| Wie Pedro Jil sein Glück machte Frei nach einer Alhambra-Legende Von Linde Rotta Regie: Rainer Clute Komposition: Diana Todria und Willem Nyman DLR 1998 58 Min. Mit Boris Aljinovic, Claudia Hübbecker, Horst Bollmann, Horst Hiemer, Karl-Heinz Choynski u.a. Pedro Jil hat eine schöne Frau, acht kleine Kinder und verkauft von früh bis spät kühles Wasser. Mit seinem Esel Burrito läuft er hinauf zur Festung, Alhambra genannt, und schöpft dort Wasser aus dem Brunnen. Eines Tages trifft er dort einen kranken Mann. Er nimmt ihn mit nach Hause, bereitet ihm ein Lager für die Nacht. Doch am Morgen ist der Fremde gestorben. Er hat ihm ein Holzkästchen mit einem Kerzenstummel und einem Brief hinterlassen. Pedro Jil kann ihn nicht lesen. Ein Juwelier in der Stadt hilft ihm. So erfahren sie von den unendlichen Schätzen, die in den Gewölben unter der Festung liegen. Auch der Barbier und der Bürgermeister erfahren davon. Sie wollen alle Schätze allein besitzen. Das wird ihr Verhängnis. Linde Rotta, geboren 1937 in Eisenstadt (Österreich), lebt als freie Autorin in Leipzig, schreibt Lyrik, Erzählungen, Hörspiele und Features. Bemerkungen: Linda Rotta hat sich einem alten spanischen Märchen angenommen und dieses für das Ohr aufgearbeitet. Wie so oft in diesem literarischen Zweig, gibt es eine nachvollziehbare Hinarbeitung auf eine sehr klare Prämisse, die den moralischen Zweck der Geschichte trägt. Auch die Spanier machen da keine Ausnahme, auch hier funktionieren einfache "Schwarz-Weiß-Malereien" nunmal am Besten. Das Gute und die Tugend wird belohnt, das Böse und die Untugend bestraft. Pedro Jils Geschichte hebt sich aber Dank der etwas ungewohnten, exotischeren Szenerie, etwas vom Genreüblichen ab. Dazu kommt, das die Geschichte zwar die moralischen Instanzen besitzt, diese aber über mehrere funktionale Charaktere verteilt sind und auch auch nicht alle sofort in Gut und Böse einzuteilen sind. Der Plot ist aufgrund seiner Gradlinigkeit nur bedingt originell, dafür kann man aber mit interessanten Details und sehr unterhaltsamen Dialogen für einen guten Unterhaltungswert sorgen. Der hätte durchaus etwas höher ausfallen können, wenn man die Geschichte ein wenig gerafft hätte. Für eine volle Radiostunde reicht die Geschichte nicht ganz, ein paar Längen machen sich schon bemerkbar. Die Sprecherleistungen sind recht gut, allerdings sind die Figuren genreentsprechend sehr funktional und klar gezeichnet, so dass die schauspielerischen Anforderungen doch überschaubar sind, und so von den allesamt gestandenen Sprechern, auch keine Mängel zu erwarten waren. Ein Märchen in interessanter Kulisse - eine einfache, aber nette Geschichte für Kinder - auch wenn es sich an der einen oder anderen Stelle etwas zieht... Meine Wertung: + + + |
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