo, beim Festival der Hirtenchöre, lernt sie einen der Sänger kennen: Giovanni Sanna. Der sardische Schafhirte und Arzt wird ihre große Liebe. Mit ihm taucht Vera in eine fremde, faszinierende Welt ein. Hier bestimmt die Vendetta das Schicksal der Menschen. Auch Giovannis Familie ist in die Blutrache verstrickt – und als Salvatore Porcu, das Mitglied einer verfeindeten Familie, ermordet wird, fällt der Verdacht sofort auf Veras Geliebten. Gianni flieht in die Berge, versteckt sich in der Macchia. Unversehens gerät Vera in den Sog einer traditionellen Gesellschaft, in der das Wort Ehre anders buchstabiert wird, als sie es kennt.

Nikolai von Michalewsky (1931-2000), geb. in Dahlewitz, Roman-, Fernseh- und Hörfunkautor. Abenteuerromane, Jugendbücher, Science-Fiction-Serien u.a. Weltraumpartisanen (1970-87). Pseudonyme u.a. Mark Brandis. Hörspiele u.a. Angeltouren (RB 1993), Zwei Stimmen im Sturm (WDR 2000).


Bemerkungen:

Geschichten, die sich um das Thema Rache drehen, können schnell danebengehen, wenn sich der Autor zu oberflächlich damit auseinandersetzt. Bei Nikolai von Michalewsky braucht man diesbezüglich keine Sorgen zu haben, denn dessen Werke - egal, ob im Krimi- oder SF-Genre - sind stets sehr durchdacht und fallen nie durch Plattitüden auf. Bei "Sardischer Wind" ist es eine Vendetta, die das junge Glück von Vera und Giovanni zerstört. Vera, die aus Deutschland kommt und daher die Gepflogenheiten in Sardinien nicht kennt, muss sich mit der Situation auseinandersetzen, in der es nicht darum geht, ob jemand tatsächlich schuldig ist, sondern nur, ob er einem gewissen Lager angehört. Aber auch sie findet sich in die Situation ein und tatsächlich bietet sich nach Jahren für Vera eine Chance auf Rache...

"Sardischer Wind" ist nicht nur ein inhaltlich guter Krimi, er überzeugt auch in der Darstellung. Das gesamte Stück wird von der Musik sardischer Hirtenchöre getragen, die das Stück sehr exotisch machen. So wird diese doch fremde und in Riten verhaftete Welt sehr gut gezeichnet.


"Sardischer Wind" ist ein richtiger guter Krimi, der sich angenehm vom Üblichen abhebt - Das Reinhören lohnt sich!

Meine Wertung: + + + +


 
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