| Sprachlabor Babylon Von Till Müller-Klug Musik: Eckhard Ehlers Regie: Thomas Wolfertz WDR 2011 49 Min. Lucinda Duval: Lavinia Wilson Syntacticus: Matthias Matschke Conny Ziegler: Maren Kroymann Max: Daniel Wiener sowie Detlef Blanke, Sigrid Burkholder, Katja Liebing, Susanne Reuter ![]() Maren Kroymann, Bild: WDR/Sibylle Anneck Wie sähe eine Welt aus, in der sich Sprachen nicht selbst entwickeln sondern entwickelt werden? Das „Sprachlabor Babylon“ ist der führende Entwickler auf dem Markt. Kunstsprachen wie „Hochleistungsdeutsch“ oder „Überzeugungszunge“ sind seine erfolgreichen Produkte, die sich der Kunde direkt vom Mobiltelefon in das Sprachzentrum des eigenen Gehirns übertragen lässt. Für jede Lebenssituation die passende Sprache. Wer sich die teuren Sprachprodukte nicht leisten kann, ist auf die öffentlich subventionierte Sparsprache angewiesen. Und deren Verteilung wird streng rationiert - denn „Wortschatz“ hat buchstäblich mit Reichtum zu tun. Aber auch die Sprachwirtschaft ist anfällig für Krisen und subversive Verbalattacken… Till Müller-Klug lebt als Autor und Regisseur in Berlin. Hörspiele u .a. „Der innere Innenminister“ (mit Bernadette La Hengst, 2008) und „Die neue Lebensführung“ (WDR 2007). Zuletzt realisierte er auf der Bühne gemeinsam mit La Hengst „Deutschlandmärchen“ (Sophiensäle Berlin 2010/11). Bemerkungen: Till Müller-Klug packt sich hier einen originellen Gedanken und führt damit ein "Was-wäre-wenn?"-Spiel konsequent durch. Sprache als Ware, als - im wahrsten Sinne des Wortes - teures Gut, das auch Arm und Reich trennt. Das Motiv wird in diesem Hörspiel mit den Mechanismen des schnelllebigen Marktes konfrontiert. So originell die Idee auch ist, sie reicht allerdings nicht aus, um daraus ein nachhaltig wirkendes Hörspiel zu machen. Das Hörspiel ist temporeich inszeniert. Schnelle Dialogschnitte, dicke Sounds als Trenner - es geht hier recht hektisch zu. Das kaschiert ein wenig, dass der Plot oft ein wenig auf der Stelle tritt. Die Umsetzung ist fraglos gelungen; man erzählt die Geschichte in einem modernen, aber doch eingängigen und nicht zu verkünsteltendem Stil. Das gut besetzte Ensemble tut ihr Übriges, dass dieses Hörspiel aus technischer Sicht gelungen ist. Inhaltlich kann man mit einem originellen Aufhänger überzeugen, die Geschichte, die darauf aufbaut, hätte aber etwas interessanter sein dürfen. Meine Wertung: + + |
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