Verdammnis

nach dem Thriller von Stieg Larsson

Übersetzung aus dem Schwedischen: Wibke Kuhn
Komposition: Pierre Oser
Regie: Walter Adler
WDR 2010
165 Min.



Hörprobe Teil 1:  
Hörprobe Teil 2:
Hörprobe Teil 3:


An- und Absage/Zusammenfassungen: Joachim Kerzel
Erzähler: Ulrich Matthes
Lisbeth Salander: Anna Thalbach
Mikael Blomkvist: Sylvester Groth
Nils Bjurman: Vadim Glowna
Holger Palmgren: Wolfgang Condrus
Dag Svensson: Andreas Pietschmann
Mia Bergmann: Valerie Koch
Annika Giannini: Judith Engel
Mann (70): Klaus Herm
Erika Berger: Jacqueline Macaulay
Gunnar Björck: Hans Peter Hallwachs
Paolo Roberto: Felix Goeser
Roland Niedermann: Martin Reinke
Alexander Zalatschenko: Gennady Vengerov
Per-Ake Sandström: Wolfram Koch
Dragan Armanskij: Peter Gavajda
Miriam Wu: Kathrin Wehlisch
Refik Alba: Oliver Stritzel
Magge Lundin: Timo Dierkes
Malin Erickson: Effi Rabsilber
Chef von Björck: Ernst Jacobi
Sonja Modig: Susanne Wolff
Jerker Holmberg: Robert Gallinowski
Hans Faste: Ingo Hülsmann
Jan Bublanski: Thomas Thieme
Richard Ekström: Wilfried Hochholdinger
Dr. Peter Teleborian: Udo Schenk
Dr. Sivarnandan: Viktor Neumann
Reporter: Rainer Döring, Svea Timander, Carmen Katt, Malte Kühn, Matthias Rimpler


Die Story ist hochbrisant: Hohe Amts- und Würdenträger vergreifen sich an jungen, russischen Frauen, die gewaltsam in das Land gebracht werden. Jahrelang werden die Frauen zur Prostitution gezwungen. Mikael Blomkvist will die Geschichte in seinem Magazin "Millennium" groß rausbringen.

Auch Lisbeth Salander macht sich auf die Spur der Mädchenhändler und entdeckt, dass ihr ehemaliger Vormund - und Vergewaltiger - Nils Bjurman in die Sache verwickelt zu sein scheint. Als dann Blomkvists Informant und Bjurman wenig später tot aufgefunden werden, trägt die Tatwaffe Lisbeths Fingerabdrücke. Für die Polizei ist der Fall klar, Lisbeth muss untertauchen. Nur Blomkvist glaubt an ihre Unschuld. Seine Recherchen führen ihn in Lisbeths Vergangenheit - eine Vergangenheit von gigantischer Düsternis.


Dreiteilige Bearbeitung des gleichnamigen, mehrfach ausgezeichneten Romans des schwedischen Kultautors Stieg Larsson. Das Buch ist der zweite Teil der weltweit erfolgreichen "Millennium"-Trilogie.

Stieg Larsson war schwedischer Journalist und Herausgeber des antirassistischen Magazins EXPO. 2004 starb er mit 50 Jahren an den Folgen eines Herzinfarkts. Er galt als anerkannter Experte für Rechtsextremismus. 2006 wurde ihm postum der Skandinavische Krimipreis als bester Krimiautor Skandinaviens verliehen.


Bemerkungen:

Lisbeth Salander kehrt nach ihrer Weltreise zurück und wird prompt in einen Mord verwickelt. Auch dieser hat mir ihrer besonderen Vergangenheit zu tun. Sie hält Kontakt mit Blomkvist, dem Einzigen, der von ihrer Unschuld überzeugt ist. Aber jeder ermittelt allein in diesem Fall, in dem Prostitution von Minderjährigen und mafiöse Strukturen eine tragende Rolle spielen und hinter dem ein geheimnisvoller Gegner, der tiefe Bindungen zu Lisbeth Salander hat, steckt.

Die Story ist durchgängig spannend und gut konstruiert. Es war ja im ersten Teil, "Verblendung" schon ein wenig das Manko, dass dort der dritte Teil erheblich abfiel. Dies ist hier nicht der Fall - Hier gibt es nur eine zentrale Geschichte, die bis zum Finale durchgehalten wird.

Die Figuren sind originell, eher im Sinne von "besonders", denn "ungewöhnlich". Selbst Lisbeth Salander, die schrille Hackerin mit der traumatischen Vergangenheit, wirkt in dieser Geschichte kaum befremdlich.

Wie schon bei "Verblendung" inszeniert Walter Adler diesen packenden Thriller sehr erzählerlastig. Gerade der erste Teil wird nahezu im Alleingang von Ulrich Matthes gesprochen. Erst gegen Ende dieser ersten Stunde finden die Dialoge mehr Raum und die Produktion wird mehr und mehr "Hörspiel" als "Szenische Lesung".

Das breite Sprecherensemble ist sehr prominent besetzt. Anna Thalbach gefällt mir - gerade weil sie stimmlich nicht unbedingt in die Schublade dieser Rolle passt - sehr gut. Das schafft eine gewisse Eigenständigkeit und unterstreicht die Besonderheit der Rolle. Dazu kommt, dass sie hier mit einer sehr guten Leistung überzeugt.  Aber auch das restliche Ensemble kann sich hören lassen.

Pierre Oser sorgt mit seinen musikalischen Untermalungen dafür, dass die Geschichte auch in den langen Erzählpassagen nie die Atmosphäre verliert. Man schafft so einen hörenswerten akustischen Rahmen, in dem die Geschichte gut wirken kann.

Inhaltlich legt man gegenüber dem Auftakt der Milennium-Trilogie nochmal ordentlich zu. "Verdammnis" ist ein gut erzählter, origineller Thriller, der über drei Radiostunden spannende Unterhaltung bietet. Wer "Verblendung" mochte, dürfte "Verdammnis" lieben.


Meine Wertung: + + + +

 
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