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oder Leben 6 Kriminalhörspiele aus der Finanzwelt ![]() Geld oder Leben enthält die Hörspiele Basic Beliefs Abgewertet Easy Money Mit einem Bein im Knast Tod in Rostock Unwillkommene Gäste Michael Esser - BASIC BELIEFS Regie: Walter Adler Musik: Pierre Oser WDR 2007 54 Min. Ritter: Andreas Fröhlich König: Sylvester Groth Sascha: Wolfram Koch Krieger: Wolfgang Condrus Schütz: Winfried Glatzeder Mutter: Jutta Hoffmann Wölfin: Meret Becker Die Maus: Dörte Lyssewski Erzähler: Ulrich Matthes Jung, hochbegabt, summa cum laude in Wirtschaft. Sein Credo: E größer A - Ertrag größer Aufwand. Alles, was getan wird, muss nach diesem Prinzip funktionieren. So tickt die Wirtschaft. So ticken die Finanzsysteme der Welt. Und so tickt der Tycoon, auf dessen riesiger Segelyacht Johannes Ritter sich befindet, um zu erklären, weshalb die Banker die Zahlen nicht erreicht haben. Doch das interessiert den Finanzmagnaten nicht. Er ist besorgt über den Zustand der Wirtschaftssysteme. Es gibt mehr Geld als Verstand. Also will er sein Vermögen in Sicherheit bringen - jenseits des Geldes... Michael Esser, 1955 in Mönchengladbach geboren, Studium der freien Kunst in Hamburg, u.a. Software-Supporter einer Computerfirma, Drehbuch- und Hörspielautor. Bemerkungen: Michael Essers Hörspiele bewegen sich ja oft im Bereich der Zukunftsvisionen. In Basic Beliefs widmet er sich in gewisser Weise auch auf ähnlichem Terrain, in dem er die Parallelwelt des Wirtschaftswesen mit einem Krimiplot verknüpft. Das funktioniert einerseits richtig gut, da es eine recht homogene Geschichte wird, allerdings sorgt das spröde Thema nicht gerade für ausufernde Spannung, es ist auch kaum interessant genug, um beim Hörer Neugier zu erwecken. Das liegt hauptsächlich an der Inszenierung selbst. Schwierigkeiten hatte ich mit Ulrich Matthes. So gut er mir als Schauspieler und Rollensprecher gefällt, so selten überzeugt er mich als Erzähler. Er verleiht dem Stück viel seiner sterilen und unnahbaren Atmosphäre. Auch das restliche Ensemble agiert mir hier zu zurückhaltend, um wirklich Hörinteresse wecken zu können. Das ist damit zwar letztlich alles sehr homogen, ein wenig mehr "Leben" hätte dem Stück aber sicherlich nicht geschadet! Insofern ist "Basic Beliefs" zwar in sich stimmig, richtig überzeugt hat es mich allerdings nicht. Meine Wertung: + Bernd Grashoff - ABGEWERTET Regie: Dieter Carls WDR 1992 52 Min. Mrs Scattergood: Karin Anselm Chef-Inspektor Pike: Rolf Schult Sir Wilfried Le May: Werner Rundshagen Gallieni: Jürg Löw Jane Bruce: Rosalinde Renn Eta Sorgorski: Claudia Matschulla Peter Scattergood: Jochen Kolenda Lemper: Werner Wölbern Minister West: Alf Marholm Abgeordneter Sweatman: Klaus Zmorek Collings: Ulrike Lösch Brenton: Leonhard Koppelmann Krankenschwester: Andrea Schöning Mädchen am Empfang: Sabine Härbele Mrs. Scattergood, eine frühere Polizistin, die jetzt als Privatdetektivin tätig ist, erhält einen Anruf von Etta Sogorski. Ettas Mutter, Jane Bruce, die als Sergeant in der Abteilung Personenschutz arbeitete und zuletzt als Bodyguard der Familie des Finanzministers eingesetzt war, wurde tot in ihrem Dienstwagen aufgefunden. Als Todesursache stellt man Selbstmord fest. Etta beauftragt die Privatdetektivin, den Fall genauer zu untersuchen. Denn seltsamerweise bekam Etta nach dem Tod ihrer Mutter von einer Bank eine größere Summe überwiesen, deren Herkunft unklar ist. Mrs. Scattergood wittert eine erste Spur… Bernd Grashoff, 1934 in Köln geboren, lebt heute in Oberbayern. Er schrieb bereits als Student 1959 sein erstes Hörspiel. Mehr als 40 Hörspiele folgten. Bemerkungen: Abgewertet ist ein richtig solider Krimi. Ein ordentlicher Plot mit überraschenden Wendungen und Erkenntnissen, viel Spannung und auch ein Schuss herziges Geplänkel, machen "Abgewertet" zu einer rundum gelungen Radiokrimistunde. Bernd Grashoff gelingt es, zu einem interessanten Aufhänger auch eine spannende und nachvollziehbare Geschichte zu erzählen. Diese ist, da es um reale politische Züge geht, natürlich nicht ganz zeitlos im Handlungsrahmen, aber, da dieser Punkt von der Inszenierung erfüllt wird, bleibt dieses Hörspiel auch noch in Zeiten des Euro aktuell. Mit Karin Anselm in der Hauptrolle setzt man auf eine - im Zeitpunkt der Produktion schon - sehr erfahrene Hörspielsprecherin. Natürlich gelingt es ihr, der Detektivin Scattergood akustisch ein Gesicht zu verleihen und sie zwischen knallharter Ermittlerin und einfühlsamer Freundin glaubhaft wirken zu lassen. Auch das restliche Ensemble überzeugt mit guten Leistungen. Sogar Leonhard Koppelmann, damals noch primär Regieassistent, taucht hier in einer kleinen Rolle auf. Ein guter, weil spannender und interessanter Krimi in einer beim WDR gewohnt guten Umsetzung. Das Hörspiel kann ich guten Gewissens weiterempfehlen! Meine Wertung: + + + + Dirk Josczok - EASY MONEY Regie: Burkhard Ax Musik: Rainer Quade WDR 2008 47 Min. Carola Nusser: Ulrike Bliefert Möller: Peter Davor Busch: Jürgen Mai Konrad Nusser: Peter Rühring Marco (19 Jahre): Tobias Schenke Mike (15 Jahre): Frederick Lau Besitzerin: Barbara Ratthey Spieler: Steffen "Shorty" Scheumann SEK-Mann 1 / SEK-Mann 3 / Stimme / An- und Absage: Sven Philipp SEK-Mann 2 / Arzt: Stefan Plepp Superman und Batman überfallen einen Spielsalon. Aber der Coup verläuft anders als geplant. Als der Spielsalonbesitzer die Alarmanlage auslöst, eskaliert die Situation: Superman schießt - das Herunterfahren des Türgitters kann er jedoch nicht verhindern. Täter und Opfer werden im Spielsalon eingeschlossen. Auch außerhalb der Spielhölle ist die Lage angespannt. Zwischen Hauptkommissarin Nusser und Siegfried Busch, dem Leiter des Sondereinsatz-Kommandos, kommt es zum Streit. Während Nusser auf Deeskalation setzt, spricht Busch sich für einen Angriff auf den Spielsalon aus… Dirk Josczok, geboren 1960, lebt als Autor in Leipzig. "Easy Money" ist das achte Stück mit der Hauptkommissarin Carola Nusser. Bemerkungen: Ein mißglückter Coup und eine anschließende Geiselnahme stehen am Anfang dieses nunmehr achten "Nusser"-Falles. Die Fakten sind recht klar - die übliche Ermittlungsarbeit reduziert sich auf ein Minimum. So lebt der Fall von der Spannung, die sich aus der Geiselnahme der Kassiererin, bzw. später im Austausch Carola Nusser, ergibt. Weniger die Geiselnehmer, als das interne Gerangel zwischen Nusser bzw. ihrem Kollegen Möller und dem Hardliner und SEK-Chefs Busch. Dem Fall geht - aufgrund der dichten Ereignisse - etwas die humorvolle Schiene ab, die diese Reihe normalerweise innehat. Hier wird es deutlich ernster - eine spannende Abwechslung, allerdings ob man damit allen "Nusser-Fans" eine Freude bereitet, ist fraglich. Durch die Dramatik fehlt das übliche Geplänkel von Möller und Nusser, bzw. zwischen Letztgenannter und ihrem Ehemann, dass diese Fälle bisher eine ganz eigene Note gab. Trotz der etwas anderen Facette, ist auch "Easy Money" wieder ein spannender und unterhaltsamer Krimi, bei dem das Einschalten lohnt! Meine Wertung: + + + -ky - MIT EINEM BEIN IM KNAST Regie: Werner Klein WDR / SWF 1980 69 Min. Frau Rothkegel: Elisabeth Opitz Keindienst: Henning Venske Nora: Jutta Speidel Damaschke: Alwin Joachim Meyer Gonschorek: Gert Haucke Reitschuster: Wolf-Dietrich Sprenger Schröder: Peer Augustinski Reese: Wolfgang Forester Arno: Wolf Martienzen Beamter: Harald Meister Kleindienst, Bankdirektor in spe, hat Probleme in seinem Freundeskreis. Erst soll er für den Bauunternehmer Damaschke, der sich durch Heirat sanieren will, außerhalb der Legalität die Solvenz der auserwählten Zahnarztwitwe Rothkegel überprüfen. Bei seinen Recherchen stößt er darauf, dass ein anderer Freund, der Bankbeamte Reese, im Wertpapierdepot dieser Dame Unterschlagungen manipuliert hat. Er rät Reese zwecks Bereinigung der Angelegenheit zu einem Gespräch mit der Bankdirektion. Als er Reese jedoch aufsucht, um dem Geständnis den letzten Schliff zu geben, ist dieser tot... Horst Bosetzky (-ky), 1938 geboren, Soziologieprofessor in Berlin, prägte mit seinen Büchern den sozialkritischen Krimi in Deutschland. Neben Kriminalliteratur verfasste er Jugendbücher, zahlreiche Hör- und Fernsehspiele und mehrere Romane. Bemerkungen: Hörspiele von -ky bestechen nicht nur mit guten Kriminalgeschichten, sondern auch immer mit ihrem ganz eigenen Flair. Dieses ergibt sich oft aus einer gewissen Prise Provinziellem gepaart mit einem steifen Beamtenapparat. In "Mit einem Bein im Knast" tauchen diese Elemente auf - allerdings nur in kleinen Dosen. Dafür legt der Krimi mit erstklassigen Wendungen an der Schicksalschraube, dass die ungewöhnlich lange Spielzeit von fast 70 Minuten wie im Fluge vergeht. Die Dramatik liegt auch in den vielen Figuren begründet, die der Autor hier in schier ausweglose Situationen manövriert. Diesen wird von erstklassigen Schauspielern Leben eingehaucht. Von Henning Venske über Jutta Speidel bis zu Gert Haucke überzeugen hier alle in diesem verzwickten Stück. "Mit einem Bein im Knast" gehört zu den Hörspielen, die immer mal wieder den Weg in mein Ohr finden - das will etwas heißen, denn das schaffen tatsächlich nur die wenigsten Hörspiele. Hier stimmt die Mischung: Spannende Unterhaltung in einer eingängigen, aber keinesfalls billigen Inszenierung - was will das Krimiherz mehr!? Meine Wertung: + + + + + Astrid Rösl - TOD IN ROSTOCK Regie: Thomas Leutzbach WDR 1993 48 Min. Mitwirkende: Kriminalkommissar Köbbert: Jürgen Thormann Kriminalhauptkommissar Lüder: Manfred Herrmann Doktor: Axel Gottschick Kriminaltechniker: Gregor Höppner Viola Voß: Rotraut Rieger Tom Voß: Volker Risch Sven Voß: Michael Schmidt Kirsten Voß: Vanessa-Victoria Goertsches Mutter Voß: Magda Hennings Herr von Weiß: Bodo Primus Meister Naujocks: Reinhard Schulat Manfred Meißner: Christian Korp Frau Meißner: Ulrike Lösch Frau Brosche: Maria Mittler Ingrid Wietzke: Barbara Hintzen Dorothea Eich: Eva Garg Viola Voß, Mutter von zwei Kindern, kehrt vom Einkaufen nach Hause zurück. In der Wohnung wartet Kommissar Köbbert auf sie. Violas Mann, ein ehemaliger Werftarbeiter, der jetzt Rostocker Filialleiter einer Kölner "Finanzfirma" ist, liegt tot in der Wohnung, erschossen mit einem Revolver. Kommissar Köbbert ist noch einem zweiten Fall auf der Spur: einem gescheiterten Überfall in einer Rostocker Bank. Zwei Frauen sind die Täter. Hochmerwürdigerweise finden sich bei ihnen auf dem mitgeführten Walkman Fingerabdrücke von Violas Kindern. Kommissar Köbbert wird stutzig... Astrid Rösel, 1960 in Rostock geboren, arbeitete als Inspizientin und Regieassistentin am Theater. Sie hat Kriminalgeschichten und mehrere Hörspiele geschrieben. Bemerkungen: Eine durchdachte und spannende Kriminalgeschichte, die die persönliche Folgen der Wendezeit thematisiert. Wendehälse und verpasste Chancen bilden so die Grundlage für einen Geschichte mit zwei zu lösenden Verbrechen. Das Stück generiert seine Spannung aus der verzwickten Geschichte aus den geschilderten menschlichen Abgründen. Die Umsetzung ist recht nüchtern gehalten, überzeugt aber mit einem glaubwürdigen Dialogspiel. Jürgen Thormann prägt natürlich mit seiner Stimme und großer Rolle dieses Hörspiel. Aber auch die anderen Sprecher wissen zu überzeugen, herausheben würde ich hier am ehesten Rotraut Rieger und Vanessa-Victoria Goertsches, die mir in ihren Rollen sehr gut gefallen haben. Ein solider Krimi, der den Hörer mit einer glaubwürdigen Geschichte gut unterhalten kann. Meine Wertung: + + + Rodney David Wingfield - UNWILLKOMMENE GÄSTE Regie: Heinz-Wilhelm Schwarz WDR 1989 58 Min. Henry Potter: Günter Lamprecht Mrs. Dobson: Brigitte Mira Tiny Brown: Horst Bollmann Riddley: Gerd Duwner Laticia Dobson: Edith Schollwer Harris: Friedhelm Ptok Robbins: Helmut Wildt Bankdirektor: Holger Kepisch Mädchen: Barbara Kappen Mädchen / Frau: Eva-Maria Werth Smithers / Nachrichtensprecher: Ingolf Gorges Verkäuferin: Christel Gebhardt Im Gästehaus zweier betagter englischer Ladies haben sich zwei "bessere Herren" eingenistet. Ein neuer Pensionsgast entpuppt sich als Routinier in Sachen Raub, als sie ihn notgedrungen in ihren Plan einweihen müssen: In monatelanger nächtlicher Wühlarbeit haben sie einen Tunnel vom Schrank in ihrem Zimmer aus zu einem Abwasserkanal gegraben, der neben dem Tresorgewölbe einer Bank liegt. Zu ihrem Leidwesen war die Wühlarbeit aber fast umsonst: Zwar sieht man durch den Luftschacht schon die gewaltigen Geldmengen, aber ein Absperrgitter erweist sich als unüberwindlich... Rodney David Wingfield (1928 – 2007) war ein englischer Kriminalsschriftsteller und Hörspielautor. Bekannt wurde er v.a. als Schöpfer des Detektivs Jack Edward Frost. Bemerkungen: Mit "Unwillkommene Gäste" ist Wingfield eine tolle Mischung aus spannendem Krimi und gutem, keineswegs albernen Humor gelungen. Die Geschichte nimmt immer mehr an Dramatik zu, denn dem ursprünglich so genialen Plan des Banküberfalls stellt sich das Schicksal mehr als einmal in den Weg. So entwickelt sich eine wendungsreiche Geschichte, die den Hörer zu fesseln weiß. Absolutes Highlight dieser Produktion ist aber das Sprecherensemble. Der vergnügliche Plot sorgt offenbar auch beim Ensemble für hörbare Spielfreude. Ob Günter Lamprecht, Brigitte Myra oder Horst Bollmann, viele große Sprecher sorgen dafür, dass die sehr unterhaltsamen Charaktere mit viel Leben gefüllt werden. Diese Produktion kann ich jedem empfehlen, der Geschichten mag, in denen die Protagonisten auf humorvolle Weise ordentlich gebeutelt werden. Meine Wertung: + + + + |
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| Mit
der Zusammenstellung "Geld oder Leben" ist es Produzent Thomas
Krüger gelungen, ein recht breites Spektrum an Krimis rund um die
Finanzwelt zusammenzustellen. Ob große Weltwirtschaft oder das
kleine private Drama, ob ernst oder vergnüglich, die Mischung
bietet in jeder Hinsicht Abwechslung. |
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