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Vertell wat vun fröher Von Konrad Hansen Regie: Hans Helge Ott Produktion Radio Bremen/NDR 1989 Lisbeth: Erika Rumsfeld Olga: Ruth Bunkenburg Billy, der Papagei: Peter Kaempfe Herr Böhm: Gert Haucke In einer Mietwohnung leben seit vielen Jahren zwei ältere Schwestern zusammen. Eines Tages fliegt ihnen ein Papagei zu, der sie mit allerlei wüsten Redensarten schockiert. Um sein quasi mechanisches Gedächtnis mit Harmloserem zu beschäftigen, reden sie unablässig auf ihn und aufeinander ein. Was dabei gesagt, behauptet und enthüllt wird, erweist sich allmählich als so obszön, daß die Kraftausdrücke des Papageis dagegen verblassen. Als auch noch der Besitzer des Vogels auftaucht, sehen sich die beiden alten Damen gezwungen, etwas zu unternehmen. Käme diesem Mann zu Ohren, was sie dem Papagei anvertraut haben, dann wären sie auf schlimme Weise kompromittiert. Konrad Hansen, geboren 1933 in Kiel, war bis 1980 Leiter des Heimatfunks von Radio Bremen, danach Intendant des Ohnsorg-Theaters und Direktor der Niederdeutschen Bühne der Stadt Flensburg. Seit 1994 lebt er als freier Schriftsteller in Großsolt bei Flensburg. Bemerkungen: Konrad Hansen erzählt hier eine sehr wechselhafte Geschichte. Was sich zunächst als leichter Schwank darstellt, bei dem zwei älteren Damen ein etwas frivol vor sich hinplappernder Papagei zufliegt, wechselt dann in sehr ernste Lebensrückblicke. Bevor es zu ernst wird, kippt die Geschichte und schafft mit einer gelungene Wende den Wechsel in ein pointiertes Kriminalstück. Auch wenn die Idee etwas überzogen wirkt, originell ist sie allemal. Sie besticht vor allem in dieser gut strukturierten Geschichte, die mit den unterschiedlichen Facetten die 45 minütige Spielzeit für den Hörer sehr unterhaltsam gestaltet. Erika Rumsfeld und Ruth Bunkenburg agieren hier als Schwestern mit dunkler Vergangenheit (und Zukunft), ihre gute Leistung wird aber vom krächzenden Peter Kaempfe - im wahrsten Sinne des Wortes - übertönt, der hier die nicht ganz einfache Aufgabe, den Papagei zu sprechen, übernommen hat. Leider ist diese Rolle schon vom Konzept her vollkommen ungeeignet, sie authentisch darzustellen, insoweit ist die Leistung Kaempfes nicht zu beanstanden. Einen kurzen Auftritt hat noch Gert Haucke, der eine, für ihn recht typische Rolle verkörpern darf. Wieder einmal ein "Plattdeutsches Hörspiel", das ich gerne weiterempfehle. Wer der Sprache (halbwegs) folgen kann, der wird hier mit einem originellen und abwechslungsreichen Hörspiel unterhalten. Meine Wertung: + + + + |
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