| Sinn Von Anja Hilling Regie: Susanne Krings WDR 2010 54 Min. Fred: Tobias Schenke ![]() Phöbes: Anna Maria Mühe ![]() Tommi: Jonas Baeck Karl: Tino Mewes Beate: Alice Dwyer Laurent: Sebastian Graf An- und Absage: Martin Bross Bilder: WDR/S. Anneck Fred ist blind und sieht nicht, wie schön Phöbes blaue Augen sind. Trotzdem erwischt es die beiden bei Tommis Gartenparty ganz plötzlich und ganz unerwartet. Tommi war Karls bester Freund. Trotzdem ist Karl irgendwann mit der von Tommi angebeteten Yasmin zusammen, und Tommi bringt ihn nach diesem Verrat um. Laurent ist Beate auf Tommis Gartenparty vor die Füße gefallen. Beate mag eigentlich keine Menschen, trotzdem sind die beiden seit sieben Wochen ein Paar. Sie kifft gern, sie isst gern, und er kocht für sie. Ein Gericht aus seiner Heimat, von den kapverdischen Inseln. Dann verschwindet er. Drei poetische Liebesgeschichten. Sechs von der ersten großen Liebe Befallene erzählen von ihren neuen starken und widerstreitenden Gefühlen, die sie und ihr ganzes Leben einnehmen und sie hin- und her- und zerreißen. Anja Hilling, geboren 1975, studierte bis 2006 Szenisches Schreiben an der UdK Berlin. Sie gilt als eine der erfolgreichsten jungen Dramatikerinnen. Ihre Stücke wurden mehrfach ausgezeichnet und sind an zahlreichen Theatern u. a. in Deutschland, Österreich und Frankreich zu sehen. Bemerkungen: Auch wenn die Geschichte aufgrund der Dreiteilung ein wenig an Struktur vermissen lässt, Anja Hilling trifft den Ton der unterschiedlichsten Arten, Liebe zu begegnen, sehr gut und glaubwürdig. Ihre Texte, die Sichten der einzelnen Figuren, wirken auch in den extremensten Situationen in sich schlüssig und konsequent. Die sechs Schauspieler tragen ihre Rollen sehr gut. Auch wenn die Interaktionen eher die Ausnahme sind und der Schwerpunkt in der jeweiligen Gedankenwelt liegt, gelingt es, diese Episoden lebendig zu halten. So schafft die Autorin es, auch ohne auf traditionelle Erzählweise zu setzen, die drei Liebesgeschichten gut zu transportieren. Anja Hilling gelingt es, starke Gefühle glaubhaft und verständlich zu beschreiben, ohne dabei in Kitsch und Klischees zu geraten. "Sinn" ist ein besonderes Hörstück, das vielleicht nicht das Gros der Hörer erreicht, aber denjenigen, die sich auf die Geschichte einlassen können, durchaus einen nachhaltigen Eindruck vermittelt. Meine Wertung: + + + |
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