| Wilma un Karl Niederdeutsches Hörspiel von Gunda Wirschun Musik: Serge Weber Regie: Hans Helge Ott RB / NDR 2010 54 Min. Wilma: Ursula Hinrichs Wilma (jung): Hela Hinrichs Karl: Edgar Bessen sowie Beate Kiupel, Frank Grupe, Hela Hinrichs, Meike Meiners, Manfred Bettinger, Rolf Nagel, Gerd Spiekermann, Rolf Petersen Er war da, er konnte lustig sein und er konnte arbeiten, das vor allem. Da hat sie ihn eben geheiratet, die Wilma den Karl. Sie führten ein gemeinsames Leben auf dem gemeinsamen Bauernhof und wurden zusammen alt. Jetzt besucht Wilma ihn regelmäßig auf dem Friedhof. Es war bestimmt kein leichtes Leben, aber es war auch alles andere als ein Jammertal! Aus Wilmas Erinnerungen hört man, wieviel Glück, Wärme und Zärtlichkeit in diesem Leben war, meist unausgesprochen zwar - aber vorhanden! Gunda Wirschun (geb. 1955 in Bremerhaven) wuchs in Flögeln auf und machte ihr Abitur in Bremerhaven um anschließend in Hamburg das Bibliothekswesen zu studieren. Seit 1977 ist sie Bibliothekarin bei der Stadtbücherei Hamm. Mit dieser Geschichte greift Gunda Wirschun auf authentische Biographien zurück und setzt den "einfachen Leuten vom Land" ein Denkmal, aus deren Reihen sie stammt. Bemerkungen: Gunda Wirschun erzählt eine Geschichte, die viel aus der eigenen Familiengeschichte enthält, aber auch in vielen Aspekten Allgemeingültigkeit für die Elterngeneration, die die ihre Jugend im Krieg erlebten und danach eine neue Existenz aufbauen mussten, mitbringt. Das harte und entbehrliche Landleben formte die Menschen. Gunda Wirschun gibt diese Realitäten wieder, erzählt aber auch von den Emotionen, die im harten Alltag nicht immer auf den ersten Blick erkennbar waren. Ursula Hinrichs erzählt diese Geschichte sehr eindrucksvoll. In der Rolle der Wilma blickt sie zurück auf ihr Leben mit Karl. Sie transportiert die Gefühle, die die Figur beim Erinnern ereilen, mit einer glaubwürdigen Dezenz. Sie trägt das gesamte Hörspiel, das nur von kurzen Dialogeinblendungen ergänzt wird. Die Erzählung wird von sehr ruhigen Musikstücken aus der Feder von Serge Weber eingebunden, die eine zurückhaltende, aber angenehme Kulisse für das Hörspiel schaffen. Eine interessante Biografie aus dem "normalen" Leben - anschaulich dargestellt und erstklassig von Ursula Hinrichs gespielt. Meine Wertung: + + + + |
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