Sprich mit den Toten

Von Peter Meisenberg

Komposition: David P. Graham
Regie: Christoph Pragua

WDR 2010
47 Min.

Hörprobe:



Ulrich: Hans Kremer
Krankenschwester: Biggi Wanninger
Gerda: Isis Krüger
Walter: Jan-Gregor Kremp
Wenzel: René Heinersdorff
Kunde: Jochen Stern
Agathe: Susanne Uhlen
Arnheim: Peter Davor
Frau Kühn: Therese Dürrenberger
Herr Kühn: Rainer Homann
Frau Seiffert: Hannelore Lübeck
Kundin: Ilse Strambowski
Pfarrer/Leichenträger 2: Roland Jankowsky
Leichenträger 1: Friedemann Thiele


Bestattungsunternehmer Wenzel hat eine Vision: Er will der üblichen Trauerkultur die „alten Zöpfe“ abschneiden und den Tod „zurück ins Leben holen“. Dazu stellt er den arbeitslosen Germanisten Ulrich als „Trauerbegleiter“ ein. Aber der neue Angestellte der Firma Wenzel ist nicht nur ein einfühlsamer Begleiter der Trauernden, er geht den Dingen auch gern auf den Grund. Zu viele Verstorbene sind direkt nach einer Notbehandlung ins Bestattungsinstitut Wenzel gebracht worden. Um die Wahrheit ans Licht zu bringen, geht Ulrich ein hohes Risiko ein.


Peter Meisenberg, geboren 1948 in Meckenheim, studierte Geschichte, Philosophie und Germanistik. Er arbeitet als Dokumentarfilmer, Drehbuch- , Feature- und Hörspiel-Autor. Für den WDR schrieb er die ersten Folgen des ARD Radio Tatorts.


Bemerkungen:

Peter Meisenberg legt hier eine wunderbar originelle Geschichte vor, die den Hörer auf unterhaltsame und sehr angenehme Weise mit dem Thema Tod konfrotiert. Die Umsetzung der Grundidee, bei der der Protagonist Ulrich mit Verstorbenen sprechen kann, gelingt witzig, ohne pietätlos zu sein.

Meisenberg erzählt letztlich einen einfachen und überschaubaren Krimiplot, der eben aufgrund der besonderen Umstände und Rahmenbedingungen - schließlich sind fast alle Zeugen tot - sehr gewinnt.

Wie zu erwarten, finden sich hier gute Schauspieler in der Besetzung wieder, allerdings gerät die Inszenierung in Bezug auf den Einsatz der Sprecher etwas zu zahm - nicht lebendig [sic] genug. Damit verschenkt man ein wenig Potential, denn mit etwas mehr Farbe im Spiel, wäre diese Produktion ein Kandidat für die Höchstwertung.

Erstklassig sind allerdings die restlichen Aspekte der Umsetzung. Insbesondere die gelungene Räumlichkeit der Aufnahmen, sorgen für eine gut vorstellbare Kulisse.


Wäre die Sprechereinsätze etwas "schmissiger" geraten, hätte ich ohne Zögern die Höchstnote verteilt. So bleibt man knapp darunter, dennoch möchte ich dieses Hörspiel jedem ans Herz legen, der originelle Geschichten schätzt.

Meine Wertung: + + + +


 
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