Smog

von Max von der Grün

Regie: Hans Gerd Krogmann
WDR 1966
44 Min.


Karl Kampmann: Heinz Schacht
Waltraud Kiesling: Julia Basalla
Ewald Kiesling: Erich Ludwig
Fritz Sellmann: Kaspar Brüninghaus
Irma Sellmann: Marie-Luise Marjan
Betty Weigand: Elfriede Rückert
Otto: Gerd Croll
Jupp: Hansjakob Gröblinghoff
Wirt: Alf Marholm
Susanne Rosemann, Harry Bong, Wilfried Szubries, Horst A. Fechner, Heinz Freitag, Josef Grimberg, Wolfgang Grönebaum, Lothar Ostermann, Erich Schwarz


„Smog“ – das erste Hörspiel von Max von der Grün, ist eine impressionistische Studie aus den Industriedörfern in der Nähe der großen Städte zwischen Lippe und Ruhr. „`n Trupp kurzatmiger Invaliden, der eintönige Alltag, dat ‚Wachölderken‘ beim Wirt an der Ecke, dat Kriegerdenkmal, Ziel langsamer, manchmal angestrengter Spaziergänge – und über den Männern und den Häusern hängt, wenn dat falsche Wetter kommt, der eklige, klebrige, schwere Nebel-Smog.“

Max von der Grün (1926-2005), Mitbegründer der „Gruppe 61“, arbeitete von 1951-1963 im Bergbau. 1955 begann er mit dem Schreiben. Seit 1963, als sein Roman „Irrlicht und Feuer“ erschien, lebte er als freier Schriftsteller in Dortmund-Lanstrop.


Bemerkungen:

Max von der Grüns Hörspiel erzählt aus einer Zeit des Wandels im Ruhrgebiet. Die alten Kumpel haben sich "kaputtmalocht" und vegetieren als Invaliden zwischen der Wohnung, in der sie manchmal mehr geduldet sind, und Stammkneipe dahin. Das Leben der nachkommenden Generation ändert sich; höhere Ansprüche - die hier meist auf den Besitz eines Autos bezogen werden - sorgen dafür, dass auch vergleichsweise gute Löhne nicht mehr reichen. Die Zeche prägt noch, es ist aber schon erkennbar, dass die große Zeit vorbei ist. Wer noch dort arbeitet, versucht den Absprung zu schaffen.

Max von der Grün zeigt, wie der Wandel eine Generation gesellschaftlich  für unbrauchbar erklärt und an den Rand drängt. Mit Invalidenrente abgespeist, kämpfen sie sich durchs Leben, das faktisch von der Wetterlage, vom Smog und der Staublunge regiert wird.

Eine Geschichte, die an ihrer Grundsätzlichkeit wenig verloren hat, nur in ihren Facetten heute vielleicht ungewohnt ist.

Ein gut agierendes Ensemble schafft den nötigen Ruhrpottflair und erzählt die Geschichte trotz der großen Funktionalität der Figuren recht authentisch.


Auch wenn die Themen heute schon Geschichte sind, die grundlegeden Probleme sind die gleichen. Insofern hat auch "Smog" heute noch Aktualität - ein Hörspiel mit viel Flair, aber auch Anspruch, der zum Glück nicht in künstlerischen Schnörkeln verschlüsselt ist.

Meine Wertung: + + + +
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