| Welt ohne Schlaf von Diane und Meir Gillon Bearbeitung: Walter Knaus Regie: Andreas Weber-Schäfer SDR 1972 49 Min. Francesca: Marianne Mosa Peter: Alexander Kerst George: Heinz Filges Harold: Kurt Müller-Graf Lena: Karin Schlemmer David: Joachim Bliese Daphne: Ilona Wiedem Sir Travis: Gert Tellkampf Der alltägliche, hohe Lärmpegel in ihrer Umgebung lässt die Menschen unter Schlaflosigkeit leiden. „Viviwach“, eine Droge, die in der Lage ist, das Schlafbedürfnis völlig zu unterdrücken, soll Abhilfe schaffen. Aber die weltweite Impfung führt zur Katastrophe und die gewonnene Freizeit zu einer hemmungslosen Vergnügungssucht. Nur wenige verweigern die Injektion mit „Viviwach“, so auch Peter. Seine Lebensgefährtin versucht ihm klar zu machen, dass er sich mit dieser ablehnenden Haltung ins gesellschaftliche Abseits begibt. Das amerikanische Autorenpaar Diana und Meir Gillon veröffentlichte den Roman „The Unsleep“, die Vorlage zu diesem Hörspiel, im Jahre 1962. Bekannt wurde auch ihr gemeinsames Werk zur Geschichte des jüdischen Volkes „The Sand and the Stars“ (1971). Bemerkungen: Das Science-Fiction-Genre lag beim SDR immer in guten Händen, Jahr für Jahr produzierte der Sender bis zur Fusion mit dem SWF rund zehn Hörspiele dieser Gattung. Hier erzählt man eine Zukunftsvision, die eine bahnbrechende Erfindung im Fokus hat, die die Gesellschaft vollständig verändert. Auslöser ist das Medikament "Viviwach" - dessen merkwürdige Namensgebung sich, so wie ich hoffe, eher auf ein Wortspiel mit der Moderatorin "Vivi Bach" zurückführen lässt, denn als ernstgemeinte Wortkreation speziell hierfür erdacht wurde. Diese Droge sorgt dafür, dass der Körper ganz ohne Schlaf auskommt. So können diejenigen, die aufgrund des zunehmenden Lärms keinen Schlaf mehr finden, die Zeit besser nutzen. Die Gruppe derer, die ohne Viviwach auskommen, wird immer kleiner - bis sich plötzlich entscheidende "Spätfolgen" einstellen. Diese bringen die standhaften Gegner dann auch dazu, die Droge zu nehmen. Klingt paradox? Ist es aber gar nicht. Es bildet vielmehr das leichtgängige Finale einer sehr originellen Hörspielgeschichte. Diese hat Andeas Weber-Schäfer mit einigen Klangideen inszeniert. Er nutzt Geräuschkompositionen als Trennung zwischen den Szenen. Das gibt dem Stück - gerade am Anfang - den Touch von "Radiokunst". Das wird vermutlich nicht jedem gefallen und könnte sogar dazu führen, dass der eine oder andere hier schon aussteigt. Das wäre allerdings sehr schade, denn dahinter bleibt ja eine gute und gerade Story, die zu hören, sich durchaus lohnt. Die Ensembleleistung ist gut, allerdings agieren die Sprecher etwas unspektakulär. Richtig deutliche Akzente setzt hier niemand Eine tolle Idee in einem ordentlichen Hörspiel, das irgendwo zwischen Moderne (in der technischen Insznierung) und Altbackenem eine Gratwanderung versucht, die dem Ganzen einen etwas merkwürdigen Anstrich verleiht. Dennoch sollte man sich hier vom Formalen nicht abschrecken lassen, denn die überzeugende Geschichte von "Welt ohne Schlaf" ist es allemal wert, gehört zu werden. |
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