Tauben im
Gras
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Autor: |
Wolfgang Koeppen |
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Produktion: |
HR/WDR/SWR 2009 |
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Regie:
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Leonhard Koppelmann |
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Musik: |
Günter Lenz
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Dauer: |
147 Min.
Die Radiofassungen sind u. U. gegenüber der CD-Version
deutlich gekürzt! |
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Mitwirkende: |
Erzähler: Jens Harzer, Imogen Kogge,
Leslie Malton, Felix von Manteuffel, Ulrich Noethen, Timothy Peach,
Walter Renneisen, Siemen Rühaak, Markus Scheumann, Renate
Schroeter, Regine Vergeen, Werner Wölbern, Andrea Wolf
Philipp: Martin Feifel
Emilia: Sascha Icks
Odysseus: Oscar Pearson
Josef: Axel Eichenberg
Susanne: Susanne Böwe
Washington Price: Calvin E. Burke
Carla: Christiane Roßbach
Tante Behrend: Irm Hermann
Christopher: Wolfram Koch
Ezra: Moritz Pliquet
Heinz: Marian Funk
Richard: Tom Zahner
Mr. Edwin: Berthold Toetzke
u. a.
Musiker: Jürgen Seefelder, Jürgen Schwab,
Günter Lenz |
Inhalt: |
»Kahlschlag«,
»Stunde 0« - so lauteten die Schlagworte der
bundesrepublikanischen Literatur ab 1945, die auf die Erfahrungen des
Zweiten Weltkriegs mit poetischer Einfachheit reagierte. Ihre Wege
führten zumeist in die ästhetische Provinz. Wie aber
mit den Mitteln
der Moderne die neuen deutschen Wirklichkeiten präzise und
zugleich
poetisch zu beschreiben sind, zeigt Wolfgang Koeppens Romantrilogie
»Tauben im Gras« (1951) »Das
Treibhaus« (1953)« und »Tod in
Rom«
(1954). Zum 60. Jahrestag der Gründung der BRD rückt
das
Gemeinschaftsprojekt von hr, SWR und WDR die Romane ins Zentrum der
Diskussion.
»Tauben im Gras« spielt am 20. Februar 1951 in
einer Großstadt der
amerikanischen Besatzungszone. Es könnte München
sein. Das
Wirtschaftswunder zeigt seine ersten Früchte, die Faschisten
und ihre
Mitläufer spielen Demokratie, die Amerikaner glauben an eine
humane
Zukunft Deutschlands, der Kalte Krieg bedroht die Gegenwart.
Über eine
mosaikartige Szenenfolge gleiten die Protagonisten wie eine Taubenschar
scheinbar zufällig durch den Tag. Sie begegnen sich alle am
Abend - und
sie erleben ein Aufflammen der alten Bereitschaft zu Rassismus und
Gewalt.
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Bemerkungen:
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In seinem
ersten Teil der Trilogie über die Nachkriegszeit in
Deutschland beschreibt Wolfgang Koeppen einen (All-)Tag in einer
großen Stadt in Deutschland. Von Aufbruchstimmung ist nur
wenig zu spüren, viel mehr ist es der übliche
gesellschaftliche Kampf in einem neuen System. Durchwoben mit altem
Gedankengut, hat sich offenbar nur der formale Rahmen
geändert. Koeppen zeichnet so ein sehr düsteres Bild
dieser Jahre, das sonst oft in der Rückbetrachtung eher mit
positiven Attributen versehen ist.
Seine Figuren treiben wie Tauben durch die Geschichte,
zunächst ohne konkrete Verbindung, finden sich im Laufe der
Spielzeit die losen Fäden zusammen. Stilistisch ist
dies damit das interessanteste Hörspiel dieser Trilogie.
Leonhard Koppelmann gönnt den Handlungssträngen nicht
nur den Sprecher zur Figur, sondern auch eigene Erzähler, was
den Stil der Vorlage sehr gut in das Hörspiel transportiert.
Die Figuren wurden passend besetzt und überzeugen
mit ihren Leistungen.
Untermalt wird das ganze mit einer passenden Musikkulisse, die die
inhaltliche Düsternis unterstreicht. So entsteht insgesamt ein
homogenes Werk. Leonhard Koppelmann ist mit dieser Inszenierung
gelungen, die Atmosphäre des Romans gut einzufangen.
"Tauben im Gras" erzeugt wie auch "Das Treibhaus" und "Der Tod
in Rom"
ein ungewohntes Bild der deutschen Nachkriegsgeschichte.
Wolfgang Koeppen gibt einen düsteren Blick auf jene Zeit frei, und
bildet so einen interessanten Gegenpol zur allgemein
verklärten
Sicht dieser Epoche.
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