| Wachtmeister Studer nach Friedrich Glauser Bearbeitung: Markus Michel Regie: Martin Bopp SWF 1988 57 Min. ![]() Mit Heinz Bühlmann, Peter Arens, Urs Weber, Albert Freuler, Daniel Kasztura, Dorothee Reize u.a. |
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| In der psychiatrischen Anstalt Waldau bei Bern schuf der
morphiumabhängige Friedrich Glauser 1934/35 eine legendär gewordene
Figur der Kriminalliteratur: Detektivwachtmeister Studer. Strafversetzt
und bei seinen Vorgesetzten in dauernder Ungnade, sieht er in den
Delinquenten eher Verführte als Verbrecher. Er ist kein Indizienjäger,
sondern ein psychologisch vorgehender Spurensucher vom Typus des
Kommissar Maigret, aber einer mit deutlicherer Sympathie für die
Entrechteten und vom Schicksal Gestoßenen. Studers erster Fall führt in
ein Schweizer Dorf in den ersten Jahren nach der Weltwirtschaftskrise.
Hinter den geputzten Fassaden schlummern das Elend, die Gier und die
Einsamkeit. Da gibt es auf der einen Seite die Dorfgewaltigen und ihre
zahlreiche Verwandtschaft und auf der anderen Seite eine seltsame
Baumschule, in der entlassene Sträflinge beschäftigt werden. Als der
alteingesessene Händler Witschi tot im Wald mit einer Kugel im Kopf
gefunden wird, ist für den Gemeindepräsidenten klar, in welchem Kreis
der Schuldige zu suchen ist. Studer aber glaubt nicht an Mord. Friedrich Karl Glauser (1896-1938), geb. in Wien, gest. in Nervi bei Genua, Schweizer Schriftsteller. Erzählungen, Krimis, Romane u.a. Gourrama. Ein Roman aus der Fremdenlegion (1930), Fieberkurve (1936). Hörspieladaptionen u.a. Matto regiert (SWF/DRS 1988), Krock & Co. (SWF/DRS 1990). Bemerkungen: Friedrichs Glausers Krimilebenswerk in allen Ehren - aber die Hörspiele können dem großen Namen des Autors nicht gerecht werden. Die Behäbigkeit und die Bodenständigkeit, die diesen Geschichten innewohnt, wird durch die Umsetzung aufgenommen und unterstützt. Das mag stimmig sein, macht das Stück aber sehr schwerfällig und verhindert das Aufkommen von Spannung weitestgehend. Dabei ist die Geschichte per se durchaus interessant und hätte in einer eingängieren, lebendigeren Inszenierung sicherlich für einigen Unterhaltungswert sorgen können. Man sollte daher schon eine gute Portion Geduld und Verständnis für diese eher spröde Umsetzung mitbringen. Fans der Hörspiele um Wachtmeister Studer werden das kennen und die Produktionen vielleicht sogar gerade deswegen mögen. Insofern ist es natürlich konsequent, die Episoden so zu produzieren. Andere werden allerdings mit der Behäbigkeit ihre Probleme haben und gegen die Langeweile ankämpfen müssen. Mir persönlich ist "Wachtmeister Studer" einfach zu spröde, als dass ich dieses Hörspiel auch außerhalb der Gruppe der Hardcore-Fans jemandem empfehlen möchte. Die Trägheit, mit der hier erzählt wird, ist unnötig, wie andere Produktionen, die einen ähnlich urigen Hintergrund haben, schon bewiesen haben. Insofern reicht es hier nur zu einer durchschnittlichen Wertung. Meine Wertung: + / - |
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