| Toscanella Fliegsogern oder Die Hexenverlobung von Gunter Preuß Musik: Marcus Wippersberg; Christoph Laut Regie: Walter Wippersberg; Marcus Everding BR 1995 29 Min. Elster Habtihrschongehört: Katja Amberger Toscanella Fliegsogern: Margrit Carls Schwein Schlachtmichnicht: Heini Göbel Ernest vom Schloss Edelstein: Walter von Hauff Carolus vom Schloss Edelstein: Axel Milberg Schwanhilde vom Schloss Edelstein: Sandra Nedeleff Lehrer Weißgott: Michael Vogtmann Hofmarschall Goldgebiß: Erland Erlandsen Hexenwaldbewohner: Hubert Mulzer Alle Tiere und Geister im Wald wissen es längst: die kleine schlampige Hexe Toscanella Fliegsogern, die so gerne flucht und der schöne Hexerich Ernest vom Schloss Edelstein haben sich unsterblich ineinander verliebt. Nur für ihn hat Toscanella alle ihre Unarten abgelegt, ist sogar in die Hexenschule gegangen, um gutes Benehmen zu lernen, hat ihr Schwein Schlachtmichnicht, ihren besten Freund, gewaschen und ermahnt, gar lieb und höflich zu sein. Die Eltern des Bräutigams sind mit der Wahl ihres Sohnes zufrieden. Einer glanzvollen Hexenverlobung steht also nichts mehr im Weg. Und jeder im Wald ist gerührt von dem jungen Glück. Bis - ja bis Toscanella Fliegsogern anfängt sich zu langweilen bei so viel Artigsein. Das hält die junge, ungebärdige Hexe nicht lange aus. Und so macht sie sich auf den Weg in die Freiheit. Erst einmal sorgt sie aber dafür, dass es auf Schloß Edelstein drunter und drüber geht. Und zwar so gründlich, dass sich der Hofmarschall und die königlichen Schwiegereltern noch lange an diesen Hexenauftritt erinnern werden. Gunter Preuß erzählt in einem Interview mit dem Loewe Verlag: "Als Kind las ich alle Bücher, die mir in die Hände kamen. In der Schule schrieb ich, wie meine Lehrerin meinte, phantasievolle Aufsätze. Aber mein Wunschberuf war nicht etwa Schriftsteller, sondern Konditor, damit ich mir all die Leckereien würde selbst backen können. In der Jugend war ich Student an der Artistenschule in Berlin. Ich wollte hoch hinaus, am liebsten ans Flugtrapez und den dreifachen Salto springen. Aber ich fiel tief und stand mit einmal vor dem Nichts. Da fing ich an Gedichte und Geschichten zu schreiben. Das brachte mir Freude und gab mir neuen Lebensmut. Ich studierte schließlich Literatur und machte das Schreiben zum Beruf." Am 15. September 1940 in Leipzig geboren, lernte er zunächst Fernmeldemechaniker, ehe er an der "Fachschule für Artistik" in Ost-Berlin und später am "Literaturinstitut J.R. Becher" in Leipzig studierte und hier auch lehrte. Zwischendurch hatte er sich in verschiedenen Berufen versucht und Judo als Leistungssport betrieben. Aber immer wieder kehrte er zum Schreiben für Kinder, Jugendliche und Erwachsene zurück und ist seit 1974 freier Schriftsteller. |
||
![]() |
||