| Verblendung Von Stieg Larsson Übersetzung aus dem Schwedischen: Wibke Kuhn Komposition: Pierre Oser Bearbeitung und Regie: Walter Adler WDR 2010 168 Min. ![]() Hörprobe: Erzähler: Ulrich Matthes ![]() Mikael Blomkvist: Sylvester Groth ![]() Henrik Vanger: Jürgen Hentsch Gustav Morell: Otto Mellies Reporter: Thomas Kienast Robert Lindberg: Matthias Matschke Dirch Frode: Friedhelm Ptok Lisbeth Salander: Anna Thalbach Dragan Armanskij: Peter Gavajda Nils Bjurman: Vadim Glowna Cecilia Vanger: Susanne Lothar Isabell Vanger: Ingrid Andree Martin Vanger: Felix von Manteuffel Erika Berger: Jacqueline Macaulay Pernilla Abrahamsson: Wanda Colombina Harald Vanger: Horst Mendroch Anita Vanger: Lena Stolze Harriet Vanger: Corinna Kirchhoff Journalistin: Gitte Reppin Trinity: Marc Hosemann Tätowierer: Matthias Gall Palmgren: Wolfgang Condrus Mildred Berggren: Helga Lehner Mutter von Lisbeth: Petra Redinger Anna Nygren: Sonja Deutsch Direktor Wagner: Gregory B. Waldis Direktor Hasselmann: Christian Klischat Richter: Michael Evers Empfangsdame: Sandrine Mittelstädt Henning Forsman: Peter Groeger Polizist: Per-Johan Eliasson Teesalu TV-Sprecher: Florian Halm Gericht 1: Dirk Josef Müller Gericht 2: Gerald Paradies Gericht 3: Michael Iwannek Gericht 4: Matti Klemm Gericht 5: Maximilian Held Staatsanwalt: Fritz Hammer Gutachten: Martin Brauer Bilder: WDR/Sibylle Anneck An seinem 82. Geburtstag erhält der einflussreiche Industrielle Henrik Vanger per Post anonym ein Geschenk. Das Päckchen enthält eine gepresste Blüte hinter Glas, genau wie in den 43 Jahren zuvor. Vangers Lieblingsnichte Harriet hatte ihm 1958 zum ersten Mal dieses Geschenk gemacht, war im selben Jahr jedoch spurlos verschwunden. Ihr Leichnam wurde nie gefunden. In einer letzten Anstrengung versucht Vanger noch einmal herauszufinden, was dem Mädchen tatsächlich zugestoßen ist. Er engagiert den ehemals erfolgreichen Journalisten Mikael Blomkvist, der, als Biograf getarnt, bald in der Familiengeschichte auf erste Spuren stößt. Dabei erhält Blomkvist Unterstützung von der rebellischen, aber genialen Meister-Hackerin Lisbeth Salander. Je tiefer die beiden in den Fall einsteigen, desto deutlicher wird, dass Harriets Verschwinden nur ein Puzzleteil ist: Frauenverachtender Sadismus und die Macht des Geldes sind der Nährboden für eine Serie grauenvoller Verbrechen. „Verblendung“ ist der erste Teil der weltweit millionenfach verkauften „Millennium“-Romantrilogie. Stieg Larsson war schwedischer Journalist und Herausgeber des antirassistischen Magazins EXPO. 2004 starb er mit 50 Jahren an den Folgen eines Herzinfarkts. Er galt als anerkannter Experte für Rechtsextremismus. 2006 wurde ihm posthum der skandinavische Krimipreis als bester Krimiautor Skandinaviens verliehen. |
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Bemerkungen: Mit "Verblendung" legt der WDR wieder einmal eine große Thrillerumsetzung vor. Die knapp dreistündige Produktion bietet den Raum, um den recht umfangreichen Roman angemessen wiederzugeben. Larsson erzählt eine packende Geschichte, bei der Schockelemente gut eingesetzt sind, um Spannung zu erzeugen. Dazu werden die Charaktere auch noch sauber in Gut und Böse getrennt. Trotz dieser eindeutigen Zuordenbarkeit sind die Figuren aber durchaus interessant, sie sorgen dafür, dass der Plot auch in schwächeren Momenten interessant bleibt. Ungewöhnlich, aber wohl dem Trilogie-Gedanken geschuldet, ist der zweigeteilte Thrillerplot. Es beginnt und endet mit der Geschichte von Mikael Blomkvist, der bei journalistischen Recherchen gelinkt und anschließend daraufhin verurteilt wurde. Er bekommt eine vorübergehende Aufgabe, die Ermittlung im Hauptplot, er soll Licht ins Dunkel um das Verschwinden der Nichte des Industriellen Vanger bringen. Dieser Fall ist der deutlich interessantere, er endet aber recht früh in der ersten Hälfte des letzten Teils - Danach ist ein wenig die Luft aus der Geschichte. Obwohl man den Rest recht dicht zusammenfasst, lässt das Hörinteresse recht schnell stark nach. Die Umsetzung ist durchweg gelungen. Walter Adler inszeniert den Thriller zwar eher ruhig und zurückhaltend und lässt ein wenig das typische skandinavische Flair außen vor. Dennoch gelingt es ihm, eine sehr sehr spannende Atmosphäre zu erzeugen. Viel Raum gönnt er dem Erzählerpart, der hier von Ulrich Matthes übernommen wird. Dieser legt diese Aufgabe eher nüchtern an. Die Sprecher der handelnden Figuren dürfen dafür deutlich mehr mitgehen. Im erstklassigen Ensemble stechen vor allem Anna Thalbach und Jürgen Hentsch hervor. Ein guter und spannender Krimi, der allerdings nicht ganz die Erwartungen erfüllt. An ein paar Ecken ist die Geschichte zu glatt, vor allem das eher platte Ende trübt ein bisschen den Eindruck der ansonsten sehr guten Produktion. Meine Wertung: + + + |
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