| Nicolas Humbert/Max Mohr: Shanghai - Wolfgrub via Sibiria Mit Donata Höffer Realisation: Nicolas Humbert BR 1997 54 Min. 1937 stirbt ein deutscher Schriftsteller sechsundvierzigjährig im Shanghaier Exil: Max Mohr, Jude, Arzt und erfolgreicher Dramatiker der zwanziger Jahre. Die Zeit seiner Emigration dauerte nicht länger als drei Jahre. 1934 verlässt er Deutschland, seine Werke werden verboten. In seiner künstlerischen Entwicklung jäh unterbrochen, kehrt er der Literatur den Rücken und versucht, sich als einer der vielen Emigranten-Ärzte in Shanghai durchzuschlagen, jeden Tag von neuem auf „Patientenfang“, wie er es nennt. Seine Frau Käthe und die damals acht Jahre alte Tochter Eva bleiben in Deutschland, in der Wolfsgrub, einem alten Hof, wo die drei zusammen gelebt haben, zurück. Das einzige, was sie weiter verbindet, sind ihre Briefe. Und so entstehen in den drei Jahren fast zweihundert Briefe, die Mohr von Shanghai via Sibiria in die Wolfsgrub schickt. Das Briefeschreiben ist für Mohr in dieser Zeit sowohl seine Literatur als auch seine Überlebensstrategie. Sein Enkel, der Filmregisseur Nicolas Humbert, hat aus Fragmenten der zweihundert Briefe ein Hörstück zusammengefügt, das als eine Abfolge von Passagen und Momenten die Atmosphäre der drei Jahre Mohrs in Shanghai nachzeichnet. Nicolas Humbert, geb. 1958, Filmemacher. Studium an der Hochschule für Film und Fernsehen München. Werke u.a. Step Across The Border (1988/89), Three Windows. Hommage an Robert Lax (zusammen mit Werner Penzel, 1999), Lucie et Maintenant (zusammen mit Simone Fürbringer und Werner Penzel, 2007) |
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