Talking exile

100 Jahre Bertolt Brecht

Von Edgar Lipki

Hollywood. Zentrum der Welt. Bilderfabrik. In den 40er Jahren - auf der Flucht vor Hitler - kommen deutsche Autoren und Künstler. Auch Bertolt Brecht versucht, sich hier eine Existenz aufzubauen. Doch Kalifornien bleibt ihm fremd: „Ein Tahiti in Großstadtform - ich fühle mich wie aus dem Jahrhundert herausgenommen.“ Eine neue historische Erfahrung für den Dichter: die Narkose beginnt, der Eingriff wird nicht stattfinden. Das Radiostück setzt in einer Collage aus Musik, Text und Geräuschen die Überlieferung in einen neuen Kontext; es verwendet Brecht-Zitate, darunter seine berühmte Rede vor dem McCarthy-Ausschuss, und Originaltöne aus Los Angeles. So entsteht eine Landschaft des Exils.

Mit Corinna Kirchhoff, Dietmar Mues und Thomas Brian

Komposition: Christoph Gathmann und Joker Nies

Regie: Eva Sehl und Edgar Lipki

WDR/XON 1998

54 Min.


Edgar Lipki, geboren 1957 in Werdohl, studierte Theater-, Fernseh-, Filmwissenschaft in Köln. Er ist Autor, Regisseur und Produzent, gründet 1995 das Projekt XonRouge, arbeitet mit Musikern und Sounddesignern an experimenteller Tanzmusik. Daraus entsteht u. a. das Hörstück „Talking Exile“. Er hat Aufnahmen in Los Angeles, Arizona, Texas, Wien und Berlin gemacht. Edgar Lipki lebt in Köln.

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