| Täglich Brot von Gesine Danckwart Musik: Thomas Leboeg Regie: Beate Andres DLR 2002 55 Min. Mit Kathrin Angerer, Liv-Juliane Barine, Claudia Mischke, Götz Schulte, Jens Wachholz Ein ganz normaler Tag beginnt: Der Blick in den Spiegel zeigt nicht das Gewinner-Gesicht, die Strumpfhose ohne Laufmasche ist nicht zu finden, und der Nachbar hat seine Gute-Laune-Musik wieder zum Mitsingen laut aufgedreht. Fünf Männer und Frauen erzählen aus ihrem Alltag. Sie sind mehr oder weniger gut funktionierende Mitglieder der Leistungsgesellschaft und stehen unter dem Druck, ein Maximum an Schönheit, Genuss, Erfolg und Einzigartigkeit aus ihrem Leben herauszupressen. Modernen Angestellten ist das Vokabular der New Economy in Fleisch und Blut übergegangen. Worte wie Teamfähigkeit, Kreativität und Humankapital gehen ihnen aber nur so lange flüssig über die Lippen, wie sie die jeweilige Lebenssituation nicht einfach beschreiben, sondern vielmehr überdecken. Mit der Zeit entwickelt die Sprache ein Eigenleben und die abgenutzten Klischees geben preis, was unter der polierten Oberfläche eines wortgewandten «positiven Denkens» liegt: Angst und Einsamkeit. Gesine Danckwart, 1969 in Norddeutschland geboren, arbeitete in verschiedenen Funktionen an Theatern in Wien, Mülheim und Berlin. Neben dem Studium der Theaterwissenschaft gründete sie eine Spielstätte für freies Theater in Berlin-Moabit. Ausgehend von Regie- und Performanceprojekten entstand die Arbeit an eigenen Stücken. Ihren ersten großen Bühnenerfolg hatte sie 1999 mit dem Stück «Girlsnightout». Thomas Leboeg, 1968 in Landshut geboren, lebt in Hamburg; Keyboarder der Hamburger Popformation Kante, mit der er 2007 am Wiener Akademietheater und 2009 am Staatsschauspiel Dresden arbeitete. Zusammen mit Florian Zimmer betreibt er seit 1999 das Elektronik-Projekt iso68. Mit dem Berliner Künstlerduo bankleer realisierte er verschiedene Videos und Installationen. Er arbeitet auch als Hörspielkomponist. |
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