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Schon schön – oder: Die ungewöhnliche Geschichte vom Ö von Tilla Lingenberg Bearbeitung: Sebastian Goy Regie: Götz Fritsch Musik: Max Nagl/hr-Bigband hr / SWR / NDR / WDR 2008 52 Min. Das Ö: Maria Happel Das Lexikon: Wolf-Dietrich Sprenger Die Ö-Pünktchen: Sabrina Simon, Jonathan Arefe hr-Bigband unter der Leitung von Örjan Fahlström Frankfurter Kinderchor unter der Leitung von Sabine Mittenhuber Es ist Ruhetag in der Bibliothek, ein Tag ohne Seitengeraschel, ohne Blättern und eigentlich auch ohne Geschichten. Doch nach einstimmiger Bitte aller anwesenden Bücher erzählt das altehrwürdige Lexikon die Geschichte vom Ö, das eines Tages seine Punkte verlor: Ein Windstoß, ein Buch klappt zu, und weg sind sie – die Punkte, die das schöne Ö zu einem schnöden O werden lassen. Während sich die beiden Pünktchen an ihrer neu gewonnen Freiheit erfreuen, fröhlich von Buch zu Buch springen, sich frech und dreist auf die verschiedensten Selbstlaute setzen und damit alle Geschichten, Gedichte und Lieder durcheinander bringen, sucht das verstümmelte Ö nach einer raschen Lösung, die fehlenden Punkte zu ersetzen. In diesem musikalischen Hörspiel, umgesetzt von der hr-Bigband, wird mit Fantasie, Wortwitz und Charme von einer Erfahrung erzählt, die viele (Kinder) schon gemacht haben. Wer arm dran ist, dem begegnet nicht nur Hilfsbereitschaft, sondern auch Spott und Schadenfreude. Die einzelnen Figuren, allen voran das altehrwürdige Lexikon und das Ö, das mit einem kleinen Taschenspiegel seine Verstümmelung betrachtet, aber auch die selbstbezogenen Selbstlaute, sind in ihren liebevoll beschriebenen, zutiefst menschlichen Charaktereigenschaften alte Bekannte. Tilla Lingenberg, geboren 1965, lebt in Hamburg. Nach der Fachhochschulreife hat sie sich ins Kunst- und Theaterleben gestürzt und jobbte als Assistentin, Inspizientin und Technikerin. Schließlich leitete sie in Heidelberg eine Produktion mit eigener Textcollage, Regie und Licht. Heute arbeitet sie bei Theater-, Film- und Ausstellungsprojekten mit und schreibt Theaterstücke, Hörspiele, Drehbücher, Kurzgeschichten und Erzählungen für Kinder und Jugendliche. Bemerkungen: Das Theaterstück von Tilla Lingenberg hat Sebastian Goy für das Hörspiel bearbeitet. Allerdings sind hier Dialoge eher seltener, es dominieren musikalische Einsätze, die das Stück sehr lebendig, fast schon schrill halten. Natürlich muss man da auch berücksichtigen, dass diese Bearbeitung für eine Live-Vorführung konzipiert ist und auch als solche funktionieren soll. Insofern muss man natürlich ein paar Kompromisse eingehen - damit werden Kinder sicherlich weniger Probleme haben, als der Erwachsene, der hier vielleicht mit gänzlich anderen Erwartungen herangeht. Das Stück lebt insbesondere von der musikalischen Ausgestaltung. Max Nagl hat hier einige sehr prägnante, aber auch gewöhnungsbedürftige Musiken komponiert, die der Geschichte gut zu Gesicht stehen. Die Umsetzung von hr-Big Band und dem Frankfurter Kinderchor ist ebenfalls sehr gelungen. Die Sprecher, die auch ihre musikalischen Qualitäten zeigen können, werden hier ordentlich gefordert. Da hat man natürlich mit Maria Happel und Wolf-Dietrich Sprenger zwei "alte Hasen" im Ensemble, die dies mit all ihrer Erfahrung gut stemmen können. Aber auch die jungen Nachwuchssprecher Sabrina Simon und Jonathan Arefe bringen eine überzeugende Performance. Eine in sich stimmige Produktion, die allerdings schon recht schrill und bunt ist, und vermutlich doch eher bei jüngeren Hörern - für die es ja auch schließlich produziert wurde - Gefallen finden dürfte. Meine Wertung: + + + |
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