Ulrike Maria Stuart

Von Elfriede Jelinek

Regie: Leonhard Koppelmann
BR 2007


Ulrike – Bettina Engelhardt, Hedi Kriegeskotte
Engel/Baader – Wolfgang Pregler
Chor der Greise – Kornelia Boje, Luise Deschauer, Michael Habeck, Helmut Stange, Wolfgang Hinze, Arnulf Schumacher
Prinzen im Tower – Christine Urspruch, Katharina Schüttler
Die Königin – Angela Winkler, Ulrike Krumbiegel



Ein Königinnendrama: Der Konkurrenzkampf zweier Frauen, der zwei Geschichten und zwei geschichtliche Zeiten miteinander verbindet und verwebt: Elfriede Jelinek verschränkt Schillers Heroinen Maria Stuart und Königin Elisabeth eng mit der jüngeren deutschen Geschichte. Ulrike Meinhof und Gudrun Ensslin ringen erbittert miteinander um eine Generallinie. Dieser Auseinandersetzung steht ein ausufernder Streit der Schottin Maria Stuart mit der rigiden englischen Königin gegenüber. Ulrike Meinhof/Maria Stuart und Gudrun Ensslin/Elisabeth I. fechten Zweikämpfe aus, in denen nicht länger Figuren, sondern Produkte von Ideologien aufeinanderprallen. Es geht um das Innerste und um das Äußerste der Wahrheit, um den politischen Glauben – und um weibliche Macht. Während die Königinnen diese mittels Geburt besitzen, benötigen die RAFlerinnen Gewalt, um sie zu erringen. Sie maßen sich an, nicht bloß an der eigenen Geschichte schreiben zu wollen – im Glauben freilich, das Volk verpflichte sie hierzu. Der Wahn, der aus der Selbstüberschätzung als antibürgerliches, revolutionäres Subjekt resultiert, macht sie blind für die Bedürfnisse der anderen, aber auch für die eigenen. Auf erschreckende Weise – zuweilen aber auch komisch bis ins Groteske – kämpfen die Rivalinnen um die Macht und um den Geliebten Baader/Leicester.


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