| Sherlock Holmes und der Fall Karl Marx von David Zane Mairowitz Regie: Dieter Carls WDR 2001 59 Min. Mit Ulrich Matthes, Friedhelm Ptok, Tatjana Clasing, Hans-Peter Hallwachs, Christian Redl, Christian Brückner, Heinrich Giskes, Claudia Mischke London im 19. Jahrhundert: Sherlock Holmes sitzt in seiner Wohnung und macht sich, inspiriert durch Opiumgenuss, Gedanken über die Philosophie Schopenhauers, als ihn ein neuer Klient aus seinen Gedanken reißt: Karl Marx steht vor der Tür. Marx konsultiert Holmes, weil sein Sprössling, das Manuskript "Das Kapital", entführt wurde. Holmes übernimmt den Fall eher halbherzig, da er in politischen Dingen nicht sonderlich versiert ist – als aber schließlich nicht nur „Das Kapital“ sondern auch Marx selbst verschwunden ist, beginnt Holmes fieberhaft zu ermitteln … David Zane Mairowitz, geboren 1943 in New York, schreibt Bücher, Theaterstücke und Hörspiele. Bemerkungen: Schon bevor Autor David Zane Mairowitz mit seiner "Marlov"-Reihe glänzte, widmete er sich Krimis mit historischen Bezügen. Auch hier konfrontiert er einen fiktiven Detektiv mit realen Personen und Geschehnissen; er siedelt seinen Fall im Streit zwischen Kommunisten und Anarchisten an. Mit viel Humor lässt er Sherlock Holmes, der hier mangels politischem Interesse weniger souverän wirkt, als bei Doyle, auf die Suche nach Karl Marx und letztlich nach dessem verschwundenen Hauptwerk gehen. Er gerät zwischen die Fronten, nicht nur die der rivalisierenden Umstürzler, sondern auch die der Staatsmacht, die subversiven Menschen wie Marx oder Bakunin nicht wohlgesonnen sind. Mairowitz parodiert das Genre gut, bringt aber auch viel Tief- und Hintergründiges ein, was das Hörspiel nicht nur unterhaltsam, sondern auch interessant macht. Die Umsetzung erfüllt die gewohnten Vorstellungen einer klassischen Holmes-Inszenierung. Das Stück kommt in einer klassisch dezenten Inszenierung daher. Ulrich Matthes überzeugt in der Rolle des Sherlock Holmes, von seiner Stimmfarbe und der Art, wie er diese Rolle anlegt, erweist er sich als ideale Besetzung. Daneben agieren viele weitere große Stimmen, von Friedhelm Ptok über Christian Redl bis hin zu Hans Peter Hallwachs. Ein tolles Ensemble, das diese Produktion noch ein Stückchen hörenswerter macht. Ein unterhaltsamer Krimi mit viel Witz und Hintersinn, hier darf man gerne hineinlauschen... Meine Wertung: + + + + |
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