Verdammtes Glück
Hörspiel in zwei Teilen nach dem gleichnamigen Roman von Richard Ford
Übersetzung aus dem Amerikanischen: Hans Hermann
Hörspielbearbeitung und Regie: Walter Adler
NDR/DLR-Berlin 1996
110 Min.


Erzähler: Peter Fitz
Harry Quinn: Christian Redl
Rae: Corinna Kirchhoff
Bernhardt: Hans-Peter Hallwachs
Sonny: Jens Wawrczeck
Susan Zago: Anuk Ens
Senior Zago: Stefan Wigger
Senior Munoz: Konstantin Graudus
Italienerin: Bettina Engelhardt
Deats: Peter Roggisch
Mexikaner: Derval de Faria
Mexikanischer Beamter: Klaus Dittmann
Konstantin Graudus, Stefan Wigger


Quinn ist dreißig und sucht das Glück. Aber wie  findet man das Glück in Oaxaca, Mexiko, einer Stadt, wo man zu Boxkämpfen geht wie anderswo ins Kino, wo ein verunglückter Lastwagenfahrer nur deshalb interessiert, weil man seine Pepsi-Cola-Ladung stehlen kann? Wie vor allem findet man das Glück wieder, wenn man in Vietnam gekämpft und alles verloren hat? So abenteuerlich Quinns Geschichte ist, es ist die Geschichte eines Mannes, der verzweifelt versucht, wieder lieben zu lernen.


Richard Ford, geboren 1944 in Jackson/Mississippi, gehört seit seinem ersten Roman "A Piece of My Heart", den Erzählungen "Rock Springs" und dem Roman "Unabhängigkeitstag" zu den herausragenden zeitgenössischen Schriftstellern Amerikas und wurde mit diversen Preisen ausgezeichnet. Er unterrichtet am Trinity College, Dublin, Ireland, Creative Writing/ Kreatives Schreiben.


Bemerkungen:

Der Roman "Verdammtes Glück" wird oft gelobt, warum wird allerdings in der Hörspielfassung nicht wirklich deutlich. Ford erzählt eine recht schmutzige Drogengeschichte, die mit vielen Klischees und nur selten originellen Einfällen daherkommt. Es wirkt alles ein bisschen wie aus der Bestseller-Koch-Küche, ein wenig Sex hier, etwas Drogensumpf dort, hier die Mafia, da der typische Antiheld - Alles schon mal dagewesen, alles nicht neu und leider auch nicht so interessant, dass man hier zwei Radiostunden lang gut unterhalten würde.

Was man "Verdammtes Glück" aber zugestehen muss: Es ist verdammt gut inszeniert. Hier stimmt die Atmosphäre, das Tempo, die Sprecherauswahl und -leistung.

Leider glänzt die Geschichte nur punktuell, ansonsten wäre dieses Stück aufgrund der sehr stimmigen Inszenierung mehr als hörenswert. Wer solche schwülen amerikanischen Thriller mag, der sollte hier ein Ohr riskieren. Mir persönlich war das jedoch alles zu dröge und austauschbar, sodass die Wertung letztlich nur wegen der gelungenen Umsetzung in den positiven Bereich fällt.

Meine Wertung: +

 
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