| Warum ist es am Rhein so schön... von Peter Steinbach Regie: Hans Gerd Krogmann WDR / DLR / SDR 1998 141 Min. Mit: Jens Wawrczeck, Gisela Morgen, Ulrike Krummbiegel, Markus Völlenklee, Gerd Wameling und vielen anderen Schauplatz Ostberlin vor über 30 Jahren. Die Feierlichkeiten zu Ehren Siegfried Jähns, des ersten deutschen Kosmonauten, finden ihren Höhepunkt. Während ein Mann von einer Aussichtsplattform im Westen über die Mauer schaut, fliegt Erich Mielke Richtung Flughafen, um den Helden der Raumfahrt zu begrüßen. Später, während des Banketts im Festsaal des Palastes der Republik, beginnt die heile Welt des glorreichen Tags Risse zu zeigen. Die Produktion wurde von der "Jury der Akademie der Darstellenden Künste" zum Hörspiel des Monats Juni 1998 gewählt. Peter Steinbach - so die Jury - "ermöglicht einen Blick in das Innere der DDR. Politik wird als Sediment im Lebenszusammenhang der Menschen sichtbar. Eine beunruhigende Studie ostdeutscher Wirklichkeit vor dem Mauerfall, ein Stück unserer Vergangenheit, aufbewahrt im Hörspiel." Peter Steinbach, 1938 in Leipzig geboren, Verfasser von Theaterstücken, Kinderbüchern und preisgekrönter Film- und Fernsehautor. Für die Erfolgsserie "Heimat" erhielt er (zusammen mit Edgar Reitz) den "Adolf- Grimme-Preis in Gold". Er zählt zu den erfolgreichsten Hörspielautoren, unter anderem "Hörspielpreis der Kriegsblinden" (1981). Bekannt auch für seine monumentale Funkfassung von "Der Herr der Ringe" nach J.R.R. Tolkien. Bemerkungen: Peter Steinbach erzählt ein bewegendes Milieustück aus der DDR. Er wählt dazu einen Zeitpunkt, der zwei Extreme aufzeigt. Zum einen ist da die grenzenlose Begeisterung über den ersten Deutschen im All, Kosmonaut Jähn, auf der anderen Seite ist aber die sozialistische Wirklichkeit bei den Menschen angekommen und hat sich in den Köpfen verfestigt. Die Figuren, die er für diese Geschichte wählt sind zum Teil ganz oben im Staatsapparat verfestigt, zum Teil recht weit unten im Volk, andere wiederum waren mal oben, sind jetzt unten. In dieser Mischung gelingt eine glaubwürdige Momentaufnahme. Ein großes, oppulent besetztes Ensemble setzt diese Geschichte gekonnt in den Dialogen um. Allerdings fehlt diesen hier und da ein wenig der Biss, um den Hörer über die recht lange Spielzeit interessiert zu halten. Gerade zu Anfang schleppt sich das Tempo ein wenig. Dennoch, wer Interesse am historischen Rückblick in die DDR hat, der sollte hier unbedingt einschalten! |
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