| Selbs Justiz
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Autor: |
Bernhard Schlink und Walter Popp
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Produktion: |
BR 1994 |
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Bearbeitung und Regie: |
Irene Schuck |
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Länge: |
108 Min.. |
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Mitwirkende: |
Rolf Boysen, Dieter Eppler, Peter Fricke, Angelika Thomas, Helmut Stange u.a.
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Inhalt: |
Selb, Privatdetektiv mit Rheuma, soll für die Rheinischen
Chemiewerke die Einbrüche ins werkseigene Computersystem
aufklären. Nur: von Computern versteht Selb so wenig wie sein
Kater Turbo. Trotzdem kommt er dem Täter auf die Spur, aber damit
beginnt erst der Ärger. Nicht nur weil Selb Sympathie empfindet,
wo er nicht sollte, sondern weil es plötzlich um viel mehr geht
als um Computer. Um Mord. Und um seine eigene Vergangenheit! Eigentlich
hatte er sich damit versöhnt, dass er früher ein schneidiger
Nazi-Staatsanwalt gewesen ist. Aber jetzt kommen Tatsachen ans Licht,
die im nachhinein sein ganzes Leben verändern. Und nicht nur sein
früheres ...
Bernhard Schlink, geboren 1944, studierte Jura. Promotion 1975,
Habilitation 1981. Von 1982-1991 Professor an der Universität
Bonn, danach Professor an der Berliner Humboldt-Universität.
Bis heute zudem Richter des Verfassungsgerichtshofs
von Nordrhein-Westfalen. Selbs-Justiz (1987) ist sein erster
Kriminalroman. Er wird mit dem Deutschen Krimi-Preis ausgezeichnet. Den
Hans-Fallada-Preis bekommt Schlink für den Roman „Der
Vorleser“.
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Bemerkungen:
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Zunächst
war ich sehr skeptisch. Gerade die Nazivergangenheit des Protagonisten
und die diesbezügliche Oberflächlichkeit, wie diese - zu
Anfang - behandelt wird, hat mich hier ziemlich abgeschreckt. Je weiter
sich der Krimi entwickelt, desto mehr erkennt man aber das Erfordernis,
dass der Held hier diese Flecken auf seiner Weste braucht, um der
Geschichte die nötige Substanz mitzugeben. Gerade dies macht das
Hörspiel nämlich besonders und sorgt für höchstes
Hörinteresse.
Die Geschichte baut sich sehr gut auf und erhält ihre Spannung,
was inbesondere beim Wechsel vom ersten auf den zweiten Teil gut
gelungen ist.
Bei der Umsetzung geht es hier nach "alter Schule" zu. Das
Hörspiel klingt gut 20 Jahre älter, als es eigentlich ist -
beim diesem Genre ein Kompliment und kein Makel.
Das liegt neben der gelungenen akustischen Auskleidung insbesondere an
den guten Sprechern, die ihren Charakteren ein glaubwürdiges
Ansehen verleihen. Allen voran agiert der großartige Rolf Boysen
in der Titelrolle und gibt ein sehr gelungenes Bild des nicht ganz
strahlenden Helden ab.
Aber auch die Sprecher dahinter, können sich durchweg hören lassen.
"Selbs Justiz" ist ein Hörspiel, das mehr und mehr in den Bann
zieht. Ein wirklich gelungener Krimi, der einem lange im
Gedächtnis bleiben wird. Eine absolute Hörempfehlung!
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